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Ein Gespräch über Muskelkerle

"Heute werden Herkulestypen von Twinks rangenommen"

Felix Kamp vom Berliner Pornostudio Cazzo über den Wandel von Körperidealen und Pornografie im Museum im Kontext der Ausstellung "Winckelmann – Das göttliche Geschlecht".


Cazzo-Star Hugh Hunter hätte sicher auch Johann Joachim Winckelmann gefallen… (Bild: Cazzofilm)

Der deutsche Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) hat geradezu ekstatische Beschreibungen von antiken Statuen verfasst und griechische Männerkörper mit heroischer Muskelmasse verherrlicht. Was von gleichgeschlechtlich begehrenden Männern im 18. Jahrhundert nur in Marmor bestaunt werden konnte, ist heute vielfach Standard in Schwulenpornos. Wann haben solche Herkules-Körper Einzug im Porno gehalten?

Die Muskelmänner sind in den frühen Neunzigerjahren – mitten in der Aidskrise – ins schwule Standardpornogeschäft gekommen, als Ideal des virilen gesunden Manns, der sich deutlich absetzen sollte von den "Sex Pigs" der vorangegangenen Generation. Und wie bei Winckelmann waren diese neuen Pornohelden auch als "unnahbar" und quasi "gottgleich" inszeniert, fast als Kunstprodukte, nicht als sexy Männer von nebenan, die man auf der Straße oder beim Joggen traf und mit denen man nach Hause ging.

Die Filme der Neunziger sind vielfach surreal, reine Fantasie. Und die depilierten neuen Supermänner mit weißen Unterhosen und perfekt gebräunter Haut sind fast wie Maschinen – bezahlte Athleten, die ficken. Und nur das! Sie sind nicht aus einer Gay Community, sie repräsentieren diese Community auch nicht. Sie "beglücken" sie, wenn man sie bezahlt und eine Videokassette bzw. DVD kauft.

Das war damals ein radikaler Wandel vom "Golden Age of Promiscuity" zum Plastiksex der Aids-Jahre, von Wakefield Pools sonnenüberfluteten "Boys in the Sand" zu den großen Erfolgen von Falcon mit Jeff Stryker oder Ryan Idol.

Davor sah man solche Bodybuilder in den späten Sechziger- und Siebzigerjahren nur bei Spezialstudios wie zum Beispiel Colt. Dort hat Rip Colt bzw. Jim French von Anfang an solche übermuskulösen Herkules-Typen gecastet und verherrlicht, in Fortsetzung der Beefcake-Ästhetik eines Bob Mizer aus den Fünfzigerjahren. Aber dann tauchten sie plötzlich überall auf als ein Ideal, das schnell in den Heteromainstream überschwappte mit den großen Calvin-Klein-Unterhosenkampagnen.

Ironischer Weise eifert heute fast die gesamte Heterojugend im Sportstudio diesem Körperideal nach, mit Erfolg. Ohne zu ahnen, dass es auf die "Athletic Model Guild", auf den Tom-of-Finland-Boom der Siebziger- und Schwulenpornos der Neunzigerjahre zurückgeht. Vermutlich würden einige der jungen Heteromänner beim Trainieren verschreckt innehalten, wenn man sie darauf hinweisen würde. In der Schwulenszene hat sich dieses Körperideal seit Beginn des neuen Jahrtausends weiterentwickelt in alle möglichen Richtungen, von der Bärenszene zu Superschlanken und Hipstern usw.

Entsprechend sind Herkuleskörper im Schwulenporno heute auch nicht unbedingt das, was alle Kunden sehen wollen, jedenfalls nicht ausschließlich. Cazzo-Film war noch nie auf Herkules-Formate spezialisiert, auch weil's in der Berliner Szene schon immer auf andere Sachen ankam. Aber natürlich gibt es – weltweit betrachtet – Gay Communitys, die ein solches Körper- und Muskelideal zelebrieren. Und man sieht sie auch überall in LGBT-Magazinen wie "DNA", "Out", "Spartacus Travel", ehemals "Männer", "Winq", "Mate" und wie sie alle heißen. Und auf Porno-Onlineportalen gibt's auch genügen "Hunks" in allen Variationen.


Felix Kamp ist seit 2016 Geschäftsführer von Cazzofilm (Bild: Cazzofilm)

Wenn solche Herkules-Muskeln heute so allgegenwärtig sind, welche Chance haben dann Männer, die nicht so gebaut sind und sich nicht entsprechende Muskelpakete antrainieren wollen? Werden sie ausgegrenzt? Gibt's andere "Rollen" für sie? Und kann man solche Muskeln überhaupt auf natürlichem Wege bekommen oder nur mit Chemie?

Natürlich sind solche Herkules-Typen immer hübsch anzusehen, das war zu Winckelmanns Zeiten in der vatikanischen Antikensammlung nicht anders als heute. Aber nicht jeder steht darauf, nicht jeden erregt das. Porno hat nicht nur was mit "Körper" zu tun, es gibt viele andere Kriterien, die wichtig sind, zum Beispiel Schwanzgröße, Geilheit, Gesicht oder Körperbehaarung.

Um so einen Herkuleskörper zu kriegen, ist bei den meisten schon Chemie im Spiel. Man kann sich solche Muskeln aber auch sehr (sehr!) hart ohne Aufbaumittel antrainieren.

In den Gemälden aus der Winckelmann-Zeit sieht man vielfach Zeus und Ganymed – die klassische Daddy/Twink-Paarung, wie sie derzeit im Pornogeschäft auch allgegenwärtig ist. Wieso, glaubst du, sind "Daddys" derzeit solch ein Thema? Wo kommen diese "älteren" Herren auf einmal her, die man in Pornos der Neunzigerjahre so gut wie nie sah? Was hat sich in der Szene verändert in Bezug auf Alter?

Das ist eine schwierige Frage. (lacht) Ich kann mich an ein paar Filme mit Al Parker erinnern, der in den Neunzigern auch schon um die 40 war, und mit geilen Männer zwischen 20 und 30 drehte. Damals war der "Twink" erwachsener, heute sind bereits 18-Jährige daran interessiert, ins Pornogeschäft einzusteigen, und ältere Männer haben ihrerseits weniger Hemmungen als früher, Pornos zu drehen. Einerseits, weil Porno nicht mehr zwangsläufig ein Karrierekiller ist und auch, weil manche ältere Herren heute stolz auf ihre Körper und Sexualität sind und diese selbstbewusst zeigen wollen. Dadurch verschieben sich die Verhältnisse.

Ich selbst bin mit 34 das erste Mal "Daddy" genannt worden, es passte irgendwie auch zu meiner Persönlichkeit. Heute mit 50 sehe ich mich immer noch als "Daddy", nicht als "Grand Daddy". Obwohl ich weiß, dass manche Online-Portale das "Großvater"-Label sehr freizügig auf Darsteller Anfang 30 anwenden. Das ist erschreckend.

Als Daddy und Granddad kann man – Zeus gleich – fast bis in alle Ewigkeiten weitermachen. Als Twink ist die Zeit begrenzt. Wie lange sind typische Twink-Karrieren im Pornogeschäft, was machen die Darsteller danach?

Man kann so lange im Geschäft bleiben, wie das Publikum einen sehen will, manchmal kurz, manchmal länger. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Das Pornogeschäft ist extrem und nicht für jeden geeignet. Was anfangs nach Ruhm, Bekanntheit und Glamour aussieht, wird schnell harte Arbeit und Verachtung – auch von Seiten der eigenen Community. Die konsumiert zwar so viel Porno wie nie zuvor, zirkelt aber Pornodarsteller trotzdem massiv ab im Sinne von "Slut Shaming". Das ist schizophren.


Kupferstich um 1780: Zeus küsst Ganymed (Bild: Schwules Museum*)

Nicht zufällig ist die Selbstmordrate bei Pornodarstellern ziemlich hoch. Viele kommen nicht damit klar, in kurzer Zeit zum "Star" und dann ebenso schnell wieder ausrangiert zu werden, weil so viele neue Darsteller nachrücken, die noch schöner, noch jünger, noch muskulöser, noch versauter sind. Das Gefühl, erst von allen begehrt zu werden und dann auf einmal nicht mehr, innerhalb kürzester Zeit ist schwer zu verkraften. Es ist auch nicht logisch zu erklären. Da braucht man eine sehr geerdete Persönlichkeit, um das wegzustecken. Und die meisten Männer in der Pornobranche sind nur bedingt gefestigte und in sich ruhende Persönlichkeiten. Daraus resultieren viele der Dramen, von denen man immer wieder liest.

Wieso ist für viele die Daddy/Twink-Konstellation reizvoller – als wiederentdecktes "griechisches" Ideal – statt zwei Daddys zusammen?

Zwei Daddys gibt's heute durchaus, in allen Variationen. Der Online-Markt ist mittlerweile so groß, dass du alles anschauen kannst, was dein Herz begehrt. Ansonsten gilt aber: Kontraste sind reizvoll. Da hat sich die Szene weiterentwickelt: In den Siebzigerjahren wurde in Büchern wie "The Joy of Gay Sex" das Ideal der absoluten Gleichberechtigung propagiert, also Versatility, dann setzte sich in der Aids-Krise eine strikte Top/Bottom-Teilung durch, wo die erwähnten "gesunden" Muskelgötter immer Tops waren. Dann hat sich das nochmal merklich neu gemischt in jüngster Vergangenheit… Heute gibt's alles, inklusive Herkulestypen, die sich von Twinks durchficken lassen und umgekehrt. Alles ist möglich. Man kann das schon als Evolution im Sinn einer Emanzipation betrachten.

Manche Aktivisten sehen bei Daddy/Twink-Kombinationen eine Verherrlichung von Pädophilie.

Ist man pädophil, wenn man 50 ist und auf 20-Jährige steht? Ich weiß es gesetzlich betrachtet nicht, aber trotzdem wird man da in der Schwulenszene sehr negativ angesehen, wenn man das zugibt. Derweil in der Heterowelt niemand mit der Wimper zuckt, wenn ein 60-jähriger Kerl ein geiles blondes Mädel von 20 Jahren am Arm hat. Vermutlich wirken da noch die endlosen Pädophilie-Debatten aus der deutschen Aktivistenszene der Achtzigerjahre nach? Das flammt als Thema immer wieder hoch und zeigt, dass das Ganze noch nicht richtig verarbeitet und geklärt ist. Ich merke jedenfalls, dass mir immer mehr junge Männer die Tür einrennen, je älter ich werde. Da gibt es also offensichtlich von beiden Seiten ein Bedürfnis.


Herkules von hinten: historische Fotografie der Skulptur im Museo Nazionale in Neapel (Bild: Schwules Museum*)

Wenn du die Gipsabgüsse der antiken Statuen in der Winckelmann-Ausstellung im Schwulen Museum* siehst und die Darstellungen von Zeus und Ganymed: Kannst du darin den erotischen (oder pornografischen) Kick sehen, den Menschen wie Winckelmann darin einst sahen? Würdest du einen Mann wie den lustvoll dahin gestreckten Barberinischen Faun oder Torso vom Belvedere "in echt" für einen Porno engagieren?

Ich finde die super sexy! Sie sind zwar nicht der Typ Mann, auf den ich selbst stehe, aber zweifellos sind sie sehr sexy. Für eine Cazzo-Produktion sind sie vielleicht ein bisschen zu muskulös, aber wenn sie eine gewisse Geilheit mitbringen, könnte man über einen Filmvertrag reden. (lacht)

Die Statuen und die Männer auf den Winckelmann-Bildern sind alle "weiß". Wie steht's mit People of Color oder überhaupt Diversity im Pornogeschäft? Haben Nicht-Weiße eine Chance?

Auf jeden Fall gibt es "interracial" Filme, die sind auch sehr gefragt, weil sie genau wie das Daddy/Twink-Genre Kontraste liefern, die viele spannend finden. Cazzo-Filme waren schon immer darauf bedacht, das Berliner Szenebild zu spiegeln. Wir haben kein Problem mit Darstellern "anderer" Hautfarben. Solange sie dem Bild eines Cazzo-Manns entsprechen, nehmen wir jede Farbe des Regenbogens.

Was ist denn der Cazzo-Mann?

Der hat sich verändert. In den frühen Jahren unserer Studiogeschichte ab 1996 waren es meist Skinheads: groß, schlank, Glatze, sehr "deutsch". Mittlerweile gibt es kaum noch solche Darsteller, auch weil Berlin sich gewandelt hat. Der aktuelle Cazzo-Mann ist athletisch, kurze Haare, viele Tattoos und super pervers. Egal welche Hautfarbe.

Winckelmann selbst reagierte auf neapolitanische Fischerjungen anfangs ablehnend – sie waren ihm zu "dunkelhäutig". Wie erlebst du solche Ausgrenzung auf Basis von Hautfarbe heute? Wirkt das "weiße" Schönheitsideal Winckelmanns immer noch nach?

Es gibt natürlich einige Studios, die stark darauf achten, nur weiße kaukasische Jungs zu casten, Bel Ami wäre da ein Beispiel. Viele der amerikanischen Studios mit College Boys sind auch sehr auf weiße Models fixiert. Bei Cazzo ist das nicht so, wir sind an Geilheit interessiert.

Viele der Marmormuskelmänner sind gigantisch – haben aber kleine Schwänze. Weil man nicht von den Muskeln ablenken wollte bzw. zu große Penisse damals grotesk fand. Wie wichtig sind solche Schwanz-Muskel-Verhältnisse im aktuellen Porno?

Die Schwänze sind bei diesen Statuen nicht wirklich klein, doch durch die ganzen Muskeln wirken sie so. (lacht) Also ich kenne fast niemand, der sich nicht gern einen großen Schwanz anschaut. Egal wie viele Muskeln drum herum sind. Aber das ist dann auch der Unterschied zwischen einer antiken Herkules-Statue und einer Tom-of-Finland-Zeichnung. Was einst als grotesk galt, gilt heute als besonders geil.

In der Ausstellung sind auch Pornos des 18. Jahrhunderts zu sehen. Auf einer Darstellung ficken zwei Männer, und das Zimmermädchen schaut zu und masturbiert. Ist das nicht ungeheuer modern, dass eine Heterofrau sich aufgeilt an zwei Männern beim Sex?

Ja, ich kenne das Phänomen der Pornomuttis, also Heterofrauen, die Schwulenpornos verschlingen und Fanclubs für einzelne Stars bilden. Aber ich habe keinen persönlichen Kontakt zu diesen Damen. Vermutlich suchen sie auch eher andere Sachen, als es sie bei Cazzo gibt. Die meisten sind ja eher auf "Romantic Porn" aus wie ihn CockyBoys oder Icon Male produzieren.

Direktlink | Video zum Interview: Felix Kamp in der Winckelmann-Ausstellung im Schwulen Museum*

Die Winckelmann-Ausstellung im Schwulen Museum* kombiniert recht ungeniert Pornografie mit klassischer Kunst. Um zu zeigen, wie das eine das andere inspirierte. Findest du's gut, dass heute Pornografie im Museum ausgestellt wird, oder nimmt das den Pornos den Kick?

Also, es gibt einige Pornoproduktionen, die auf jeden Fall ins Museum gehören, man denke beispielsweise an die Filme von Fred Halsted. Dessen "L.A. Plays Itself" von 1972 wurde vom MoMA in seine permanente Sammlung aufgenommen. Auch andere solche Filme gehören ins Museum, weil sie Zeitdokumente sind und Auskunft über unsere LGBT-Vergangenheit geben. Das Militärhistorische Museum Dresden plant aktuell eine Ausstellung zu "Geschlecht und Gewalt" wo auch Schwulenpornos ein Thema sind, in diesem Fall die von Cazzo.

Nimmt man den Filmen damit den erotischen Kick? Nein, gar nicht. Also ich gehe gern ins Museum und werde dort gern angegeilt. In der Winkelmann-Ausstellung ist mir das tatsächlich mehrmals passiert.

In der Ausstellung gibt's eine Abteilung "Out in Italien": Im 18. Jahrhundert sind viele homoerotisch veranlagte Männer nach Italien geflohen, um da ihre Sexualität auszuleben. Heute hat Berlin als Sexhauptstadt der Welt diesen utopischen Ruf. Was macht für dich Berlin als modernen schwulen Sexsehnsuchtsort aus? Wie wichtig war Cazzo bei der Etablierung dieses Images?

Berlin ist sehr offen und hat super viele Bars mit Darkrooms, Sexclubs und öffentliche Plätze für Sex, wie etwa das Folsom-Straßenfest. Der Berliner Sex ist schon mehr Hardcore als in anderen Städten: Fisten und Wassersport gehört hier zum Alltag.

Berlin ist seit Ende der Neunzigerjahre extrem gewachsen und hat schwulen Touristen viel zu bieten. Dadurch dass Cazzo schon immer diese versaute Berlin-Seite gezeigt hat und die Filme weltweit vertrieben wurden, haben Touristen gesehen, was in Berlin alles passieren kann und was für coole Locations es hier gibt, die man anderswo so nicht findet: mit verwaisten Industrieanlagen und alten leeren Fabrikhallen. Das hat viele neugierig gemacht. Es gibt Partys wie Snaxx, den KitKat Club und Institutionen wie das Berghain – jeder hörte davon und jeder wollte das miterleben. Vom Anstehen vorm Berghain und der Hoffnung reinzukommen bis zu supergeilen Beats und Hardcore-Sex. Auch wenn sich immer wieder CDU-Politiker lautstark darüber aufregen, hat Berlin den Ruf weg eine Stadt des "Anything Goes" zu sein und ein Eldorado wie in den Jahren der Weimarer Republik. Das stimmt zwar nicht ganz, aber es ist definitiv tourismusfördernd.

Cazzo wurde als Firma im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Bruno Gmünder GmbH gerade verkauft. Wer ist der neue Eigentümer und wie geht es weiter – und wo?

Die Verhandlungen laufen gerade und ich kann keine konkreten Aussagen dazu machen. Aber egal wer Cazzo-Film übernimmt, es wird weitergehen. So viel ist sicher. Cazzo wird weiterhin versuchen, die Geilheit und perversen Ideale von Berlin in Filme umzuwandeln.

Am Montag, den 11. September um 19 Uhr diskutiert der Cazzo-Chef zusammen mit dem Künstler Mathias Vef, Museumsgründer Wolfgang Theis, Kurator Wolfgang Corjaens sowie Kevin Clarke im Schwulen Museum* über Bezüge zwischen Pornografie und Winckelmann, Körperidealen von damals und heute sowie der Frage nach Diversität in der schwulen Partyszene. In der Einladung heißt es: "Besucher_innen des Folsom-Straßenfests sind herzlich willkommen in entsprechenden Outfits zu kommen und mitzudiskutieren bzw. neben den Gipsabgüssen der antiken Statuen zu posieren."

Infos zur Ausstellung

Winckelmann – Das göttliche Geschlecht. Ausstellung zum 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann. Noch bis zum 9. Oktober 2017 im Schwulen Museum*, Lützowstraße 73. 10785 Berlin. Öffnungszeiten: So, Mo, Mi, Fr 14-18 Uhr, Do 14-20 Uhr, Sa 14-19 Uhr, Di geschlossen.


#1 Lukas MöllerAnonym
#2 Rami Asif KhouryAnonym
  • 10.09.2017, 17:18h
  • Antwort auf #1 von Lukas Möller
  • Hallo Lukas, Du kannst das Buch überall bestellen, dazu benötigst Du die Buchnummer ISBN. Das ist die Zahl im Link, und auf der Seite steht sie auch noch mal groß und auffällig.

    Bei Amazon kopierst Du die Nummer einfach ins Suchfenster, und das Buch kommt sofort hoch.

    Beim Buchhändler musst (oder solltest) Du die Nummer sagen, das macht vieles einfacher.

    Wenn Du schon beim Buchhändler bist: Zieh doch einfach mal ganz kurz und unauffällig Dein T-Shirt hoch und zeige Deinen Bauchnabel... Zur Belohnung gibt's dann oft ein nettes Lesezeichen oder eine Papiertüte für Dein Reclamheft. Kommt aber vielleicht auch auf Deinen Bauchnabel an.

    Das Buch ist "uncut", aber es gab hier bei Queer.de und auf Wikipedia mal Kritik gegen den Herausgeber Max Kruse, weil er als Veranstalter einer Ausstellung mal eine falsche Skulptur ausstellen ließ. Deswegen zanken sich die Gelehrten nun seit zehn Jahren oder so. Das Buch sollte aber in Ordnung sein, ich habe nie von Problemen mit dem Buch gehört.

    Wenn Du dann mal so einen "Herkulestypen" auf der Strasse siehst, oder bei Rewe neben Dir am Regal: Einfach Winckelmann-Buch zeigen und erklären, dass man sich für Deine kunstgeschichtlichen Studien bitte mal ein bisschen nackig machen soll. Das sollte klappen, bzw. aus eigener Erfahung kann ich sagen: Das klappt eigentlich immer.

    Aber Vorsicht: Echte Griechen sagen Herakles statt Herkules. Denn auf Griechisch ist das nun mal eben Herakles, der Beschirmer der Sportstätten (Gyms):

    en.wikipedia.org/wiki/Gym

    Aber kein Stress, das bedeutet nicht, dass man jetzt ins Fitnesstudio rennen muss. Der eine mag einen flauschigen und weichen Bauchnabel, der andere vielleicht einen harten und glatten. Einfach ausprobieren!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Mike DresnerAnonym
#4 schiffer74Anonym
#5 schwuler NichtdtschrAnonym
  • 10.09.2017, 20:20h
  • Gut sieht er aus, Felix Kamp. :-)
    Ich wollte nur was zu dieser "daddy, twink"-Geschichte sagen. Klar, das Pornogeschaeft, wie jedes andere Geschaeft, richtet sich nach Kunden aus, und was die Kunden moegen, das bekommen sie auch, heute wie bei den alten Griechen. Aber ehrlich, und da werde ich ein bisschen theoretisch: jedEr weiss, was das fuer Hetenpornos sind in der entsprechenden Kategorie. Klar, der Unterschied: bei schwulen Pornos geht es ausschliesslich um Maenner, und nicht um Frauen.
    Aber ich persoenlich, aber das bin nur ich, denke mir oefters bei einigen Pornos, die nichts mit der daddy-twink-Geschichte zu tun haben - die mir also gefallen, denn den barely legal-Sche* mag ich nicht, wenn nur die Darsteller schweigen wuerden, anstatt irgendwelchen abtoernenden Bloedsinn zu sagen, der das ganze fuer mich einfach ruiniert. Aber das bin ja nur ich.
    Gruss
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#6 Patroklos
  • 10.09.2017, 22:00h
  • Wenn ich mir hin und wieder mal Schwulenpornos anschaue, dann gehe ich meistens auf Seiten, bei denen man die passende Kategorie auswählt und Twinks gehören nicht mit dazu. Männer mit vielen Tattoos sind auch nicht mein Fall.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 schwuler NichtdtschrAnonym
#8 MuskeldieterAnonym
  • 10.09.2017, 22:44h
  • Antwort auf #5 von schwuler Nichtdtschr
  • Ich finde das ganz schön gemein von Dir! :(

    Nur weil Jungs ein bisschen kräftiger sind, sollen sie schweigen, "anstatt irgendwelchen abtoernenden Bloedsinn zu sagen"??

    Weisst Du was, ich hab das früher häufiger erlebt, das so Burschen wie Du einem das vor den Kopf geknall haben.

    Frei nach dem Motto "Dumm f0ckt gut"!

    Da fing das sogar hier schon auf Queer an mit solchen Sprüchen.

    Und dann habe ich mir das Winckemann-Buch gekauft, das steigert das Selbstbewusstsein nämlich ungemein! Und beim nächsten Mal wenn einer so was gesagt hat, habe ich dann geantwortet: Nein!, Ich will nicht nur Dein Affe sein! Ich bin ein Mensch! Ich habe auch Rechte! Menschenrechte, wie in Griechlanland!

    Das kann ich überhaupt nur allen empfehlen die wie ich früher gehänselt und "begehrt" werden, nur wegen ihrer Muckies.

    Nicht nachgeben, nicht den Doofie spielen für die! Erst habe ich mir Winckelmann geholt, dann die Ilias von Homer, dann Goethes "Iphigenie auf Tauris" (2 Euro). Iich habe Rotz und Wasser geheult bei "Iphigenie auf Tauris"! Die soll nämlich in Tauris (das heute die Krim, also sehr weit weg von daheim) ihre eigenen Landsleute opfern für so einen irren Kult, und Iphigenie sagt dann: Nein! Stopp! Das mache ich nicht mehr! Ich sehe es nicht ein! Ich will das ihr mich wie einen Menschen behandelt und ich will auch andere so behandeln sofort!
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#9 OutAndProud
  • 10.09.2017, 23:00h
  • Antwort auf #4 von schiffer74
  • ""Es ist so ABARTIG was die Griechen da gemacht haben mit diesen Statuen! Ich als über Vierzigjähriger musste erst mal schlucken. Und dann stehen die Leute da herum, Frauen mit Kindern, und schauen sich das an.""

    Und was daran ist "abartig" oder wolltest du "entartet" sagen ?
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#10 Patroklos