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Einzelkommentar zu:
Trauer und Gedenken sind nicht glamourös


#1 Homonklin44Profil
  • 11.09.2017, 09:05hTauroa Point
  • Wer die Berufsschwulen sind, weiß ich ja nicht. Aber vielleicht liegt das an einem allgemeingesellschaftlichen Trend, und ein bisschen daran, dass die "Community" eine Art Phantom oder Phänomen ist, dessen Schwarmverhalten nur funktioniert, wenn es Gelegenheiten zur Unterhaltung gibt.
    Der allgemeingesellschaftliche Trend geht schon lange in Richtung Überpositivierung, das 'Negative' vermeiden, Geschichte unter einem Schlussstrich ruhen zu lassen und die rosabunte Brille mit Nachdruck zu tragen.
    Darunter werden dann gern die Dinge verborgen, an die man lieber nicht (mehr) denkt.

    Etliche Menschen haben ein unbalanciertes Verhältnis zu Trauer und zur unbequemen Wirklichkeit. Es wird ihnen in der heutigen Zeit so anerzogen. Alles Traurige gehört zum Psychologen, in Kliniken oder auf den Friedhof. Zu lange oder zu doll Trauer zu leben, gilt als Zeichen für Korrekturbedarf, als ungesunde Sache.

    Anderes Thema, aber sowas ist mir immer an Gayforen aufgefallen, wenn ein Thema über HIV/Aids eingestellt wurde. Da sind dann von den üblichen 20-30 Diskutant*innen vielleicht 2-5 erschienen.
    Vielleicht ist das mit geschichtlich relevanten Terminen so ähnlich. Oder aber die LGBTIQ-Schwarmlogistik funktioniert nur, wenn es auch was zu lachen gibt. Anstand ist letztlich doch eher "out".

    Trauer auf Kommando funktioniert allerdings auch nicht. Wie viele Menschen mögen nach 75 Jahren noch da sein, die eine innige, persönlich betroffene Verbindung zu den Ermordeten spüren? Ihre Verwandten, deren Nachkommen evtl... und dann lässt sich das spärliche Auftreten dort mit dem Besuch vergleichen, den betagte Menschen in Altersheimen erhalten. Nit wenige warten dort vergebens auf das Erscheinen der erwachsenen Kinder und Enkel.

    Gedanken aus dem Abseits.
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