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"Leben und lieben ohne Bevormundung"

Aktionstag gegen "Marsch für das Leben"

Das vom LSVD unterstützte "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" ruft zum Protest gegen Abtreibungs- und Homo-Gegner auf.


Der sogeannte "Marsch für das Leben" kämpft mit Holzkreuzen gegen Abtreibung (Bild: flickr / Nic Frank / by 2.0)

Am Samstag (16. September) findet am Brandenburger Tor in Berlin der Aktionstag "Leben und lieben ohne Bevormundung" statt. Damit wehrt sich das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" gegen den zeitgleich stattfindenden "Marsch für das Leben", mit dem Abtreibungsgegner seit Jahren für ein Verbot des Schwangerschaftsabbruchs demonstrieren.

Der "Marsch für das Leben" wird vornehmlich von christlich-fundamentalistischen Gruppen und erzkonservativen Politikern organisiert, die sich auch gegen LGBTI-Rechte einsetzen; so beteiligt sich etwa die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch seit Jahren maßgeblich an der Veranstaltung, bei der Teilnehmer Holzkreuze durch die Stadt tragen, aber auch Teile der Union wie die Untergruppe Christdemokraten für das Leben (CDL) marschieren mit. 2014 sorgte der damalige Berliner LSU-Chef Jurgen Daenens mit seiner Teilnahme für Kritik selbst innerhalb seiner Organisation (queer.de berichtete). Daenens gab kurze Zeit später den LSU-Vorsitz ab (queer.de berichtete).

Das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" war 2012 als Reaktion auf den "Marsch für das Leben" gegründet worden und wird von einem breiten Spektrum aus Beratungsstellen,Verbänden, Gewerkschaften und politischen Organisationen unterstützt, darunter auch der Humanistische Verband, Pro Familia und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Hauptanliegen ist der Kampf gegen die von "christlich-fundamentalistischen Gruppierungen angestrebte Kriminalisierung und moralisch-gesellschaftliche Ächtung von Schwangerschaftsabbrüchen", aber auch das Ende der Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten. Das Motto lautet: "Wir wollen leben und lieben ohne Bevormundung!"

Bündnis beklagt "Angriffe aus der sogenannten Lebensschutzbewegung"

Die Mitglieder des Bündnisses kritisieren, dass die Abtreibungsgegner derzeit immer militanter werden würden: "Seit einigen Jahren erleben wir Angriffe aus der sogenannten Lebensschutzbewegung auf Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, auf Beratungsstellen oder gar auf hilfesuchende Frauen, denen quasi vor der Praxis aufgelauert wird", erklärte Ines Scheibe, die Gründerin des "Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung". (pm/dk)

Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung 2017

Samstag, 16. September. Treffpunkt: 12 Uhr am Brandenburger Tor (Pariser Platz, Berlin). Mehr Infos auf der Facebook-Eventseite


#1 MariposaAnonym
  • 12.09.2017, 10:30h
  • Ich finde es ätzend, daß zwei ziemlich verschiedene Themen von diesen sogenannten Christen immer in einen Topf geworfen werden. Ich bin auch gegen Abtreibung, wenngleich in keinster Weise fanatisch. Bei diesen Gestalten ist es ziemlich unglaubwürdig, weil sie keinerlei soziale Kompetenz besitzen und sich etwa um Kinderarbeit in der dritten Welt einen Dreck scheren und sie "geborenes Leben" oftmals nicht interessiert (wie etwa Flüchtlinge, die keine Christen sind). Denen geht es nur um Hetze.
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#2 Homonklin44Profil
  • 12.09.2017, 11:33hTauroa Point
  • Man kann ja gegen Abtreibung sein, oder sie zumindest kritisch hinterfragen. Ich mag die Praxis auch nicht überall, kann sie aber unter einer Reihe bestimmter Voraussetzungen nachvollziehen.

    Diie "Lebensschützer" machen sich diese Beurteilung recht leicht. Sie würden nicht auch etwa finanziell oder sozial für die Kinder aufkommen, welche durch Alternativen zur Abtreibung entstehen, und für welche die Mutter nicht da sein kann. Weil sie vielleicht selbst noch ein Kind ist, geistig/körperlich nicht dazu befähigt, von Drogen abhängig, erkrankt, oder das Kind durch Vergewaltigung entstand ect.

    Selbstbestimmung und Abtreibung sind kollidierende Themen. Wäre Eileiter- bzw- Samenleiter-Durchtrennung als Vorsorge nicht eine praktikable Lösung, bis der Wunsch nach Nachwuchs eindeutig steht? Mit der modernen Planung ist es machbar, dass das Kind dann werden kann, wenn es in die Lebensplanung passt.

    Für alle Fälle gilt das natürlich nicht.
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#3 andreAnonym
  • 12.09.2017, 20:37h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Ich glaube, bei Eileiter.-und Samenstrangdurchtrennung erübrigt sich das Thema Vorsorge für immer. Da muß man nichts mehr planen, wie Du meinst, im letzten Teil Deines Beitrages. Gestern eine Bekannte hier in Pattaya gefragt, was Sie für eine Wunde am Oberarm hat. Sie hat sich ein Hormonstäbchen einpflanzen lassen. Die "Unfruchtbarkeit" hält 3 Jahre an. Gleich gegooglt, weil es mich interessiert. In Deutschland machen nur 1% der Frauen davon Gebrauch. Ich meine, mit solchen Möglichkeiten kann man doch zuverlässig und lange voraus planen.
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#4 TheDadProfil
  • 12.09.2017, 22:30hHannover
  • Antwort auf #1 von Mariposa
  • ""Ich bin auch gegen Abtreibung, wenngleich in keinster Weise fanatisch.""..

    Genau dieser Fanatismus ist aber das Problem..

    Wenn sich dann Leute wie der Organisator Martin Lohmann darauf berufen, man dürfe nicht abtreiben, denn die Schwangerschaft und frühe tot eines schwerkranken Kindes gehöre "zum Plan Gottes", und sei eine "Prüfung der Eltern"..

    Während gleichzeitig auch "katholische Krankenhäuser und Kliniken" Abtreibungen von Kindern vornehmen die an Trisomie-21 erkrankt sind, und damit die Selektion von der Rampe in Auschwitz in deren OP-Säle verlegt haben..

    Wenn die Tatsache das am Ende 300.000 dann verbotene Abtreibungen dann auch zu 300.000 mehr Kindern führt, für die man laut Lohmanns Worten "dann schon Lösungen finden wird", anstatt sich klar und eindeutig dafür einzusetzen das für ALLE diese Kinder dann auch Adoptiv-Eltern gefunden werden müßten, und zwar auch LGBTTIQ*-Menschen, damit sie in Familien aufwachsen, und nicht in irgendwelchen Heimen untergebracht als billige Arbeitskräfte oder künftige Missbrauchs-Opfer zur Verfügung stehen..

    Wenn man endlich mal einsieht das Abtreibung zunächst einmal ausschließlich in der Entscheidung der jeweiligen betroffenen Frau liegt, und nicht in den Händen solcher Leute wie Lohmann, von Storch und Consorten..

    Wenn man die Entscheidung einer Frau ein Kind nicht aushalten zu können das durch Vergewaltigung gezeugt wurde, endlich akzeptieren würde..

    Wenn man sich mal darum kümmert das für alle Kinder die gleichen Chancen zur Verfügung stehen, und hier vor allem mehr Geld..

    Dann könnte man die Diskussion oder Debatte um die Abtreibung noch einmal neu führen..

    Unter den derzeitigen Bedingungen und vor allem unter den derzeitigen Zielen die Leute wie Lohmann, von Storch &Co verfolgen, jedoch auf gar keinen Fall..
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