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Frage zur Ehe für alle

In der ARD-"Wahlarena" gibt Merkel die Schwulenmutti

Die Bundeskanzlerin verspricht einem schwulen Fragesteller ihr Engagement gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen: "Sie werden mich da immer auf Ihrer Seite haben."


Bundeskanzlerin Angela Merkel will nicht, dass Lesben und Schwule "schief angeguckt" werden

Vor vier Jahren noch meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der ARD-"Wahlarena", dass sie sich wegen des Kindeswohls mit einem gemeinschaftlichen Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare "schwer tut". Am Montagabend wurde sie im Bürgertalk zur diesjährigen Bundestagswahl erneut mit dem Thema konfrontiert – und zeigte, dass sie zumindest teilweise dazulernen kann.

Ein schwuler Fragesteller wollte von Merkel wissen, warum sie im Bundestag gegen die Ehe für alle stimmte. Ihr "Nein" habe eine "Strahlkraft, die so negativ ist für Schwule und Lesben und ihre Akzeptanz", meinte der Mann, der sich mit seinem Partner um einen Pflegesohn kümmert, unter Beifall des Publikums. "Das ist für mich nicht verständlich."

"Meine Meinung völlig geändert"

Die Kanzlerin räumte ein, seit dem letzten "Wahlduell" nachgedacht zu haben. "Gerade aufgrund dieser Pflegefragen habe ich meine Meinung völlig geändert", meinte Merkel mit Bezug auf das Adoptionsrecht. Wie schon bei früheren Anlässen in den letzten Wochen verwies sie jedoch auf den Grundgesetz-Artikel zum Schutz der Ehe, der "auf Mann und Frau ausgerichtet" sei.


Der schwule Pflegevater in der ARD-"Wahlarena"

"Ich bin da in der Minderheit. Vielleicht ist das auch eine Altersfrage, ich weiß es nicht", meinte Angela Merkel fast entschuldigend. Sie erwarte keine Dankbarkeit, dass sie die Abstimmung über die Ehe für alle freigegeben habe. "Aber ich bin froh, dass jetzt eine zufriedenstellende Situation da ist und dass, glaube ich, die Befriedung gegeben ist."

Dann wandte sich die Bundeskanzlerin direkt an den schwulen Fragesteller: "Ich möchte keinerlei Diskriminierung, und ich freue mich für Sie. Und ich hoffe, dass mit der Eheschließung dann und der Adoptionsmöglickeit auch wirklich die Diskriminierung vorbei ist." Wenn Lesben und Schwule etwa "schief angesehen" werden, versprach Merkel: "Sie werden mich immer auf der Seite haben, wenn da trotzdem noch eine mentale Diskriminierung da ist. Da werde ich Sie immer unterstützen."

Als der Fragesteller anschließend noch einmal ihr Abstimmungsverhalten kritisierte, meinte Merkel: "Damit muss ich jetzt leben. Das ist ja auch gut, dass wir das so aussprechen." (cw)

Direktlink | Die komplette "Wahlarena" in der ARD-Mediathek, ab 01:04:55 geht es um die Ehe für alle



#1 TimonAnonym
  • 12.09.2017, 09:45h
  • "Sie werden mich da immer auf Ihrer Seite haben."

    Und warum hat Angela Merkel dann GEGEN die Eheöffnung gestimmt?

    Und warum verweigert Angela Merkel einen besseren Diskriminierungsschutz, eine Reform des Transsexuellengesetzes, ein Verbot sog. Konversionstherapien, eine Aufnahme der Merkmale "sexuelle Identität" und "sexuelle Orientierung" in Art. 3 GG, etc.?

    Angela Merkel ist bekannt dafür, im Wahlkampf jedem alles mögliche zu versprechen. Aber wieso hat die das dann nicht schon die letzten 12 Jahre getan?!

    Angela Merkel braucht uns nicht auch noch für dumm zu verkaufen...
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#2 Patroklos
  • 12.09.2017, 09:56h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Sie hat sich gestern Abend in der ARD-Wahlarena ganz gut geschlagen und eingeräumt, daß sie nicht in allen Bereichen adäquate Lösungen parat hat. Das bei der Frage nach dem Tierschutz und den Tierversuchen der Fall. Mal schauen wie Martin Schulz sich am nächsten Montag anstellt. Heute Abend ist er in der ZDF-Wahlsendung "Klartext, Herr Schulz!" zu sehen:

    www.zdf.de/politik/wahlen/klartext-schulz-100.html

    Ob es auch eine Frage zur LGBTIPA-Thematik gibt, bleibt abzuwarten.
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#3 LinusAnonym
  • 12.09.2017, 10:09h
  • "Die Bundeskanzlerin verspricht einem schwulen Fragesteller ihr Engagement gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen"

    Dann koennen wir ja erwarten, dass sie nach der Wahl endlich die Ausnahmen im AGG, die Kirchen explizit Diskriminierung ermoeglichen, abschaffen wird...

    Ups, sie regiert ja schon seit 12 Jahren und haette das laengst tun koennen. Dann ist das wohl doch nur Wahlkampf-Gelaber.
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#4 LinusAnonym
  • 12.09.2017, 10:25h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • "und eingeräumt, daß sie nicht in allen Bereichen adäquate Lösungen parat hat."

    Das ist aber ihr Job, die Probleme zu loesen. Und als Regierungschefin hat sie dazu jede Gelegenheit. Wenn sie dazu nicht faehig ist, soll sie halt den Platz fuer faehigere Leute freimachen, die sich zumindest einsetzen und nicht sich nicht schon vorher rausreden, dass sie ja eigentlich gar keine Antworten auf die draengenden Fragen unserer Zeit haben.
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#5 TheDadProfil
  • 12.09.2017, 11:09hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • ""Sie hat sich gestern Abend in der ARD-Wahlarena ganz gut geschlagen und eingeräumt, daß sie nicht in allen Bereichen adäquate Lösungen parat hat. ""..

    Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen ""nicht in allen Bereichen adäquate Lösungen parat"" haben, und sich wegen einer Faktenresistenz in eine Beratungsresistenz zu flüchten und dann in eine Verweigerungshaltung abzudriften..

    Diskriminierung ist nicht damit vorbei indem Schwule und Lesben nun heiraten dürfen, und man alles andere einfach so weiter laufen läßt..
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#6 Simon HAnonym
  • 12.09.2017, 12:08h
  • "Meine Meinung völlig geändert"

    Angela Merkel hat nicht ihre Meinung geändert, sondern sie dreht ihr Fähnlein nach dem Winde, so wie es gerade angesichts der öffentlichen Meinung opportun ist.

    So macht sie das immer und so hat sie das zuvor auch schon bei Atomausstieg, Wehrpflicht, etc. gemacht.

    Deswegen sind solche Opportunisten ja so erfolgreich: weil sie keinerlei Positionen haben und sich jeder Stimmung anpassen. Alles nur für den Machterhalt - um etwas anderes geht es solchen Menschen nicht.

    Würde plötzlich eine Mehrheit die Eheöffnung ablehnen, wäre Angela Merkel die erste die dagegen klagt. Denn für ihren persönlichen Vorteil gehen solche Opportunisten über Leichen.
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#7 Simon HAnonym
  • 12.09.2017, 12:15h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Volle Zustimmung.

    Die Eheöffnung ist ein wichtiger Schritt, aber nur ein erster Schritt, dem jetzt noch weitere folgen müssen.

    Von einer Reform des Antidiskriminierungsgesetzes und Transsexuellengesetzes über ein Verbot von "Homoheilungs"-Therapien bis zu mehr Aufklärung an Schulen und einem nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie.

    Daran wird sich jede kommende Regierung messen lassen müssen. Und wer mit der Union koaliert und das nicht durchsetzt, macht sich ebenso unwählbar....
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#8 Patroklos
  • 12.09.2017, 13:11h
  • Antwort auf #4 von Linus
  • Dennoch ist es eine Stärke, zuzugeben, daß man bzw. frau auf ein bestimmtes Themengebiet keine Antwort hat, anstatt etwas vom Pferd zu erzählen, was hinterher nicht stimmt. Politiker sind nämlich keine Maschinen, auch wenn manche denken, es sei anders.
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#9 AchsoAnonym
  • 12.09.2017, 13:14h
  • Antwort auf #7 von Simon H
  • "Die Eheöffnung ist ein wichtiger Schritt, aber nur ein erster Schritt, dem jetzt noch weitere folgen müssen."

    Hast du Merkel nicht zugehört. Mit der Eheöffnung ist jetzt auch mal gut mit Schwulenrechten, alles ist erreicht!
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#10 Simon HAnonym