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Ed Murray gibt auf

Missbrauchsvorwürfe: Schwuler Bürgermeister von Seattle tritt zurück

Fünf Männer werfen dem Demokraten Ed Murray vor, sie vor Jahrzehnten als Minderjährige missbraucht zu haben. Der 62-Jährige streitet alle Vorwürfe ab.


Ed Murray bei einer Protestaktion gegen "Proposition 8" im Jahr 2008 (Bild: Joe Szilagyi / flickr)

Ed Murray ist am Dienstag als Bürgermeister von Seattle zurückgetreten, nachdem ein weiterer Mann den Kommunalpolitiker des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatte. Der offen schwule Demokrat und LGBTI-Aktivist hatte das Amt dreieinhalb Jahre inne.

Kurz vor dem Rückzug war bekannt geworden, dass ein Vetter Murrays nach Angaben der Regionalzeitung "Seattle Times" erklärt hatte, er sei in den Siebzigerjahren vom späteren Politiker zum Sex gezwungen worden – der jetzt 54-jährige Mann soll damals gerade 13 Jahre alt gewesen sein, Murray 21 Jahre.

Bereits seit April hatten insgesamt vier Männer dem Bürgermeister der 700.000 Einwohner zählenden Stadt an der Westküste Amerikas ebenfalls sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Alle bisherigen Beschuldiger waren Männer mit langen Vorstrafenregistern, die angeblich vom Bürgermeister in den Achtzigerjahren als Jugendliche aus einem sozial schwierigen Umfeld vom späteren Politiker angesprochen und gegen Bezahlung zum Sex genötigt worden seien.

"Die Vorwürfe sind nicht wahr"

Murray wies stets alle Vorwürfe zurück, kündigte aber bereits im Mai an, sich im November diesen Jahres nicht der Wiederwahl zu stellen (queer.de berichtete). Am Dienstagnachmittag gab Murray via Pressemitteilung schließlich seinen Rücktritt zum Mittwoch um 17 Uhr Ortszeit bekannt: "Die Vorwürfe gegen mich sind zwar nicht wahr, aber es ist wichtig, dass meine persönlichen Angelegenheiten nicht die Arbeit der Stadtverwaltung stören", so Murray. Bis zum Ende von Murrays Amtszeit im Januar 2018 wird Stadtrat Bruce Harrell kommissarisch den Posten des Bürgermeisters übernehmen.

Murray gilt als linksliberaler Demokrat, der sich in der Vergangenheit insbesondere für soziale Gerechtigkeit und LGBTI-Rechte engagierte. Als Abgeordneter und Senator des Staates Washington setzte er sich nach der Jahrtausendwende etwa erfolgreich für Lebenspartnerschaften und ein Antidiskriminierungsgesetz ein. Als er Ende 2013 zum Bürgermeister gewählt wurde, setzte er unter anderem sein Wahlkampfversprechen um, den Mindestlohn innerhalb der Stadt auf 15 Dollar zu erhöhen (der nationale Mindestlohn beträgt mit 7,25 Dollar weniger als die Hälfte). Viele Anhänger Murrays hatten in den vergangenen Monaten die Sex-Vorwürfe stets als politisch motivierte Angriffe betrachtet, die von rechten Gegnern des Bürgermeisters inszeniert worden seien. (dk)

Direktlink | Ein Lokalsender berichtet von den Vorwürfen gegen Murray



#1 Patroklos
  • 13.09.2017, 10:08h
  • Seattles Bürgermeister Ed Murray hat das Richtige getan, um von seinen Gegnern nicht noch mehr in die Schußlinie gedrängt zu werden.

    Wichtig ist nun, zu prüfen, ob an diesen Vorfällen etwas dran ist oder sich am Ende herausstellt, daß Ed Murray unschuldig ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 hugo1970Profil
  • 14.09.2017, 13:20hPyrbaum
  • So versuchen die gegner der Menschenrechte die Menschen, die erfolgreich im Kampf für Menschenrechte sind mit Lügen übelst zu diffamieren.
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