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Edie Windsor

Die Mutter der amerikanischen Ehe für alle ist tot

Edie Windsor war eine der charismatischsten LGBTI-Aktivistinnen, die seit Jahrzehnten für die Gleichberechtigung kämpfte. Selbst Barack Obama und Hillary Clinton verneigen sich vor der Bürgerrechtlerin.


Edie Windsor nahm noch im Juni diesen Jahres am Hauptstadt-CSD in Washington teil (Bild: Rex Block / flickr)

Die prominente LGBTI-Aktivistin Edie Windsor, eine der Vorkämpferinnen für die Ehe-Öffnung in den USA, ist am Dienstag im Alter von 88 Jahren in Manhattan gestorben. Das gab ihre Ehefrau Judith Kasen-Windsor bekannt, die sie im vergagnenen Jahr geheiratet hatte. "Ich habe meine geliebte Ehefrau Edie verloren und die Welt hat eine kleine, aber taffe Kriegerin für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichbehandlung verloren", so Kasen-Windsor in einer Pressemitteilung über ihre 1,52 Meter große Frau. "Edie war das Licht meines Lebens. Sie wird immer das Licht für die LGBTQ-Community sein, die sie so sehr geliebt hat und die geliebt wurde." Kasen-Windsor machte keine Angaben über die Todesursache.

Die 1929 in Philadelphia als Tochter jüdisch-russischer Immigranten geborene Bürgerrechtlerin, die sich seit den Siebzigerjahren öffentlich für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben eingesetzt hat, sorgte 2013 für Schlagzeilen, als sie vor dem amerikanischen Supreme Court einen Prozess gegen die Bundesverwaltung gewann (queer.de berichtete). Sie hatte geklagt, weil sie nach dem Tod ihrer damaligen Ehefrau, die sie zuvor in Kanada geheiratet hatte, 363.000 Dollar Erbschaftssteuern an Washington abführen sollte – als Heterosexuelle hätte sie aber keinen einzigen Cent zahlen müssen.

Die Höchstrichter entschieden damals, dass es sich bei dieser Ungleichbehandlung um eine verfassungswidrige Diskriminierung handelte. Damit kippten die Richter eine euphemistisch "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) genannte Regelung, die es der Bundesverwaltung untersagte, gleichgeschlechtliche Ehen oder Lebenspartnerschaften anzuerkennen. Mit ihrem Sieg vor dem höchsten Gericht der USA schaffte es Windsor unter anderem in die "Time"-Liste der Personen des Jahres (queer.de berichtete).

Der Prozess "United States versus Windsor" führte dazu, dass LGBTI-Paare in vielen Bundesstaaten erfolgreich auf Öffnung der Ehe klagten. Schließlich erklärte der Supreme Court im Juni 2015, dass das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben bundesweit gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der Verfassung verstoße – und alle 50 Bundesstaaten damit die Ehe öffnen mussten (queer.de berichtete).

Direktlink | Bericht über Edie Windsor von NBC News

Obama: "Wenige haben so viel bewegt in Amerika"

Viele Politiker würdigten Windsors Einsatz für Bürgerrechte. Ex-Präsident Barack Obama schrieb etwa auf Facebook, Windsor habe sich "nicht für eine Sonderbehandlung, sondern für Gleichbehandlung" von Schwulen und Lesben eingesetzt. "Wenige waren von ihrer Statur her so klein wie Edie Windsor – und wenige haben so viel bewegt in Amerika", so Obama.

Auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton würdigte die Aktivistin: "Edie Windsor hat der Welt gezeigt, dass Liebe Veränderung herbeiführen kann. Wir werden sie sehr vermissen", so Clinton auf Twitter.

Auch andere LGBTI-Aktivisten trauerten nach der Todesmeldung: Die Organisation GLAAD bezeichnete Windsor als "Heldin", deren Kampf für Gleichberechtigung "für immer in Erinnerung bleiben wird". Die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organisation der Vereinigten Staaten, dankte Windsor auf Twitter dafür, "den Lauf der Geschichte verändert zu haben". (dk)

Twitter



#1 WerZuerstAnonym
  • 13.09.2017, 13:44h
  • Ich warte nur darauf, dass jemand schreibt, dass sei eine Schwulenmutti!
    Oder gilt das nur ''bestimmten'' Aktivistinnen?

    Danke für Ihren Einsatz :-)
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#2 TheMumProfil
  • 13.09.2017, 14:20hHannover
  • Ein großer und schmerzlicher Verlust. Ruhe in Frieden, liebe Edie. Du warst für alle Lesben auf der Welt ein großes Vorbild und ein wunderbarer Mensch. Auch andere Aktivisten oder solche die sich dafür halten, sollten sich an dir, deinem Werk und deiner ganzen wundervollen Art ein Vorbild nehmen. Much love! :-)
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#3 thinkaboutitAnonym
#4 WerZuerstAnonym
  • 13.09.2017, 16:11h
  • Antwort auf #3 von thinkaboutit
  • Als ob ich nicht selbst wüsste, dass sie lesbisch war.

    Dann weißt du ja nun wie Diskriminierung entsteht. Wäre sie zufällig hetero gewesen, hätte irgend jemand (zum Beispiel OutAndProud) sie als Schwulenmutti betitelt!
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#5 TheDadProfil
#6 OrthogonalfrontAnonym
#7 TimonAnonym
  • 13.09.2017, 20:14h
  • Schön, dass sie die Eheöffnung noch erlebt hat.

    Möge sie in Frieden ruhen. Sie und ihr bis ins hohe Alter andauernder Kampf werden niemals vergessen werden.
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#8 WerZuerstAnonym
  • 13.09.2017, 20:17h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Eine ''angeblich'' unbekannte Frau, die trotz ihres hypothetischen Hetero seins (male ich mir das mal aus) sich für LGBT hätte einsetzen können, wie zum Beispiel Frau Hoppenheit. Frau Windsor wurde durch Antisemitismus diskriminiert.
    Das alleine machte sie schon aufmerksam für soziale Schieflagen! Was wohl die Grundlage dafür war, sich später für die Schwulen- und Lesbenbewegung einzusetzen, als sie zusätzlich durch ihr lesbisch sein diskriminiert wurde. Was dann später in ihrer Klage gipfelte.

    Und selbst Frau Hoppenheit ist keine Schwulenmutti. Das ist eine diskretitierende Bezeichnung für eine Frau, die sich aktiv für uns einsetzt.
    Möchte ich hier einfach betonen.
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#9 IwillNotAnonym
#10 Patroklos