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Wahlversprechen vor Einlösung

Frankreich will Lesben bei künstlicher Befruchtung gleichstellen

Die Macron-Regierung kündigt an, dass im kommenden Jahr auch lesbische Paare ein Recht auf In-Vitro-Fertilisation erhalten sollen.


Ein bisschen mehr Gleichstellung: In Frankreich soll es Lesben einfacher gemacht werden, Kinder zu kriegen (Bild: ZEISS Microscopy / flickr)

Lesbische Paare sollen laut der französischen Regierung ab dem kommenden Jahr mit Heterosexuellen bei der Frage der künstlichen Befruchtung gleichbehandelt werden. Das kündigte Marlène Schiappa, die für Gleichstellungspolitik zuständige Staatssekretärin, am Dienstag im Sender BFM-TV an. Sie versprach damit, dass Präsident Emmanuel Macron sein Wahlkampfversprechen einhalten werde.

Laut Schiappa plant die Regierung in einer Bioethik-Gesetzesreform auch eine Ausweitung der künstlichen Befruchtung auf alleinstehende Frauen. Derzeit steht die sogenannte In-Vitro-Fertilisation in Frankreich nur heterosexuellen Paaren zur Verfügung, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können. Lesben müssen, wie auch in Deutschland, für eine derartige Behandlung in benachbarte Länder wie Belgien oder die Niederlande ausweichen.


Marlène Schiappa ist seit Mai Gleichstellungsstaatssekretärin im Kabinett von Premierminister Édouard Philippe (Bild: Nantilus / wikipedia)

Gleichbehandlung bereits von Hollande-Regierung geplant

Eigentlich hatte der frühere Präsident François Hollande bereits bei seiner Wahl versprochen, Lesben mit der 2013 vollzogenen Ehe-Öffnung auch bei der künstlichen Befruchtung gleichzustellen. Nach scharfen Protesten knickte er in dieser Frage aber ein.

Inzwischen hat sich aber immer mehr ein gesellschaftlicher Konsens herauskristallisiert, um allen Frauen die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung zu gewähren. Der französische Ethikrat sprach sich etwa bereits im Juni dafür aus. Auch laut Umfragen gibt es eine satte Mehrheit für die Gleichstellung. Widerstand kommt lediglich aus rechtskonservativen Organisationen und Parteien sowie von der katholischen Kirche – also aus der selben Ecke wie der Widerstand gegen die Ehe für alle vor wenigen Jahren.

Auch in Deutschland werden lesbische Paare bei der Frage der künstlichen Befruchtung benachteiligt – mit der Ehe-Öffnung wird diese Diskriminierung nicht aufgehoben. Im vergangenen Jahr weitete die damalige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zwar die Krankenkassen-Beihilfen für künstliche Befruchtung auf nicht verheiratete Paare aus – allerdings nur auf heterosexuelle (queer.de berichtete). Deutsche Lesben dürfen ihre im Ausland durchgeführten künstlichen Befruchtungen auch nicht von der Steuer absetzen (queer.de berichtete).

Im Gegensatz zu Deutschland hat Österreich bereits 2015 im Fortpflanzungsmedizingesetz heterosexuelle und lesbische Frauen gleichgestellt (queer.de berichtete). (dk)



#1 FelixAnonym
  • 14.09.2017, 00:50h
  • Richtig so.

    Wieso sollen lesbische Frauen nicht dieselben Rechte bekommen, wie heterosexuelle?!

    Es wird Zeit, dass das auch in Deutschland kommt.
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#2 NessieAnonym
  • 14.09.2017, 11:03h
  • Man muss sich das mal ganz langsam vorsprechen:

    Lesben dürfen bald etwas, das Heteras schon immer durften.

    Die komplette rechtliche Gleichstellung muss zumindest in westlichen Demokratien endlich flächendeckend Realität werden!

    Wenn den Christen dann der Kopf platzt: selber schuld.
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#3 SoIstEsAnonym
  • 14.09.2017, 14:37h
  • Antwort auf #2 von Nessie
  • Danke, da sprichst du aus, was ich denke.
    Warum dürfen wir nicht das ganze ''Bonbon'' haben? Wieso gibt man uns nur ein Viertel davon? Und in Frankreich ist die Ehe für alle schon länger geöffnet.
    Das ist ein Widerspruch.
    Entweder die ganze Gleichstellung oder die ganze Gleichstellung.

    Dass Homosexualität was ganz natürliches ist und niemandem schadet, ist längst bewiesen.
    Also: GLEICHSTELLUNG BITTE.
    UND ZWAR NICHT NUR IN FRANKREICH.
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