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Wegen Krankheit

LGBTI-Ermittler der UN erklärt seinen Rücktritt

Nach nur einem Jahr im Amt zieht sich Vitit Muntarbhorn als erster UN-Ermittler für LGBTI-Rechte aus gesundheitlichen Gründen zurück.


Vitit Muntarbhorn gibt zum 31. Oktober seinen UN-Posten auf (Bild: UN)

Professor Vitit Muntarbhorn, der erste LGBTI-Ermittler der Vereinten Nationen, hat seinen Rücktritt von dem Amt bekannt gegeben. In einem auf den 8. September datierten Schreiben an den UN-Menschenrechtsrat begründete der Thailänder seinen Schritt mit persönlichen Gründen.

"Der Hauptgrund für meinen Rücktritt ist eine Krankheit: Ich habe mich in den letzten Monaten nicht wohl gefühlt und war auch schon im Krankenhaus", so der 64-Jährige in dem Brief. "Ich bin jetzt wieder auf dem Weg zur Genesung, möchte aber kürzer treten." Außerdem gebe es in seiner Familie einen weiterhin Krankheitsfall, der seine Zeit und Energie in Anspruch nehme.

Der Menschenrechtsexperte Vitit Muntarbhorn, der Jura an der renommierten Chulalongkorn-Universität in Bangkok lehrte, hatte den neu eingerichteten Posten des LGBTI-Ermittlers bei der UN im Herbst letzten Jahres übernommen (queer.de berichtete). Seine Aufgabe war es, die Wahrung der Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in aller Welt zu überwachen.

Homophobe Staaten waren über Einrichtung des Postens erzürnt

Homophobe Staaten hatten mehrfach versucht, Vitit Muntarbhorn als LGBTI-Ermittler abzusetzen. Im Dezember konnte er sich nur mit knapper Mehrheit von 84 gegen 77 Stimmen im Amt halten – für den Professor stimmten vor allem westliche Staaten inklusive Deutschlands, gegen den Ermittler votierten die meisten afrikanischen Staaten sowie China und Russland (queer.de berichtete).

Der Rücktritt soll zum 31. Oktober in Kraft treten. Es ist noch völlig unklar, wer die Nachfolge von Muntarbhorn antreten könnte und ob homophobe Staaten erneut versuchen werden, den Posten abzuschaffen.

LGBTI-Aktivisten zeigten sich enttäuscht über den Rückzug. Seine Arbeit sei aber "nur der Anfang" gewesen, ist sich Jessica Stern von der internationalen LGBTI-Organisation OutRight Action International sicher. "Er hat eine starke Grundlage gelegt und zwei UN-Berichte veröffentlicht, in denen LGBTI-Menschenrechtsverstöße und auch Fortschritte dokumentiert wurden", so Stern. (dk)