Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29695

Freitag folgt Berlin

Auch in Dresden kein Erfolg für die "Demo für alle"

Beim vorletzten Stopp der Hassbus-Tour interessierten sich erneut nur wenige Menschen für die ausgrenzenden Botschaften – Hunderte bei Gegenkundgebung.


"Unser Bus ist die Botschaft", meinte Bus-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde in Dresden. "Alles, was da drauf steht, sagt eigentlich schon das wesentliche aus." Mehr Bilder vom Donnerstag, speziell auch der Gegenproteste, liefern die verlinkten Zeitungsartikel. (Bild: Nils Rübelmann / Young European Greens / Twitter)

Der vom homo- und transfeindlichen Bündnis "Demo für alle" und dem europaweiten reaktionären Petitionsportal CitizenGo organisierte "Bus der Meinungsfreiheit" ist auch beim vorletzten Stopp seiner Deutschland-Reise auf wenig Gegenliebe gestoßen. Der Bus, der sich bereits in seiner Aufschrift gegen die Ehe für alle, Regenbogenfamilien und die Selbstbestimmung von Transsexuellen und Transgendern richtet, versammelte am Donnerstag vor der Frauenkirche in Dresden nicht mal 50 Anhänger und Interessierte.

Unter die Besucher mischten sich auch immer wieder einige LGBTI, teilweise waren sie in der Mehrzahl. Medienberichten (Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) zufolge intervenierte die Polizei, wenn sie sich zu lautstark bemerkbar machten. Insgesamt blieb es allerdings erneut friedlich. Eine offizielle Gegenkundgebung an einem – wie von der Polizei erzwungen – mehrere Ecken entfernten Ort versammelte 150 bis 200 Menschen.


So sehen die "Demo für alle" und Hedwig von Beverfoerde (unten rechts) die Welt

"Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde betonte in einer Rede, es gelte "ein Zeichen zu setzen gegen die Gender-Ideologie, die meint, sie könne die natürlichen Geschlechter abschaffen, die behauptet, es gäbe mehr Geschlechter als männlich und weiblich, Mann und Frau, Junge und Mädchen." Denn das sei "absoluter Quatsch", gegen den man "Flagge zeigen" wolle. Man protestiere auch für die "Ehe als Lebensbund von einem Mann und einer Frau und für die Familie, die nunmal einfach aus Vater und Mutter hervorgeht". queer.de war bei den Bus-Stopps in Köln und Düsseldorf vor Ort und hatte in letzterer Stadt einzelne Reden der Homo-Hasser näher dokumentiert.

Dresden hatte sich bereits vor rund drei Jahrem einem Besuch der Gruppe "Besorgte Eltern" entgegen gestellt, die sich gegen LGBT-Rechte und speziell Sexualaufklärung an der Schule richtete und inzwischen nicht mehr öffentlich auftritt. Bei der Kundgebung der Gruppierung mit Bezügen zu Russlanddeutschen und einer evangelikalen Familiensekte (Organische Christus-Generation / klagemauer.tv) war auch Jürgen Elsässer aufgetreten, Chefredakteur des rechten Magazins "Compact" (queer.de berichtete).

Demo für sehr wenige

Der Bus der hingegen weiterhin recht umtriebigen "Demo für alle" hatte in den letzten Tagen in München, Stuttgart, Karlsruhe und Wiesbaden, Köln sowie Düsseldorf und Hannover Halt gemacht. Mehr als zwei bis drei Dutzend Teilnehmer und Interessierte konnte der Bus in keiner Stadt erreichen, in der NRW-Landeshauptstadt schauten dafür der AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell und weitere Landtagsabgeordnete der Partei sowie die Bundessprecherin der "Christen in der AfD" vorbei.


Einer von mehreren AfD-Besuchern des Busses in Düsseldorf; Keith ist Parlamentarischer Geschäftsführer der NRW-Fraktion

In allen Städten traf der Bus auf einen in der Regel erheblich größeren Gegenprotest. In Kiel kamen am Mittwoch gar über 200 Menschen zusammen, obwohl die "Demo für alle" einen Stopp wenige Stunden zuvor wegen einer Unwettervorhersage abgesagt hatte. Das Blog "Besorgte Homos" bietet dazu einen Bericht samt Galerie, bei Facebook gibt es zudem einen Videomitschnitt der gesamten Kundgebung.


Der Gegenprotest in Kiel zum abgesagten Protest der "Demo für alle". Nicht im Bild: Mehrere städtische Regenbogenflaggen. (Bild: Besorgte Homos)

Großer Gegenprotest in Berlin geplant

Letzter Stopp der Hassbus-Tour bleibt damit am Freitag Berlin – Hedwig von Beverfoerde will dort angeblich über 220.000 Unterschriften gegen die Ehe für alle ans Kanzleramt übergeben. Bei der Kundgebung soll auch die neurechte Bestseller-Autorin Birgit Kelle ("Gender-Gaga") sprechen, die ihren christlichen Fundamentalismus erfolgreich hinter Populismus versteckt.



Zu einem Gegenprotest haben zahlreiche Berliner Gruppen und Organisationen aufgerufen, darunter Aktionsbündnis gegen Homophobie, Berliner Aids-Hilfe e.V., Berliner CSD e.V., blu Mediengruppe, CSD Deutschland e.V., Enough is Enough, LSVD Berlin-Brandenburg und Schwulenberatun Berlin. Dazu gesellen sich diverse Gruppen von SPD, Grünen, Linke und FDP. Beginn ist um 14 Uhr auf der Otto-von-Bismark-Allee zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus (die Veranstaltung bei queer.de, Facebook).



Fundamentalistisch geht es am Samstag in der Haupstadt weiter: Die teils gleichen Akteure wie bei homo- und transfeindlichen Bewegungen kommen zum Anti-Abtreibungs-Protest "Marsch für das Leben" zusammen. Das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung", zu dem u.a. der LSVD gehört, ruft ab 12 Uhr zu einem "Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung" am Brandenburger Tor auf (queer.de berichtete). Bereits um 10.30 versammelt sich am U-Bahnhof Wittenbergplatz eine "QueerFeministische Demo" unter dem Motto "'Marsch für das Leben'? – What the fuck!". (nb)



#1 TimonAnonym
  • 14.09.2017, 20:20h
  • Die Tour der Homohasser hat sich zum kompletten Flop entwickelt...

    Hoffentlich gibt es zum Abschluss in Berlin nochmal eine riesige Gegendemo... Damit die endgültig sehen, dass sie nicht erwünscht sind...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 herve64Profil
#3 Simone 65Anonym
  • 14.09.2017, 21:24h
  • Ich habe in Stuttgart mit Hedwig gesprochen und Sie gefragt , ob ich kein Recht habe zu leben ? Ich möchte doch nur leben . Ich tue niemanden weh . Ich schlage niemanden , ich töte niemanden .
    Ich möchte nur im Frieden leben . Es kam von Ihr keine Antwort .
    Liebe Grüße Simone
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AchsoAnonym
  • 14.09.2017, 21:44h
  • ""Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde betonte in einer Rede, es gelte "ein Zeichen zu setzen gegen die Gender-Ideologie, die meint, sie könne die natürlichen Geschlechter abschaffen, die behauptet, es gäbe mehr Geschlechter als männlich und weiblich, Mann und Frau, Junge und Mädchen.""

    Vielleicht lüftet die Dame ja irgendwann das Geheimnis, wieviele Geschlechter es heute gibt außer Mann und Frau, wie die heißen und abgekürzt werden. Dann lerne ich noch was.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 14.09.2017, 22:19hHannover
  • Antwort auf #4 von Achso
  • ""Vielleicht lüftet die Dame ja irgendwann das Geheimnis, wieviele Geschlechter es heute gibt außer Mann und Frau, wie die heißen und abgekürzt werden.""..

    Was genau hast Du an dem von Dir zitiertem Absatz nicht verstanden ?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 easykeyProfil
#7 Patroklos
  • 14.09.2017, 22:35h
  • Einen Platz hat die "Demo für Alle" schon einmal sicher, und zwar bei den Rosenmontagsumzügen im kommenden Jahr, wenn die Persiflagewagen in Städten wie Mainz, Köln und Düsseldorf durch die Straßen ziehen! Da ist Ihnen die Häme sicher!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AchsoAnonym
  • 14.09.2017, 22:49h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Was genau hast Du an dem von Dir zitiertem Absatz nicht verstanden ?"

    Wie die Geschlechter heißen, die es außer Mann und Frau noch gibt. Da du aber so klug wie die Dame zu sein scheinst, kannst du ja eventuell aufklären. Wäre nett.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Berlin_Profil
  • 14.09.2017, 23:20hBerlin
  • Dann werden wir morgen mal in Berlin zeigen, dass wir viele Regenbogenflaggen haben

    Danke Dresden (und alle anderen Städte)!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Janana
  • 15.09.2017, 00:04h
  • Ok, ja ne, is klar.
    Wenn man einen Empfang mit Regenbogenfahnen bereitet (seitens des Rathauses) und zwei Vertreter des Landtages sprechen, dann sagt man wegen des Wetters ab.

    Nein, der Grund ist eher, dass man hier schlechte Chancen hat, Bilder zu schießen, auf denen es so aussieht, als würde man dominieren. Nicht gut für die Propagande. Dann lieber so wie in Düsseldorf oder Hannover, wo die Demonstrant*Innen sich schön brav an die Regeln gehalten haben und die Polizei schön brav dem Bündnis aus Antifeminist*innen, Konservativen, christlichen Fundamentalist*innen, besorgten Eltern und Nazis einen Raum gegeben hat, in dem sie ungestört ihr Gift verbreiten können.

    Aber mal ehrlich, die Reden haben es drauf gehabt, heieiei... die einzig nicht-bagatellisierenden Aussagen (Ewiggestrige), die gesagt haben, wer die "Demo für alle" wirklich sind, und dass sie gefährlich sind - kam von der Antifa. Hmm. 'nuff said.

    Achja, und wenn man mal anmerken darf. Nur die eine Seite des Busses hetzt gegen die Ehe-Öffnung. Eigentlich irrelevant, denn die ist bereits beschlossen, das ist einfach nur Mimimi. In den USA uns Spanien war es ein reiner Anti-Trans-Bus, hier ist es zumindest die andere Seite. Hier geht langfristig die größte Gefahr aus, denn hier ist NICHTS in trockenen Tüchern, von wegen - stattdessen findet gerade ein Rollback statt. Gerade die richtige Zeit für die europäischen Fundi-Netzwerke. Wenn sich trans in Deutschland mit Themen und Widerstand nicht positioniert haben bis es zur gesellschaftlich-politischen Diskussion kommt, dann gute Nacht.

    In diesem Kontext ist es natürlich absolut unverständlich, wieso hier 8 Regenbogenfahnen wehen. Wieso nicht 4 Regenbogen und 4 Trans? Zufällig weiß ich, dass die HAKI im Besitz von solchen ist. Wieder einmal trans under den Teppich gekehrt. Ich kann ja auch mal "Danke für nichts!!!" schreiben.

    Ein Verein, der sich unter anderem das T auf die Stirn geschrieben hat, in der Hauptstadt eines Bundeslandes, das eine Trans-(u. Inter)-Resolution (queer.de berichtete) auf die Stirn geschrieben hat und bei der sogar der Federführende der Grünen mit eine Rede hält - und dann VERGISST man das einfach? Danke für nichts!

    Naja, immerhin haben es zwei meiner Trans-Fahnen auf das Bild bei queer.de geschafft., auch wenn ich selbst nicht dabei sein konnte. An den großen Masten wären sie trotzdem besser aufgehoben gewesen.
  • Antworten » | Direktlink »