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Die talentierte blinde Sängerin mit der Hammer-Stimme wird schon als "deutsche Celine Dion" gefeiert. Wir stellen die Künstlerin vor.

Von Jan Gebauer

Mit Vergleichen soll man ja vorsichtig sein. Das Prädikat "die neue Celine Dion" haben wir schon oft gehört (unter anderem bei Lara Fabian, Tina Arena, Edyta Gorniak) und die Kanadierin selbst wurde seinerzeit auch als "neue Barbra Streisand" angepriesen. Joana Zimmer (22), Deutschlands Antwort auf das Titanic-Stimmwunder, tendiert nach eigener Aussage eher zu ihrer amerikanischen Kollegin, deren Platten sie schon als kleines Mädchen fleißig mitsang. "Es ehrt mich mit Celine Dion verglichen zu werden, aber mein stimmliches Vorbild war immer Barbra Streisand", sagte die von Geburt an blinde Künstlerin der Nachrichtenagentur dpa. Joana Zimmer betrachtet ihr Leben als Geschenk: Der verstorbene Stiefvater war US-Jazzmusiker, die Mutter Schauspielerin. Ihr Abitur schrieb Joana, die zweisprachig aufwuchs, an einem Spezial-Internat auf einem Computer in Blindenschrift. Ihre ersten Auftritte in Jazz-Clubs hatte sie mit 16 Jahren. Um ein Demo-Band finanzieren zu können, modelte sie und stand als Kleindarstellerin am Hans-Otto-Theater in Potsdam auf der Bühne. Nach mehreren Absagen beschloss sie, bei Plattenfirmen nur noch Termine mit den Chefs persönlich zu machen. Bei Universal machte das Eindruck und "My Innermost" ist das erste Album von Joana Zimmer für die Plattenfirma.

Namenhafte Produzenten und Songschreiber, darunter Burt Bacharach (schrieb die großen Erfolge von Souldiva Dionne Warwick in den 60s), Gary Barlow (Ex-Take-That) und Andreas Carlsson (Britney Spears) standen Joana Zimmer auf der CD "My Innermost" zur Seite, die mittlerweile die Top-5 der deutschen Charts erreicht hat. Das hat Joana Zimmer besonders der ersten Single "I Believe (Give A Little Bit...)" zu verdanken. Die Coverversion eines Marcella-Detroit-Stücks (1994 ein Platz 11 in Großbritannien) ist der Überraschungshit des diesjährigen Frühlings. Auf ihrem Debüt-Album setzt Zimmer vor allen Dingen auf starke Balladen und sinnliche Pop-Songs, die zwar noch keinen eigenen Stil erkennen lassen, dennoch dank der internationalen Produktion und Arrangements überzeugen. Insbesondere die Bacharach-Ballade "When You Love Somebody" zeigt das große Potential, dass in der Stimme von Joana Zimmer liegt ebenso wie der Opener "Love Is A Temple". Auch die Cover-Version des Welthits "Islands In The Stream" (geschrieben von den Bee Gees, im Original von Dolly Parton & Kenny Rogers) kann sich sehen lassen. Die schnelleren Lieder sind zwar nicht unbedingt ihr Metier, dennoch löst sie auch Titel wie "What You Give Is What You Get" oder "Got To Be Sure" gut.

Fazit: Ein sehr schönes Debüt, veredelt durch die eindringliche helle Stimme von Joana Zimmer. Einer Celine Dion macht sie zwar keine Konkurrenz, aber mit mehr Reife und einem eigenen Stil könnte sie in einigen Jahren – vielleicht – an deren Thron sägen.

Anspieltipps: "I Believe", "When You Love Somebody", "Islands In The Stream", "Love Is A Temple"

16. Juni 2005