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Philippinen

Präsident Duterte: "Sind Sie schwul oder ein Pädophiler?"

Wer den Präsidenten kritisiert, wird rhetorisch abserviert: Das musste jetzt ein Menschenrechtler erfahren.


Präsident Rodrigo Duterte beschimpft politische Gegner gerne mal mit homophoben Tiraden (Bild: Presidential Communications Operations Office / wikipedia)

  • 18. September 2017, 17:17h
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    Manila

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat dem Chef der nationalen Menschenrechtskommission (CHR) am Samstag vorgeworfen, sich nur für die Rechte von Jugendlichen zu interessieren, weil er "schwul oder pädophil" sei. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, behauptete Duterte, dass die Kritik des CHR-Vorsitzenden Chito Gascon an seiner Drogen-Politik auf die sexuelle Orientierung des Menschenrechtsanwalts zurückzuführen sei.

"Warum kümmert sich diser Typ so um das Thema der jungen Leute, besonders Jungs? Sind Sie ein Pädophiler?", fragte Duterte rhetorisch bei einer Tirade, bei der Gascon nicht anwesend war. "Warum sind Sie so interessiert an Teenagern? Das sind Sie doch. Ich habe meine Zweifel. Sind Sie schwul oder ein Pädophiler?" Laut philippinischen Zeitungen habe Duterte den Menschenrechtler auch als "Hundesohn" und "Idioten" bezeichnet. Gascon hat bislang noch nicht auf die Tirade reagiert.

Der Anlass des verbalen Ausbruchs: Duterte hatte im vergangenen Jahr seinen Kampf gegen "Drogenkriminelle" eröffnet und der Polizei faktisch erlaubt, mutmaßliche Drogendealer zu töten. Nach Angaben der Polizei wurden seit Dutertes Amtsantritt 3.500 Drogenverdächtige von Beamten ohne Prozess getötet. Menschenrechtsaktivisten wie Amnesty International üben scharfe Kritik an der Politik Dutertes.

Auch die CHR kritisierte die außergerichtlichen Tötungen. Deswegen kürzte das von Dutertes Partei kontrollierte Parlament zuletzt das Budget der Menschenrechtskommission. Statt dem beantragten Budget in Höhe von 1,72 Milliarden Peso (28,1 Millionen Euro) bewilligten die Abgeordneten nur den symbolischen Betrag von 1.000 Peso (16 Euro).

Duterte gilt als Populist vom Stile Donald Trumps, der auch immer wieder mal mit homophoben Tiraden für Aufregung sorgt. Im vergangenen Jahr bezeichnete er etwa den damaligen amerikanischen Botschafter in seinem Land als "schwulen Hurensohn" (queer.de berichtete).

Im Wahlkampf hatte der heute 72-Jährige auch LGBT-Aktivisten Hoffnung gemacht, nachdem er gesagt hatte, dass er keine Probleme mit der Ehe für alle habe. Nach seinem Amtsantritt stellte er im Mai diesen Jahres aber klar, dass die Gleichstellung im Ehe-Recht mit ihm nicht zu machen sei. Grund: "Weil wir Katholiken sind" (queer.de berichtete). (dk)