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Gesundheit

ChemSex und Hepatitis C

Der regelmäßige Check auf Hepatitis C sollte insbesondere beim Konsum von Drogen selbstverständlich sein.


Jeder fünfte Berliner Schwule soll schon mindestens einmal im Leben Chems konsumiert haben

"Chemfriendly", "Chems", "partTy" – wer im schwulen Internet surft, trifft immer öfter auf Profile, die auf den Konsum von Drogen beim Sex hinweisen.

5,3 Prozent der bei EMIS 2010 befragten Männer aus Berlin gaben an, in den letzten vier Wochen Chems genutzt zu haben, etwa 20 Prozent hatten schon mindestens einmal im Leben Chems konsumiert. Inzwischen dürfte die Zahl der Konsumenten gestiegen sein, darauf weisen Berichte aus Aidshilfen und Beratungsprojekten hin.

Der Gebrauch von Chems beim Sex erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV, HCV oder anderen STIs zu infizieren. Vielen fällt es unter dem Einfluss von Drogen schwerer, Grenzen einzuhalten und sich zu schützen. So berichten 60 Prozent der Befragten einer Umfrage der Aidshilfe NRW, dass sie beim Gebrauch "illegaler" Drogen Schwierigkeiten haben, ihr Wissen zu Schutz und Safer Sex in die Praxis umzusetzen.

Von Hepatis C sind HIV-Positive wie -Negative betroffen

Hepatitis C ist gerade in der Gruppe der ChemSex-User ein wichtiges Thema. In einer Umfrage der Dean Street Clinic in London gaben zwölf Prozent der ChemSex-User an, schon einmal positiv auf Hepatitis C getestet worden zu sein. Dabei sind nicht nur HIV-positive Männer von Hepatitis C betroffen: 52 Prozent der Befragten gaben an, HIV-negativ zu sein. Eine niederländische PrEP-Studie hat ebenfalls unter den HIV-Negativen, die eine PrEP nutzen, eine hohe Rate von HCV-Infektionen gefunden.

Der regelmäßige Check auf Hepatitis C sollte daher, gerade beim Konsum von Chems, genauso wie der regelmäßige STI und gegebenenfalls HIV-Test selbstverständlich sein. Tests auf Hepatitis C bieten viele schwule Checkpoints als Schnelltest, oft gegen eine geringe Gebühr, an. In vielen Gesundheitsämtern und bei Ärzten, die sich auf Infektionskrankheiten spezialisiert haben, kann man den Test meist kostenlos machen, wenn ein Risiko vorliegt. Sprich deinen Arzt, die Aidshilfe oder das schwule Communityprojekt in deiner Stadt an. Diese können offen mit dir über deinen Substanzkonsum sowie Hepatitis C reden und dich beraten.

Der Test auf Hepatitis C ist auch deshalb wichtig, da er im Falle einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus den Zugang zur Behandlung mit den neuen modernen Therapien ermöglicht. Mit diesen ist bei fast allen Betroffenen, unabhängig vom Virustyp (Genotyp), eine Heilung möglich. Mittlerweile dauert die Behandlung meistens acht Wochen.

Die erfolgreiche Behandlung und Heilung von der HCV-Infektion schützt dich vor möglichen weiteren gesundheitlichen Schäden, insbesondere an der Leber. Außerdem: wo kein Virus ist, kann auch keine Übertragung stattfinden. So schützt du nicht nur dich, sondern auch deine Partner.

Schutz vor Hepatitis C

Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen. Schon eine winzige Menge reicht aus, um sich anzustecken.

Eine Risikosituation bei schwulen Männern bilden insbesondere Chemsex-Partys:
• Nutze beim Sniefen (nasaler Drogengebrauch) immer ein eigenes Röhrchen
• Verwende beim Slammen (intravenöser Drogengebrauch) immer eine neue, eigene Spritze.
• Zieh für jeden Partner ein neues Kondom bzw. einen neuen Handschuh an.
• Benutze ausschließlich Dein eigenes Gleitgel.
• Lasse Verletzungen und Entzündungen im Genital- und Analbereich behandeln und vollständig abheilen.

Mehr zum Thema auf AbbVie Care Hepatitis C. (cw)

Der Text wurde erstellt mit der freundlichen Unterstützung von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG.



#1 NagilumAnonym
  • 27.09.2017, 10:02h
  • Ein sehr oberflächiger und auch wissenschaftlich überholter Text. Mittlerweile wurde das HepC-Virus bei Infizierten auch im Darmschleim sowie im Sperma nachgewiesen. Gegenstand der Forschung ist noch, wieso dies aber nicht generell der Fall ist. Aber auch darüber wäre dann eine Weitergabe des Virus möglich. Blut alleine ist es also nicht mehr. Diesen Sachverhalt sollte man jetzt weder dramatisieren aber auch nicht verharmlosen. Es ist einfach eine Tatsache, die man auf dem Schirm haben sollte.

    Allgemein sei noch folgende Info allen Lesern mitgegeben: Das HepC-Virus zeichnet sich als Risiko fürt uns durch seine extrem lange Infektiosität aus. Unter Raumluft sind dies durchaus bis über drei Wochen, im Kühlschrank sogar bis zu 150 Tage.

    Was bedeutet das jetzt für uns? Stell Euch eine kleine private Sexparty vor. Du hast jemanden gefistet und hast entsprechend Darmschleim an Deinen Händen. Vielleicht gab es auch kleinste kaum sichtbare Verletzungen an der Darmwand, es hat minimal geblutet und Du hast diese Blutspuren an der Hand. Ob mit oder ohne Handschuhe ist dabei nicht so relevant.

    Du bist mit dem Fisten fertig, greifst zu einer Wasserflasche neben Dir, um was zu trinken. Spuren vom Gleitfett, Darmschleim und den Blutspuren (und somit das Virus) gelangen so an die Wasserfalsche. Du stellst die Wasserflasche zurück.

    Ein anderer Partygast greift sich später diese Flasche ebenfalls, hat diese HepC-Spuren nun ebenfalls an seiner Hand. Er wichst seinen Schwanz hart, um einen anderen Partygast zu ficken. Das Virus klebt nun an seinem Schwanz und wird weiter übertragen. Hier liegt also eine potenzielle Übertragungsmöglichkeit vor.

    Man sollte im Hinterkopf haben, dass die Wasserflasche noch nach Tagen ein potenzielles Risiko darstellt. Ob es tatsächlich dazu kommt hängt natürlich auch von der Virenlast des Infizierten selbst ab. Und die Wasserflasche lässt sich natürlich durch beliebige andere Dinge ersetzen, die man auf Sexpartys gemeinsam benutzt.

    Anderes Beispiel: Eine Ampulle Ketamin oder Androskat wurde versehentlich durch eine Doppelnutzung einer Spritze von einem Infizierten mit HepC kontaminiert. Beide Sachen werden ja gerne im Kühlschrank gelagert, das HepC-Virus bleibt so bis zu 150 Tage lang infektiös. Wenn die Ampulle dann z.B. nach 60 Tagen aus dem Kühlschrank geholt wird, hat wohl keiner mehr auf dem Schirm, wer womöglich dort schon alles dran war und unbeabsichtigt vielleicht eine Spritze mehrmals verwendet hat.

    Was bedeutet das jetzt für uns? Häufiges waschen von Händen und Schwanz während einer Sexparty reduziert das Risiko. Ebenso von Toys, wenn diese mit im Gebrauch sind. Spritzen wirklich immer nur einmal benutzen bzw. immer nur seine eigenen Ampullen von z.B. Ketamin oder Androskat benutzen. Man weiß nie, wer noch alles die Ampullen in den zurückliegenden Monaten benutzt haben könnte.
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