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Homophobie aus Kassel

Professor Kutschera: Homosexuelle betreiben "biologisch sinnloses Paarungs-Verhalten"

Der Evolutionsbiologe aus Kassel beharrt in einem Interview mit einer polnischen Zeitschrift auf seinen homophoben Thesen. Und schimpft über die "links/grün/rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby".


Professor Ulrich Kutschera sieht Homosexuelle als Gefahr für deutsche Kinder an (Bild: Screenshot ARD)

Der Kasseler Universitätsprofessor Ulrich Kutschera will nichts zurücknehmen: Homosexuelle Paare würden wegen ihrer sexuellen Orientierung eher Kinder missbrauchen, außerdem führe die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu einer "Abwertung potenziell fruchtbarer Ehen". Diese Thesen unterstrich der Evolutionsbiologe in einem kürzlich mit der polnischen Zeitschrift "Sieci" erschienenen Interview, das in deutscher Sprache im katholischen Portal kath.net veröffentlicht wurde. In dem Interview verbreitet Kutschera die Verschwörungstheorie, dass eine "politisch einflussreiche links/grün/rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby" die "'christlichen' Parteien fest im Würgegriff" habe.

Zwar, so Kutschera in einem Nebensatz, dürften Homosexuelle nicht diskriminiert werden, eine Gleichbehandlung mit Heterosexuellen lehne er aber aus biologischen Gründen ab: "Gleichgeschlechtliche Erotik-Akte ohne das Potenzial zur Kinderproduktion, die man auch (wertfrei) als biologisch sinnloses Paarungs-Verhalten bezeichnen kann, sind nicht gleichzustellen mit Mann-Frau-Verbindungen." Nur heterosexuelle Paare generierten schließlich "auf natürliche Art und Weise die Rentenzahler der Zukunft".

Weiter behauptete Kutschera: "Mit der faktischen Abwertung potenziell fruchtbarer Ehen, gemäß dem genderistischen Gleichstellungs-Glauben, wird die Geburtenrate vermutlich eher abfallen als ansteigen." Warum Heterosexuelle weniger Kinder kriegen, wenn ihre schwulen Nachbarn heiraten, verriet der Professor allerdings nicht.

Außerdem bezichtigte Kutschera Schwule und Lesben, dass sie nie die "Ehe vollziehen" könnten, weil es keine "innere Befruchtung" gebe. "Daher sind Begriffe wie "Homosex" und "Homo-Ehe", biologisch betrachtet, unsinnige Wortschöpfungen", so der Evolutionsbiologe.

Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ist "staatlich geförderte Pädophilie"

Kutschera verteidigte auch seine Aussage vom Juli, dass das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare zu "staatlich geförderter Pädophilie" führe (queer.de berichtete). Er hatte damals behauptet, dass "heteronormale Elternpaare mit Kindern" ein "verankertes Inzucht-Verbot" hätten, Schwule und Lesben aber nicht. Daher bahne sich ein "Horror-Kinderschänder-Szenario" an.

Trotz seiner homophoben Thesen ist sich Kutschera sicher, dass er weiterhin in Kassel seine Version der Evolutionsbiologie lehren kann. Er könne sich schließlich auf die "Wissenschafts- und Meinungsfreiheit" berufen und erwarte daher "keine beruflichen Konsequenzen".

Kutschera beklagt "Schmutzkampagne"

Gleichzeitig sieht sich der Professor als Opfer: "Politisch nicht korrekte Aussagen sind leider unerwünscht", so seine Klage. Gegen ihn gebe es eine "Schmutzkampagne" durch "politisch geschulte Interessengruppen" wie den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Derartige Gruppen würden über Massenmedien ihre "Gender"-Thesen verbreiteten.

Kutscheras Aussagen waren bereits im Sommer scharf kritisiert worden. So erklärte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), die Äußerungen Kutscheras seien "dermaßen abstrus", dass er eine Prüfung der Universität erwarte. Die Hochschulleitung kündigte zwar eine Prüfung an, betonte aber, dass Professoren ein verfassungsmäßiges Recht auf Freiheit der Wissenschaft hätten.

Erst vergangene Woche hatte der Deutsche Presserat einen Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gerügt, in dem die Kutschera-These verbreitet wurde, dass Schwule und Lesben eher Kinder missbrauchten als Heterosexuelle (queer.de berichtete). Für diese Behauptungen gebe es keinen wissenschaftlichen Beleg, so der Presserat. Sie würden außerdem "eine diskriminierende Wirkung gegenüber Homosexuellen" entfalten. (dk)



#1 maaaaaartinAnonym
  • 19.09.2017, 11:39h
  • der typ ist biologe mit schwerpunkt (laut wikipedia) auf "Bakterien, Myxomyceten, Pflanzen, Ringelwürmer (Anneliden) und Wirbeltieren (z. B. Schlammspringer)"

    allein dieser hinweis hilft, die aussagen richtig einzuordnen:

    bullshit von jemandem, der zwar sehr viel meinung, aber keine ahnung hat.
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#2 DarwinAnonym
#3 lksdnzAnonym
  • 19.09.2017, 12:14h
  • Bildungstitel steht eben nicht zwangsläufig für Bildungsqualität, lieber Herr Professor.
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#4 Stefan84Anonym
  • 19.09.2017, 13:08h
  • Seine Aussagen sind nicht von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt, da daran nichts wissenschaftliches ist. Sowohl von der Vorgehensweise her als auch von seinem Ziel. Er verbreitet diesen Unsinn nebenbei, nicht im Verlauf seiner eigentlichen Arbeit.
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#5 Homonklin44Profil
  • 19.09.2017, 13:15hTauroa Point
  • Na ja mit diesen kontroversen Thesen verfehlt er leider eben den größeren Bereich des Menschlichen und auch den menschlicher Sexualität, als auch jeden Kontext zum behaviorologischen Anschlussgebiet. Aber das ist für geistig herunter begrenzte Leute aus der Religioten-Sympathisanten-Ecke nicht verwunderlich.

    Allein mit evolutionsbiologischer Zweckausrichtung, wie sie im vergangenen Jahrhundert vertreten wurde, und noch heute in etwas langsameren Köpfen persistieren mag, kann er doch so tiefgreifende Phänomene wie das der Liebe nicht außer Kraft reden! Menschen sind nun mal evolutiv entfaltet schon ein klein wenig weiter komplex als vielleicht Blutegel oder Palolowürmer.

    Er vergisst nun leider auch, dass er Heterosexuellen grade ebenso die Fertigkeit absprechen will, sich aus alternativen Gründen als zwecks Kindeszeugung zu lieben, oder auch dann sexuell zu verkehren, wenn diese Kindeszeugung nicht möglich ist, oder nicht ausgewählt wird. Welchen Stellenwert sexuelle Akte in möglichen anderen Kontexten haben können, lässt er außen vor. Selbst von den Bonobos und deren nach seiner Logik zweckveruntreuten Sexualität, die einem reibungsarmen Umgang unter den Sippenmitglieder zugute kommt, scheint er noch nicht gehört zu haben. Evolutionsbiologie ist halt nicht gleich Verhaltensforschung oder gar Psychologie.

    Wie viele Heterosexuelle doch dann nie heiraten dürften, wenn sexuelle Vereinigung nur zum Ziel der Kinderzeugung zu führen hätte! Das übersieht er geflissentlich. Natürlich, möchte man da sagen, das selektiert der Christenfilter wahrscheinlich aus.

    'Christliche' Parteien im Würgegriff der Lobbyisten ... wovon träumt der Mann eigentlich nachts?
    Mit einer solchen Ansicht wäre ihm doch mal eine Vorstellung bei einem Psychiater empfohlen, denn Verschwörungsglauben und latent paranoide Ideen können sich mit der Zeit zu einem ernsthaften Problem mit der Realitätswahrnehmung auswachsen. Das ist also schon mal nicht ganz gesund.

    Christlich können Parteien überdies zuhause bleiben, weil wir in einem wenigstens so genannten,säkularen Staat leben, und die Kirchen in der Politik gar nichts zu suchen haben.

    Seine Pädophilie-Verdachtsthese hinkt an gleich mehreren Beinen, vor allem aber an den faktischen Zahlen, die schon aufgrund des Vorkommens pädophiler Taten unter Heterosexuellen und heterosexuell definierten Familien überragen.
    Vielleicht sollte er da mal seine christlichen Sympathisanten näher untersuchen, nur so als Tipp.

    Warum nun Heterosexuelle weniger Kinder zeugen sollten, wenn Lesben und Schwule Ehen eingehen, scheint nur mit einer inversiven Logik zu begreifen. Offenbar denkt Herr Kutschera noch begrenzter, als man sich das bisher hätte vorstellen wollen.

    Von einer "Homo-Ehe" reden wir zuguterletzt nicht im Ansatz, sondern von der Ehe, wie sie schließlich auch betagten oder zeugungsunfähigen Heterosexuellen gewährt wird, wo das Potenzial zur Kindeszeugung gegen NULL tendiert. Gegen diese Art Ehe halten Kutschera's Argumente keine Überuzeugungskraft.
    Er fantasiert von einer kruden Idealvorstellung aus seinem "Meinungsrahmen" hervor, mehr nicht.
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#6 BuntundSchönAnonym
  • 19.09.2017, 13:21h
  • Der will sich doch nur wichtig machen und hält sich wohl für unfehlbar! Und weil er weiß, dass die Mehrzahl Hetero ist, klopft er kräftig auf dieser Tatsache herum und nutzt seine Stellung, um Blödsinn zu verbreiten.
    Ganz ehrlich: wäre ich die Leitung der Uni, ich hätte ihn längst vor die Türe gesetzt.
    Aber die schweigen ja, weil sie ''damit ja nichts zu tun haben.''

    Mich ärgert so ein ignorantes Verhalten.
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#7 ElHongoAnonym
  • 19.09.2017, 13:23h
  • Antwort auf #2 von Darwin
  • Auch sehr gut: was *echte* Evolutionsbiologen (und nicht geltungssüchtige Botaniker) zum Thema meinen
    books.google.de/books?id=KXM3F59y1jkC

    Kurz gesagt: Es fällt auf, daß Homosexualität a) bei Vögeln und Säugetieren weit verbreitet ist, und zwar b) *vermutlich* am meisten bei K-optimierten Arten, also solchen, die eine lange individuelle Lebensdauer kombiniert mit einer niedrigen Reproduktionsrate haben (wie zB Menschen).

    Es ist zwar nur eine Hypothese, aber sie ist zumindest ansatzweise empirisch belegt, und definitiv schlüssig und wissenschaftlich sauber argumentiert: der evolutionäre Sinn von Homosexualität ist, zu verhindern, daß das Populationswachstum die Ressourcen (Populationskapazität) überschreitet. Solche Arten erholen sich von dem unvermeidlichen Kollaps nämlich nur sehr langsam, bzw sterben direkt aus. Homosexualität (vor allem männliche) ist nur eine von mehreren Strategien, die in der Regel genetisch basiert, in ihrer letztendlichen Ausprägung aber umweltdeterminiert sind, und die einen solchen Ressourcenkollaps verhindern können.

    Bei einigen Arten (vor allem Singvögel), die eine relativ zur Gesamtlebenszeit eine lange Zeit bis zum Erreichen der Geschlechtsreife brauchen, ist die "helpers at the nest"-Strategie vermutlich häufiger; hierbei assistieren gerade geschlechtsreife Individuen, statt sich selber fortzupflanzen, den eigenen oder sogar unverwandten Eltern bei der Brutpflege. Kaiserpinguine sind vermutlich das extremste Beispiel, da sie in der Antarktis leben, also massiver Ressourcenlimitation: Bei ihnen sind nciht nur alle denkbaren Formen nichtreproduktiver Sexualität verbreitet, sondern sogar unselektiver Infantizid. Vor allem in Jahren mit niedrigen Fischbeständen wird ein großer Teil der Küken von marodierenden Männchen getötet; wär das nicht der Fall, würde ein *noch größerer* Teil der Küken verhungern oder an Krankheiten sterben.

    Zum Glück sind wir keine Kaiserpinguine; stattdessen lassen sich bei Menschen diverse soziale Phänomene beobachten, die einen ähnlichen Effekt haben. Nichtreproduktive Sozialverbände, die mit der Aufzucht des Nachwuchses (die bei Menschen eine wenn auch nicht relativ zur Lebensdauer, aber in absoluten Zeitspannen enorm lange Zeit - bis zur Pubertät - in Anspruch nimmt) beauftragt sind. Klosternoviziat und ritterliche Knappen sind bekannte Beispiele, wo "überzähliger" Nachwuchs in die Obhut einer nichtreproduktiven Versorgungsgemeinschaft gegeben wurde. Die Überlebenschancen der Nachkommen wurden so deutlich erhöht, und nicht-nachhaltiges Populationswachstum verhindert: "it takes a village to raise a child" impliziert, daß nicht alle im Dorf eigene Kinder großziehen.

    Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß Homosexualität bei einer Art wie der unsrigen nicht nur evolutionär sehr gut begründbar und eindeutig sinnvoll ist, sondern sogar naheliegend und vielleicht sogar zwangsläufig zu erwarten ist: der reproduktive Wert homosexueller Individuen ist Null - aber ihr sozialer Wert ist maximiert!

    Kutschera ist kein Evolutionsbiologe, sondern verkauft sich - genau wie Sarrazin übrigens - nur einem bildungsdefizitären Publikum sehr erfolgreich als solcher; eigentlich ist er Botaniker (korrigiert das bitte im Artikel, queer. Danke.) und als solcher absolut kompetent - aber leider halt ein völliger Fachidiot, Und daraus resultiert seine Ignoranz: Pflanzen bilden keine sozialen Strukturen, betreiben keine Brutpflege, und sind in den meisten Fällen r-optimiert, d.h. sie produzieren massenhaft Nachkommen, welche jedoch eine verschwindend geringe individuelle Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Für solche Arten trifft seine Argumentation durchaus zu, und schwule Pflanzen sind der Wissenschaft tatsächlich unbekannt.

    Und hier schließt sich der Kreis in einer ziemlich widerlichen Ironie: der gerühmte Volksaufklärer Kutschera behauptet mithin, Menschen seien - und nicht nur im metaphorischen Sinne - ein "Unkraut", und, passionierter Anti-Kreationist der er ist, "argumentiert" er, um das zu "beweisen", 100% auf Linie von Genesis 1:28: Sinn allen Lebens sei es, "fruchtbar" zu sein und "sich zu mehren", bis hin zum Ressourcenkollaps und darüber hinaus. Das ist unwissenschaftlich und verblendet bis zum Dorthinaus.

    Und damit hat sein Tun weiterreichende Auswirkungen. Er ist nicht nur ein homosexuellenhassender Propagandist; seine öffentliche Rezeption als "der" deutsche Evolutionsbiologe (in der scientific community wären das eher Tautz und Nüsslein-Volhard) ruiniert auch jungen Wissenschaftler*innen, die - wie ich - tatsächlich Evolutionsbiologie studiert haben, die Karrierechancen, und zeichnet ein Zerrbild einer seriösen akademischen Disziplin, ähnlich dem "scientific racism" der Neonazis in USA (und, nebenbei, auch des polnischen Hetzblattes, in dem er sich promoten ließ, und das gerne mal in Horrormärchen von weiße Frauen schändenden dunkelhäutigen Affenmenschen schwelgt); die zerstörerische Wirkung seiner kontrafaktischen und antiwissenschaftlichen Wühltätigkeit strahlt also weit über die homophile Szene hinaus, und ist mit ihrer Propagierung des Gebärmaschinentums sogar in letzter Konsequenz eine Bedrohung der biologischen Existenzgrundlagen unserer Art, so wie es die "rassereine" Inzuchtverherrlichung der NSDAP beinahe geworden wäre.
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#8 niccinicciAnonym
  • 19.09.2017, 13:56h
  • ein ganz armseliges verklemmtes würstchen, was schon in ausländischen medien seine hirngespinste kundtun muss, weil ihn hier keiner ernst nimmt! ihn einfach weiter reden und schreiben lassen, er disqualifiziert sich selber!
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#9 herve64Profil
  • 19.09.2017, 14:06hMünchen
  • Na, dann gleich noch einmal 'Schaufel rauf auf diesen sog. "Professoren" in Form einer Strafanzeige. Es mus einfach klar gemacht werden, dass derart ehrabschneidende Entgleisungen, vor allem diese Unterstellung von wegen Pädophilie, strafrechtlich abgemahnt werden. Dabei kann er sich nicht auf die "Freiheit der Wissenschaft" berufen, denn auch diese entbindet nicht von gesetzestreuem und verfassungsmäßig korrekten Verhalten, und was Kutschera da macht ist die Mißachtung der Menschenwürde von Schwulen und Lesben.
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#10 Nix_mit_EvolutionAnonym
  • 19.09.2017, 14:35h
  • Er ist selbst der beste Gegenbeweis seiner kruden Thesen. Wären seine Eltern gleichgeschlechtlich gewesen, wäre uns und dem Rest der Welt dieser intellektuelle Tiefflieger vermutlich erspart geblieben...
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