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Nach scharfer Kritik aus Politik und Medien

Berlin: Linke und Grüne stehen hinter LGBTI-Umfrage für Lehrer

Nach Kritik aus CDU, FDP und sogar aus der Regierungspartei SPD verteidigen Linkspartei und Grüne die Online-Lehrerumfrage "Wie viel Vielfalt verträgt Schule?"


Der Historiker Carsten Schatz ist seit 2013 im Abgeordnetenhaus vertreten

In einer gemeinsamen Erklärung haben die queerpolitischen Sprecher der Linken und der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus ihre Unterstützung für die unter Lehrern durchgeführte freiwillige Online-Umfrage "Wie viel Vielfalt verträgt Schule?" kundgetan. Berliner Zeitungen sowie Politiker aus mehreren Parteien hatten die Befragung kritisiert, weil darin auch Fragen zur sexuellen Orientierung der Lehrer gestellt werden (queer.de berichtete).

Die grüne Abgeordnete Anja Kofbinger und der Linkspolitiker Carsten Schatz erklärten, Ziel der Studie sei eine "Sachstandserhebung über die Thematisierung unterschiedlicher sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten an Berliner Schulen". "Daraus einen Skandal zu zimmern, der nahe legt, der Senat frage und speichere die sexuelle Orientierung der Lehrkräfte, ist wenigstens böswillig", so Schatz und Kofbinger.

Linke und Grüne: Studie hift beim Schutz von LGBTI-Jugendlichen

"Fakt ist: Wer wissen will, wie verschiedene sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten thematisiert werden, durch wen und wann, muss diese Fragen stellen. Die Senatsverwaltung und die beauftragten Forscher*innen haben sichergestellt, dass diese Daten anonym und lediglich für den Erkenntnishintergrund der Studie abgefragt werden", erklärten die beiden Politiker weiter. Das Ergebnis könne wichtige Hinweise geben, "wie wir besser und effektiver für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt eintreten und damit Akzeptanz und Selbstbestimmung stärken können". Damit unterstütze die Stadt lesbische, schwule, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche in ihrem Coming-out und schütze sie vor Diskriminierung.

Die Studie war vom rot-rot-grünen Senat in Auftrag gegeben worden. Das Boulevardblatt "B.Z." empörte sich als erstes über die "Sex-Schnüffelei", Politiker der Oppositionsparteien CDU und FDP kritisierten die Befragung als "belanglos" und "seltsame Prioritätensetzung". Aber selbst SPD-Bildungsexpertin Maja Lasić polterte auf ihrer Facebook-Seite gegen die Studie, weil diese die Privatsphäre der Lehrer verletze. In einem Leser-Kommentar wird dort die freiwillige und anonyme Umfrage sogar mit der Praxis der Stasi verglichen.


Die SPD-Abgeordnete Maja Lasić will angeblich aus Datenschutzgründen nicht, dass eine Umfrage über sexuelle Vielfalt an Berlins Schulen durchgeführt wird (Bild: SPD Berlin)

Studienautorin Meike Watzlawik, eine Professorin für Entwicklung und Kultur an der Sigmund-Freud-Universität in Berlin, erklärte bei "Spiegel Online", die Befragung sei mit dem Landesdatenschutzbeauftragten abgesprochen. Sie bedauerte die Kritik, weil sich deshalb womöglich weniger Lehrer an der Befragung beteiligen. (dk)



#1 BuntundSchönAnonym
#2 TimonAnonym
  • 20.09.2017, 15:03h
  • Ich kann mich nur Grünen und Linkspartei anschließen:

    Auch Lehrer sind keine geschlechtslosen Wesen und die Situation von LGBTI-Lehrern ist genauso relevant wie die von LGBTI-Schülern.

    Die Zeiten von "Don't ask, Don't telll" sind glücklicherweise vorbei.

    Im Übrigen ist das freiwillig.
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#3 KMBonnProfil
  • 20.09.2017, 19:56hBonn
  • Ob es nötig ist, sei mal dahingestellt. Aber ich war als 16-jähriger Schüler heilfroh zu wissen, dass einer meiner Lehrer schwul war.
    Ich hatte jemand, den ich fragen konnte, dem ich vertraute und den ich sehr mochte.
    Wir sind heute noch in Kontakt.
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#4 hugo1970Profil