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Warnung vor "muslimischen Gangs"

Der verlogene Kampf der Alice Weidel um queere Wählerstimmen

Auf den letzten Metern des Bundestagswahlkampfs spielt sich Alice Weidel als Verteidigerin von Schwulen und Lesben gegen Muslime auf.


AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, hier beim Kölner Nominierungsparteitag im Mai, will die Rechtspopulisten auch unter Schwulen und Lesben populär machen

Die AfD bekämpft die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht, will Regenbogenfamilien schlechterstellen als "traditionelle", verlangt die Abschaffung von Antidiskriminierungs-Bestimmungen und will in den Bundesländern verhindern, dass in Schulen das Thema Homosexualität auch nur erwähnt wird. Landtagsabgeordnete der AfD erregen sich gerne über die "Normabweichung" Homosexualität, setzen gleichgeschlechtliche Ehen mit "Kinder-Ehen" gleich oder fordern gar Haftstrafen für sexuelle Minderheiten.

Trotzdem verkauft AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ihre Partei im Jeanne-d'Arc-Modus als letzte Bastion gegen die Gefahren, denen Schwule und Lesben heute von den "Altparteien" ausgeliefert würden. Am Mittwoch machte sie im südhessischen Städtchen Viernheim erstmals ihre eigene sexuelle Orientierung bei einer Wahlkampfveranstaltung zum Thema: "Ich bin homosexuell", so Weidel nach Angaben der FAZ vor 300 Zuschauern. "Ich bin nicht trotz meiner Homosexualität, sondern auch wegen meiner Homosexualität hier." Der Grund: Nur die AfD thematisiere den Schutz sexueller Minderheiten vor "muslimischen Gangs", die ihrer Meinung nach in Deutschland offenbar ausnahmslos Schwulen und Lesben an den Kragen wollten.

Weidel: AfD ist "einzige echte Schutzmacht für Schwule und Lesben"

Am Mittwoch war auch ein Interview mit Weidel im Rechtsaußen-Blog "Philosophia Perennis" des schwulen Theologen David Berger erschienen, in dem die 38-Jährige die AfD ohne Ironie als "einzige echte Schutzmacht für Schwule und Lesben in Deutschland" bezeichnete. Die Heimat, so Weidel, sei in den Neunzigerjahren viel freier gewesen – man hätte als Schwuler oder Lesbe unbeschwert Hand in Hand durch die deutschen Millionenstädte laufen können. Heute sei wegen Muslimen aber alles schlimmer, auch wenn es dafür keine belastbaren Beweise gibt, wie sie selbst einräumt ("Ich habe natürlich keine Statistik, die diesen Rollback belegen könnte"). Außer Muslimen gibt es nach Ansicht Weidels kein wichtiges Thema für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Schließlich könne es Schwulen und Lesben "egal" sein, ob sie heiraten dürften oder nicht.

Freilich ist die Taktik keine neue: Bereits in den letzten Jahren hatte die AfD mit ihrer Warnung vor nichtchristlichen Ausländern bei Schwulen und Lesben um Stimmen geworben. Im Berliner Abgeordnetenhauswahlkampf 2016 zeigten die Rechtspopulisten etwa im queeren Nollendorfkiez ein Plakat mit der Aufschrift: "Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist" (queer.de berichtete).

Scharfe Kritik an der AfD kommt insbesondere von den Grünen, die sich gegen die Methode der Rechtspopulisten wehren: "Wir brauchen auch bei Muslimen und Menschen mit Migrationshintergrund mehr Aufklärung und Akzeptanzarbeit, übrigens auch bei den Russlanddeutschen. Aber diese will die AfD an den Schulen ja gerade verhindern", beklagte etwa der Bundestagsabgeordnete Volker Beck am Mittwoch. "Mit Hass wird man Vorurteile nicht bekämpfen. Das ist aber das einzige Rezept, das Frau Weidel anzubieten hat." Gewalt und eine Ideologie der Ungleichheit dürfe man nicht akzeptieren, "weder bei Islamisten noch bei den rechtsextremen Freunden von Frau Weidel oder in der Mitte der Gesellschaft".



#1 Arno FrappierAnonym
  • 21.09.2017, 11:48h
  • Auch hier auf Queer.de ist Hass auf Fremde salonfähig geworden!

    Man schaue hier nur mal in den Kommentar Nr. 2:

    www.queer.de/kommentar.php?komm_id=29735

    Und dann schaue man sich die Wunschwahlergebnisse der Queer.de Leser an (ADF hat doppelt so viele Prozentpunkte wie die CDU):

    www.queer.de/abstimmen_ergebnis.php?wahl=759

    Pfui!

    Hoffen wir auf ein gutes Ergebnis für Angela Merkel und die CDU, und das es für Grün-Schwarz dicke reicht!

    Neben Euren Quatschthemen (Überfremdung etc) geht es um Weichenstellungen für wichtige Dinge, zum Beispiel die bundesweite Einführung der Elektromobilität!
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#2 herve64Profil
  • 21.09.2017, 11:59hMünchen
  • Wer sagt mir eigentlich, dass diese "muslimischen Gangs", vor denen die AfD warnt, nicht geradezu von diesen Nazi-Verbrechern rekrutiert und auf Schwule und Lesben angesetzt werden? Das hat ja 2015 bei den Silvesterübergriffen in mehreren Städten Deutschlands offensichtlich auch schon ganz gut geklappt, oder will mir jemand wirklich weismachen, dass diese Kumulation nur zufällig gewesen sei? Das würde ich glauben, wenn es nur in einer Stadt passiert wäre, ABER gleich in mehreren Städten PLUS Terrorwarnung in München seinerzeit heißt für mich, dass an diesen Vorgängen etwas oberfaul und offenbar gelenkt ist...
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#3 TimonAnonym
  • 21.09.2017, 12:10h
  • Die AfD versucht alles, um an Wählerstimmen zu kommen.

    Und dabei halten die uns für besonders dumm. Die bekämpfen Eheöffnung und andere rechtliche Gleichstellung, wollen keinen besseren Diskriminierungsschutz und lehnen mehr und bessere Aufklärung an Schulen ab (was der beste Schutz vor künftiger Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wäre).

    Und dann tun die so, als wollten sie uns beschützen...
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#4 LaurentProfil
  • 21.09.2017, 12:11hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #1 von Arno Frappier
  • Die einzig realistische Zahl dürfte die der SPD von rd. 16% sein.

    >>Hoffen wir auf ein gutes Ergebnis für Angela Merkel und die CDU und dass es für<< Schwarz-Grün, besser Schwarz-Gelb - das kleinere Übel - , >>dicke reicht!<
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#5 SanottheEhemaliges Profil
#6 PinoAnonym
  • 21.09.2017, 12:44h
  • Ja, es gibt homohassende Moslems, die uns lieber tot als lebendig sehen. Aber es gibt auch homohassende Christen, Juden, Buddhisten, Nichtreligiöse, etc. die uns lieber tot als lebendig sehen.

    Übrigens viele von denen in der AfD und ihrer Wählerschaft.

    Daran sieht man wieder mal, dass es der AfD nur um das Schüren von Hass zwischen verschiedenen Gruppen geht und der Schutz von LGBT nur ein vorgeschobenes Argument ist.
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#7 myysteryAnonym
#8 AchsoAnonym
  • 21.09.2017, 12:51h
  • Antwort auf #4 von Laurent
  • ">>Hoffen wir auf ein gutes Ergebnis für Angela Merkel und die CDU und dass es für<< Schwarz-Grün, besser Schwarz-Gelb - das kleinere Übel - , >>dicke reicht!<"

    Wie immer hast du vergessen hinzuzufügen: "Das kleinere Übel nur für uns Reiche". Auch wenn du diese Menschen nicht kennst oder siehst: es gibt auch Menschen in Deutschland, die nicht reich sind und für die schwarz-gelb Obdachlosigkeit bedeuten wird.
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#9 DarkqueenAnonym
#10 eben nichtAnonym