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Prozess beginnt am 4. Oktober

31-Jähriger wegen Doppelmordes an lesbischem Paar vor Gericht

Im vergangenen Jahr wurden zwei Frauen im Landkreis Augsburg in ihrer eigenen Wohnung brutal ermordet. Ein 31-Jähriger soll die Tat laut Staatsanwaltschaft aus Habgier begangen haben.


Elke W. (li.) und Beate N. wurden laut Staatsanwaltschaft Opfer eines Raubmordes (Bild: Polizei)

  • 21. September 2017, 14:47h
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    Augsburg

Das Augsburger Landgericht wird ab dem 4. Oktober in einem aufwändigen Mordprozess klären, ob ein 31-Jähriger ein lesbisches Paar aus Gersthofen-Hirblingen getötet hat. Für den Prozess sind nach Angaben von Landgerichtssprecher Claus Pätzel 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil werde voraussichtlich am 6. Dezember verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Nachbar des Paares die Frauen aus Habgier getötet habe.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt: Die Frauen waren am 9. Dezember 2016 spurlos verschwunden. Die Kripo Augsburg vermutete ein Gewaltverbrechen und setzte eine 35-köpfige Sonderkommission ein (queer.de berichtete). Zwei Wochen später wurden die Leichen der 49 und 50 Jahre alten Frauen zweieinhalb Kilometer von ihrem Wohnort entfernt gefunden. Sie waren bis zu einem Meter tief im Boden vergraben. Der Gerichtsmediziner stellte mehrere Stichwunden fest (queer.de berichtete).

Mutmaßlicher Täter erbeutete rund 5.000 Euro

Zum Zeitpunkt des Leichenfundes saß der verdächtige 31-Jährige bereits in Untersuchungshaft. Beim Tatverdächtigen wurde unter anderem Bargeld in Stückelungen gefunden, die zu Geldautomat-Abhebungen von Konten der Opfer passen würden. Insgesamt habe er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft mit zwei EC-Karten der Frauen an Geldautomaten in Bayern und Tschechien rund 5.000 Euro abgehoben.

Der Angeklagte macht bislang von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch und schweigt zu allen Vorwürfen. Die Ermittler sehen den Mann allerdings aufgrund von Indizien als überführt an. Sie sind davon überzeugt, dass der Mann auf die Frauen in deren eigener Wohnung mehrfach eingestochen habe. Danach habe er die Wohnung gründlich gereinigt und die Leichen verscharrt. Die Beamten stellten auch eine Quittung über einen Spaten sicher, mit dem er die Frauen vergraben haben soll. In einem nahegelegenden Wald wurde ein dazugehöriger Spaten entdeckt. (cw)