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Brandenburg

Kirchenverbot für homophoben Ex-Kantor

Weil er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Homo-'Ehe'? Nein!!" trug, durfte Martin Schubach nicht am evangelischen Gottesdienst in Lindow teilnehmen.


Die Evangelische Stadtkirche Lindow ist kein Ort für Ausgrenzungen und Verletzungen

Zu Update springen: Hausverbot aufgehoben

In der brandenburgischen Stadt Lindow im Oberen Havelland durfte ein ehemaliger Kantor nicht an einem evangelischen Gottesdienst teilnehmen. Nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" sprach Pfarrer Holger Baum ein Hausverbot gegen Martin Schubach aus, weil dieser ein T-Shirt mit der Aufschrift "Homo-'Ehe'? Nein!!" trug.

Zuvor hatte sich ein anderer Besucher des Gottesdienstes wegen des diskriminierenden Spruchs an den Pfarrer gewandt. Baum bat Schubach zunächst, das T-Shirt zu wechseln, doch dieser lehnte ab. Darauf musste er die Kirche verlassen, während seine Familie bleiben durfte.

Bericht auf svz.de über Martin Schubach

Posted by queer.de on Freitag, 22. September 2017
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Martin Schubach, der den Fall selbst öffentlich machte, sieht sich in seiner Meinungsfreiheit verletzt. "Wenn der Bundestag aus meiner Sicht etwas Absurdes beschließt, muss ich damit nicht einverstanden sein." Das T-Shirt habe er schon zu früheren Anlässen getragen, u.a. beim Evangelischen Kirchentag in Berlin.

"Wir wollen Herrn Schubach seine Meinung nicht verbieten. Wir wollen aber auch nicht, dass er andere ausgrenzt oder verletzt", verteidigte Pfarrer Baum das Hausverbot mit Verweis auf das Gebot der Nächstenliebe. Die Kirche sei eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern, in der jeder Mensch so sein solle wie er ist.

Mit seiner Ablehnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften hatte Martin Schubach bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. So kündigte er im vergangenen Herbst aus Protest gegen den Beschluss der Landeskirche, lesbische und schwule Paare zu trauen, seine Stelle als Kreiskantor des evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland und als Kirchenmusiker in Gransee. Seitdem ist er arbeitslos.

Bereits im April hatte eine evangelische Kirche in Vlotho homophoben Christen Hausverbot erteilt (queer.de berichtete). (cw)

 Update  23.09.: Hausverbot aufgehoben

Der Kirchenrat der evangelischen Gemeinde Lindow hat nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" das Hausverbot für Martin Schubach wieder aufgehoben. Die Entscheidung soll nach Angaben von Pfarrer Holger Baum einstimmig gefallen sein. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der homophobe Ex-Kantor künftig Provokationen und Diskriminierungen unterlasse.



#1 Patroklos
#2 Danny387Profil
#3 Crikkie
  • 22.09.2017, 10:32h
  • "Martin Schubach, der den Fall selbst öffentlich machte, sieht sich in seiner Meinungsfreiheit verletzt."

    Warum? Er kann das T-Shirt doch tragen? Nur halt nicht in der Kirche, wenn der Hausrechtsinhaber das so entscheidet.

    Andererseits wurde Herrn Schubachs Wunsch nach Aufmerksamkeit mit dem Verbot ja Genüge getan -hätte man ihm den gewünschten Zutritt gewährt und das Thema vielleicht in der Predigt zur Sprache gebracht, wäre sein Gejammer vielleicht wesentlich leiser ausgefallen.
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#4 truefactsAnonym
  • 22.09.2017, 11:28h
  • Dem guten Mann sollte man vielleicht erklären, dass er sich mit dem Spruch im gesellschaftlichen Konsens gewegt. Ich lehne die Homo-Ehe nämlich auch ab. Zum Glück wurde die Homo-Ehe gerade abgeschafft und durch die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ersetzt.
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#5 YttifAnonym
  • 22.09.2017, 12:54h
  • Herr Schubfach ist wohl berechtigt seine Meinung zu sagen, aber als Christ AUCH in der Plicht Andere nicht zu verletzen oder in seelische Nöte zu bringen.und wer mit so einem Spruch auf der Brustkrebs in den Gottesdienst geht will provozieren und Aufsehen erregen. Nun Aufsehen hat er ja erregt,was will er mehr?
    Seine Provokation zu starten und sich dann hinterher über die Reaktion auch noch öffentlich zu beklagen zeugt nicht von einem objektiven und christlich orientierten Geist.
    Die Entscheidung von Pf.Baum ist korrekt in jeder Beziehung, ich hätte nicht anders gehandelt.
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#6 Guillermo AldersAnonym
  • 22.09.2017, 14:04h
  • Wir werden auch in unserer Meiningsfreiheit beschnitten und die meisten merken es nicht einmal!

    1. Homosexualität hat ihren Ursprung im Antiken Griechenland.

    Quelle:

    plato.stanford.edu/entries/homosexuality/

    Insbesondere daraus Abschnitt "History":

    "Some persons were noted for their exclusive interests in persons of one gender. For example, Alexander the Great and the founder of Stoicism, Zeno of Citium, were known for their exclusive interest in boys and other men. Such persons, however, are generally portrayed as the exception. Furthermore, the issue of what gender one is attracted to is seen as an issue of taste or preference, rather than as a moral issue." (Stanford Encyclopedia of Philosophy)

    2. Homophilenorganisationen wie die Mattachine Society hatten ihren Ursprung in der Kommunistischen Partei der USA der 50-er Jahre und ihrer Partisanenstruktur.

    Quelle:

    en.wikipedia.org/wiki/Mattachine_Society

    Der oben im Stanford-Artikel genannte Zeno of Citium (Zenon von Kition) war ebenfalls ein Vordenker des Kommunismus.

    3. Jetzt hat man es bereits gesehen: Zenon von Kition oder Zeno of Citium? Wie hiess unser homophiler kommunistischer Philosoph denn nun? Leider dürfen wir seinen wahren Namen auf Queer nicht nennen, denn er ist Grieche.

    4. Wie problemlos man Griechisch in einen Text einbauen kann, kann man sich einmal auf diesem interessanten Blog anschauen:

    homermultitext.blogspot.de

    Selbstverständlich werden nur eingeführte Begriffe im Original ausgeschrieben, um das Verständnis zu erleichtern.

    Selbstverständlich folgen (in der Regel) moderne Übersetzungen und Erläuterungen. Niemand muss sich fürchten, ausgeschlossen zu werden.

    Selbstverständlich wird auf einen ästhetischen, kultivierten Gesamteindruck Wert gelegt.

    5. Leider dürfen wie hier bei Queer aber nicht auf Griechisch schreiben, nicht einmal ein kleines Wort. Wir bitten höflichst, das zu ändern.
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#7 Crikkie
  • 22.09.2017, 16:21h
  • Antwort auf #6 von Guillermo Alders
  • "Wir werden auch in unserer Meiningsfreiheit beschnitten und die meisten merken es nicht einmal!
    [...]
    Leider dürfen wie hier bei Queer aber nicht auf Griechisch schreiben, nicht einmal ein kleines Wort."

    Die sog. "Meinungsfreiheit", also das Recht auf freie Meinungsäußerung ist als Grundrecht ein Schutz- bzw. Abwehrrecht der Bürger gegenüber dem Staat und bedeutet, dass der deutsche Staat dich nicht aufgrund deiner Meinungsäußerung (sofern sie sich im rechtlichen Rahmen bewegt) verfolgen darf. Ein Beispiel dafür wären regierungskritische Aussagen.

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung beinhaltet nicht, sich auf nichtstaatlichen deutschen Plattformen in griechischer Sprache äußern können zu müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Josef JurasekAnonym
  • 22.09.2017, 17:50h
  • Antwort auf #7 von Crikkie
  • Wir werden aber auch in unserer Bildungsfreiheit beschnitten!

    Es geht hier um eine Kultveranstaltung einer sog. christlichen Gruppe. Tatsächlich entstand der Kult dieser Gruppierung bzw. dieser Gruppierungen im Griechischen Sprachraum! Und bis zum heutigen Tag muss man sich zwangsläufig mit diesem Kult beschäftigen, da immer wieder Leute in den Unterricht und in die Lektüregruppen einfallen, die diesem Kult huldigen!

    Ein Grieche weiss natürlich, dass es viele solche Kulte gab.

    Es gab, etwa zeitgleich, den Apollonios-Kult. Das Leben des Apollonios ist mit sehr ähnlichen Wundererzählungen und Weisheitslehren beschrieben worden. Und das Buch, "Life of Apollonius of Tyana" des Philostratus
    (Originaltitel hier leider verboten), das gibt es auch noch! Das blieb trotz der christlichen Büchervernichtungen erhalten! Es ist erhalten, man kann es auch heute kaufen und lesen und es ist der Beweis, wie stark die Kerngruppen des christlichen Kults sich vom griechischen Sprachraum inspirieren liessen.

    de.wikipedia.org/wiki/Apollonios_von_Tyana

    Es gab in Rom den Mithrasdienst, der sehr grosse Ähnlichkeiten mit dem sog. "Abendmahl" des sog. christlichen Kults aufweist.

    de.wikipedia.org/wiki/Mithraismus

    Was ich damit sagen will: Wir werden hier durchaus in unserer Meinungsfreiheit beschnitten, da wir nicht sagen dürfen, was wir denken, wenn man uns unsere Sprache und Schrift nicht verwenden lässt.

    Wir werden diskriminiert, das heisst, wir werden ungleich behandelt. Auf Deutsch darf ich schreiben, und den Buchtitel darf ich (hoffentlich) auf Englisch schreiben, aber auch Griechisch darf ich es nicht tun und das ist Diskriminierung!
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#9 Iyas Abdul-NasserAnonym
  • 22.09.2017, 19:17h
  • Das Wort zum Sonntag zum Thema Homo-Ehe:

    www.whk.de/OL.gif

    Original vom whk, dem ehemaligen Herausgeber der Kult-Zeitschrift »Gigi - Zeitschrift für sexuelle Emanzipation«.

    Schon über 10 Jahre alt und aktuell wie eh und je.
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#10 JadugharProfil
  • 22.09.2017, 19:47hHamburg
  • Antwort auf #6 von Guillermo Alders
  • Das gleiche Problem hatte ich auch mit einigen chinesischen Schriftzeichen! Zwar weiß ich nicht, ob dieses ein technisches Problem ist oder eine Zensur, da viele fremdsprachige Texte mit anderen Schriftzeichen wohl kaum verstanden werden und vielleicht man befürchtet, daß dahinter sich etwas Unflätiges verbirgt, was gegen die Etikette verstoßen kann. Bestimmte Programme durchsuchen solche Texte nach unflätigen Ausdrücken und elminieren diese, eventuell auch, was nicht zugeordnet werden kann. Englische Texte scheinen keine Schwierigkeiten zu bereiten.
    Wenn ich mir Wikipedia-Einträge anschaue, so sehe ich oft für bestimmte fremdsprachige Begriffe oder Beschreibungen Begriffe aus anderen Sprachen wie Arabisch, Griechisch, Hebräisch, Chinesisch, Japanisch, Sanskrit, Hindi, Tibetisch, Koeranisch, Mongolisch usw. . Da scheint dieses sehr gut zu funktionieren!
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