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Polizeibericht

Berlin-Kreuzberg: Drei Männer verprügeln schwulen Radfahrer

Am Freitagmittag wurde ein 42-jähriger Radler am Oranienplatz erst homophob beleidigt und dann brutal geschlagen – der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.


Der Vorfall ereignete sich am belebten Oranienplatz (Bild: Lars Zimmermann / flickr)

In Berlin kam es am Freitagmittag erneut zu einer homophoben Gewalttat. Mitten im Szenestadtteil Kreuzberg wurde ein Fahrradfahrer erst homophob beleidigt und anschließend geschlagen. Dies meldete die Polizei am Samstag.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der 42-Jährige gegen 13.10 Uhr mit seinem Rad auf dem Legiendamm unterwegs. Gemäß seinen Angaben musste er auf Höhe des Oranienplatzes einem ungünstig abgestellten Mercedes ausweichen, um nicht mit diesem zusammenzustoßen.

Am Boden liegend gegen den Kopf getreten

Als er seinen Unmut äußerte, seien die beiden Insassen aus dem Wagen ausgestiegen und hätten ihn homophob beleidigt. Als der 42-Jährige bestätigte, schwul zu sein, soll ihn das Duo angegriffen haben. Die Männer sollen ihn geschlagen und am Boden liegend gegen den Kopf getreten haben. Ein dritter Mann sei dann noch hinzugekommen und habe ebenfalls auf ihn eingeschlagen und -getreten.

Als das Trio von ihm abließ, soll einer der Angreifer zu Fuß und die beiden anderen in dem Mercedes geflüchtet sein. Ein alarmierter Rettungswagen brachte den 42-Jährigen mit Verletzungen am Kopf und an einem Arm zur Behandlung in ein Krankenhaus. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben zu den mutmaßlichen Tätern wurden bislang nicht gemacht.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in Berlins täglichem Polizeibericht publik gemacht. Die Staatsanwaltschaft besitzt eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw)



#1 Patroklos
  • 23.09.2017, 12:53h
  • Hoffentlich melden sich zu diesem ungeheurlichen Vorfall Zeugen, von denen einer oder zwei sich das Kennzeichen des Mercedes notiert hat und dadurch die Täter gefaßt werden.

    Jetzt sind Schwule auch schon nicht mehr vor den homophoben Übergriffen sicher, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, so weit ist es also schon!
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#2 PeerAnonym
  • 23.09.2017, 13:17h
  • Die Politik darf nicht länger wegsehen und muss endlich aktiv werden.

    Was wir jetzt dringend brauchen:

    - besseren Diskriminierungsschutz ohne Ausnahmen und Lücken
    - Reform des Trans-Gesetzes
    - mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen
    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie
    - Verbot von Konversionstherapien

    Das sind die Bedingungen, damit sich auch die Gesellschaft ändern kann. Und daran wird sich jede künftige Regierung messen lassen müssen.
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#3 LaurentProfil
  • 23.09.2017, 13:18hMetropolregion Rhein-Neckar
  • >>Als er seinen Unmut äußerte, ...<<

    In der heutigen Zeit sollte man sich gut überlegen, wem man entsprechend gegenübertreten möchte.
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#4 jorgeAnonym
  • 23.09.2017, 14:22h
  • Antwort auf #3 von Laurent
  • LIeber Laurent....

    Schwule sollen also das Maul halten und sich wieder verstecken?
    Wieso gibts du dem zusammengeschlagenen Mann eine Mitschuld?
    Damit jemand wie du heute überhaupt schwul leben darf, sind andere ins KZ und Gefängnis gegangen!! Hätten wahrscheinlich auch besser das Maul gehalten....
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#5 SanottheEhemaliges Profil
#6 Simon HAnonym
  • 23.09.2017, 14:54h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • Ich stimme zu, dass die Politik endlich mehr unternehmen muss. Das führt nicht automatisch und nicht von heute auf morgen zu einer Verbesserung, aber es ist die notwendige Voraussetzung, damit Änderungsprozesse überhaupt erst in Gang kommen können.

    Deswegen darf da auch keine Zeit verloren werden: da das eh langfristige Prozesse sind, müssen sie so schnell wie möglich gestartet werden und es darf nicht noch mehr Zeit vergeudet werden...

    Aber neben der Politik, die die nötigen Rahmenbedingungen für gesellschaftlichen Wandel setzen muss, kommt auch den Massenmedien eine enorme Verantwortung zu:
    LGBTI-Themen müssen endlich in den Medien präsenter werden - sowohl im fiktionalen als auch im nicht-fiktionalen Bereich. LGBTI müssen in den Medien den Anteil haben, den sie auch an der Gesellschaft haben.

    Denn es zeigt sich immer wieder, dass die Medien enormen Einfluss auf die Gesellschaft haben und oft sehr schnell Dinge bewegen können.

    Das gilt nicht nur für die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten, die auch von uns finanziert werden und denen besondere Verantwortung zukommt, sondern das gilt auch für private Rundfunk- und Fernsehsender, Zeitungen, Zeitschriften, etc. und deren Online-Angebote. Aber das gilt natürlich auch für Werbung. Wer uns als Kunden haben will, muss auch was dafür tun...
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#7 AmurPrideProfil
  • 23.09.2017, 15:25hKöln
  • Antwort auf #6 von Simon H
  • "..Aber das gilt natürlich auch für Werbung. .."

    Mir sind in der letzten Zeit verstärkt Werbespots im TV aufgefallen, die u.a. auch einander küssende Frauen- und Männerpaare zeigen.

    Finde ich richtig gut von den werbenden Unternehmen, weil sie so ohne großes Tamtam für unsere Sache werben und gleichzeitig den Heten eine weitere Möglichkeit bieten sich an diese Anblicke zu gewöhnen.

    Mal schauen ob in ein paar Jahren immer noch 43% der Befragten den Anblick von küssenden Männerpaaren als ekelig bezeichnen.
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#8 seb1983
  • 23.09.2017, 15:39h
  • Antwort auf #6 von Simon H
  • Die Hemmschwelle für Gewalt ist heute einfach extrem niedrig das ist ein Problem das bei weitem nicht nur Schwule betrifft, die Gründe zuzuschlagen sind austauschbar und nichtig.

    Heute morgen hat ein Freund einen Transporter getankt, fährt aus einer Einfahrt und hat ein Moped hinter sich wild gestikulierend, hält an, der hintere springt ab rennt nach vorne reißt die Tür auf und schlägt ihm sofort ins Gesicht und brüllt "kannst du nicht aufpassen du Idiot" setzt noch mal nach, springt wieder auf und die fahren weg. Leider hat er sich das Nummernschild nicht richtig gemerkt.
    Lippe aufgeplatzt und musste genäht werden.

    Die Sache in Berlin klingt mal wieder schwer nach Arabern oder Türken, aber selbst wenn nicht, spätestens als die beiden aus dem Auto gesprungen sind wäre ich ab.
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#9 GerritAnonym
  • 23.09.2017, 17:13h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • Ja, die Politik muss noch viel tun und auch ich bin dafür, jede Partei an ihren Engagement dafür zu bemessen - erst recht, wenn sie in Regierungsverantwortung ist.

    Aber wir können auch alle selbst aktiv werden und etwas tun. Nicht nur, indem wir entsprechende Parteien wählen, sondern auch durch unser Verhalten im Alltag.

    Das fängt schon damit an, dass wir selbstverständlich von unserem Freund / Mann reden, wenn Kollegen, Studien-Kommilitonen, etc. von der Freundin reden. Oder dass wir auch (dort wo es sicher ist, es muss keiner den Held spielen) mit unserem Freund händchenhaltend oder Arm in Arm durch die Stadt gehen, auf der Bank sitzen, etc.

    Ich war im Sommer in London und da kommen einen, wenn man durch die Innenstadt geht (egal ob übertags oder abends) in 5 Minuten mindestens 3 schwule Pärchen händchenhaltend entgegen. Da dreht sich keiner mehr nach um oder macht einen dummen Spruch - eben weil es so alltäglich und häufig ist.

    Sichtbarkeit ist der Schlüssel zu allem - deswegen versuchen Homohasser ja auch immer, uns unsichtbar zu machen und halten uns zu Zurückhaltung an. Die Leute müssen einfach sehen, wie viele wir sind und wie vielfältig wir sind und dann wird es immer alltäglicher und selbstverständlicher. Und damit steigt dann automatisch auch die Akzeptanz.
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#10 GerritAnonym
  • 23.09.2017, 17:18h
  • Antwort auf #7 von AmurPride
  • Ja, gerade auch die Effekte von Werbung sind hervorragend, weil sie eben so alltäglich ist. Wenn da wie selbstverständlich auch schwule und lesbische Paare gezeigt werden, trägt das viel dazu bei, das alltäglicher und selbstverständlicher werden zu lassen.

    Entsprechenden Unternehmen können wir gar nicht genug danken.

    Traurig ist dann immer, wenn Unternehmen das nicht tun oder den Schwanz einziehen. So wie Apple vor ein paar Monaten, die in den USA in einem Werbespot u.a. ein lesbisches Paar mit Kind gezeigt haben und das dann für Deutschland und andere Staaten durch eine andere Szene ersetzt haben (queer.de berichtete).
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