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Primary in Alabama

Wahlsieg für Homo-Hasser Roy Moore

Mit Roy Moore wird voraussichtlich in Kürze ein Politiker in den mächtigen US-Senat einziehen, der Homosexuelle aus religiöser Überzeugung bekämpfen will – und sich dabei wenig um Gesetze oder die Trennung von Kirche und Staat schert.


Roy Moore ist in Alabama mehrmals an die Spitze des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates gewählt worden – bald wird er wohl in Washington die Bundespolitik mitbestimmen

Roy Moore, einer der erbittertsten Gegner von LGBTI-Rechten in den USA, hat am Dienstag die republikanischen Vorwahlen in Alabama gewonnen. Damit wird der 70-Jährige mit großer Wahrscheinlichkeit im Dezember in den US-Senat gewählt werden. Die Nachwahl wurde nötig, nachdem der 2014 gewählte republikanische Senator Jeff Sessions, ebenfalls ein Gegner von LGBTI-Rechten, Justizminister unter Präsident Donald Trump wurde.

Bei einer parteiinternen Stichwahl setzte sich Moore mit 55 Prozent der Stimmen gegen den etwas moderateren Kandidaten Luther Strange durch, der von Trump unterstützt wurde. Am 12. Dezember muss er sich in den Wahlen dem Demokraten Doug Jones stellen. Im erzkonservativen Alabama gilt die Wahl des Republikaners bereits jetzt praktisch als ausgemachte Sache.


Präsident Trump hat Moore bereits via Twitter beglückwünscht und die Hoffnung geäußert, dass er im Dezember die Senatswahl gewinnt. Bei den Vorwahlen hatte Trump noch den Gegenkandidaten Luther Strange unterstützt. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses löschte Trump aber inzwischen Tweets, in denen er sich für Strange aussprach

Moore erklärte nach seiner Wahl, er wolle Präsident Trump helfen, Amerika "wieder großartig" zu machen. "Aber man kann Amerika nicht gut machen, ohne den obersten Ursprung dieses Gutseins anzuerkennen, den obersten Ursprung unserer Gesetze, unserer Freiheit und unserer Regierung – nämlich den allmächtigen Gott", so der evangelikale Christ.

Direktlink | Im republikanischen Haussender Fox News Channel ist man erfreut über den Ausgang der Wahl

Moore: "Homosexuelles Verhalten" schlimmer als Kindesmissbrauch

In den vergangenen Jahrzehnten hatte Moore bereits wiederholt mit seinen ultrakonservativen Ansichten für Empörung gesorgt. So sorgte der Anwalt nach seiner Wahl zum Chef-Richter Alabamas im Jahr 2002 für Schlagzeilen, als er bei einem Sorgerechtsstreit einem Vater Recht gab, obwohl dieser die Kinder missbraucht hatte. Grund: Die Mutter war eine Lesbe, die wegen ihres "homosexuellen Verhaltens" nicht in die Nähe von Kindern gelassen werden solle. Das Skandal-Urteil wurde später von einem Berufungsgericht wieder aufgehoben.

Moore wurde während seiner Karriere auch zwei Mal aus dem Alabama Supreme Court, dem höchsten Gericht des Bundesstaates, ausgeschlossen, weil er seine Macht missbraucht hatte. Die erste Suspendierung erfolgte 2003, als er sich weigerte, eine Anordnung eines Bundesgerichts umzusetzen und die biblischen zehn Gebote vom Justizgebäude in der Hauptstadt Montgomery zu entfernen.

2012 wurde Moore erneut in das Amt gewählt; seine zweite Suspendierung erhielt er vier Jahre später, weil er sich unter Berufung auf seinen christlichen Glauben geweigert hatte, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Alabama zu erlauben (queer.de berichtete). Damit widersetzte er sich gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der die Ehe im Juni 2015 für Schwule und Lesben geöffnet hatte (queer.de berichtete). Moore beschuldigte vor seiner zweiten Absetzung "Atheisten, Homosexuelle und Transgenderpersonen", eine Kampagne gegen ihn zu führen.

Wiederholt sorgte Moore mit LGBTI-feindlichen Aussagen für Wirbel. So bezeichnete er Transpersonen generell als "geisteskrank". Außerdem behauptete er, die angebliche Verfolgung von Gegnern der Ehe-Öffnung in den USA sei vergleichbar mit der Verfolgung von Juden in Nazi-Deutschland.

LGBTI-Aktivisten appellieren an Wähler

LGBTI-Aktivisten hoffen, dass bei der Wahl am 12. Dezember doch noch allen Vorhersagen zum Trotz der demokratische Kandidat das Rennen machen kann. Daher rief Eva Kendrick von der LGBTI-Organisation "Human Rights Campaign" alle Wähler auf, "der Politik des Hasses" eine Absage zu erteilen. Bei der letzten Senatswahlen konnten die Republikaner den Sitz aber jeweils deutlich gewinnen – mit rund zwei Drittel aller abgegebenen Stimmen.

Der US-Senat zählt 100 Mitglieder und ist neben dem mehr als vier Mal so großen Repräsentantenhaus maßgeblich an der Gesetzgebung beteiligt. Die Kammer enthält außerdem viele Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten – bei einem Impeachment-Verfahren gegen den Präsidenten nimmt es etwa die Funktion eines Gerichts ein und kann das Staatsoberhaupt mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit des Amtes entheben. (dk)



#1 PinoAnonym
  • 27.09.2017, 15:07h
  • Schlimm, dass ein offener Faschist, der seinen Hass sogar über Recht und Gesetz stellt, überhaupt in Wahlen so erfolgreich ist.

    Das beweist nur, dass die USA unter Donald Trump deutlich nach rechts rücken und das schlimmste Gesinnungen von vorvorgestern wieder salonfähig werden.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 27.09.2017, 15:59h
  • Antwort auf #1 von Pino
  • "Das beweist nur, dass die USA unter Donald Trump deutlich nach rechts rücken und das schlimmste Gesinnungen von vorvorgestern wieder salonfähig werden."

    Das stimmt natürlich.

    Wobei der ehemalige Sklavenhalterstaat Alabama nicht nach rechts rücken muss, weil er als Ostsachsen der USA schon immer extrem rechts war.
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#3 SebiAnonym
  • 27.09.2017, 17:58h
  • >>> Moore: "Homosexuelles Verhalten" schlimmer als Kindesmissbrauch <<<

    Damit verleumdet der nicht nur Homosexuelle, sondern er verhöhnt auch die Opfer von Kindesmissbrauch.
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#4 Homonklin44Profil
  • 28.09.2017, 10:46hTauroa Point
  • Auch schon vor dem politischen Horror-Clown Trump bewegten sicvh die USA in Richtung rechts hinten, back to the past.

    ""So bezeichnete er Transpersonen generell als "geisteskrank". Außerdem behauptete er, die angebliche Verfolgung von Gegnern der Ehe-Öffnung in den USA sei vergleichbar mit der Verfolgung von Juden in Nazi-Deutschland.""

    Mit solchen Positionen sollte sich der Mensch vielleicht selbst fragen, ob er nicht einen Besuch bei einem Psychiater nötig hat.

    ""So sorgte der Anwalt nach seiner Wahl zum Chef-Richter Alabamas im Jahr 2002 für Schlagzeilen, als er bei einem Sorgerechtsstreit einem Vater Recht gab, obwohl dieser die Kinder missbraucht hatte. Grund: Die Mutter war eine Lesbe, die wegen ihres "homosexuellen Verhaltens" nicht in die Nähe von Kindern gelassen werden solle. Das Skandal-Urteil wurde später von einem Berufungsgericht wieder aufgehoben. ""

    Das zeigt ein hohes Reading von schändlicher, beruflicher Inkompetenz, und man müsste ihn bei der Anwaltskammer oder einer vergleichbaren Kontroll-Instanz dafür anzeigen. Leider wird das 15 Jahre später keinen mehr kratzen.

    Ein Typ, der etwas von oberstem Ursprung und mythologischen Figuren faselt, in einem hohen politischen Amt...

    Pennywise Trump und seine Handlanger. Ich hoffe, Stephen King kriegt davon nicht Albträume.
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#5 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 28.09.2017, 14:02h
  • Schon wieder ein Republikaner, der sich als fanatisch und homophob outet :-/ :-P
    Sind die krank geworden? Irgendwie überträgt sich das von einem hohlen Kopf zum nächsten. Und das Wissen prallt an ihnen ab wie bei einer Stahlmauer.
    Da möchte ich doch lieber durch eine Geisterbahn fahren - da erwartet mich keine Gefahr und ich hab meine Ruhe und kann schlafen :-D
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#6 TheDadProfil