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Staatshomophobie

Ägypten: Sieben Personen wegen Homo-"Propaganda" verhaftet

Weil sie die Regenbogenfahne auf einem Konzert gezeigt haben, droht mehreren Musikfans eine Gefängnisstrafe.


Bilder vom Konzert brachten die ägyptische Volksseele in den letzten Tagen zum Kochen (Bild: Twitter / @HithamAlkashif)

Die ägyptische Polizei hat laut Medienberichten am Montag sieben Personen festgenommen, weil sie in der vergangenen Woche bei einem Konzert in Kairo Regenbogenfahnen geschwenkt haben sollen. Den Verhafteten wird demnach vorgeworfen, "Werbung" für sexuelle Minderheiten gemacht zu haben. Ihnen droht eine Strafe aufgrund von Gummiparagrafen, die beispielsweise "moralische Verdorbenheit" oder die "Verletzung der Lehren der Religion" unter Strafe stellen.

Anlass war das Konzert der libanesischen Band Mashrou' Leila, die von einem offen schwule Leadsänger angeführt wird. Bilder von Regenbogenfahnen auf dem Konzert tauchten vergangene Woche in sozialen Netzwerken auf, was dort zu scharfer Kritik führte. Laut dpa schrieb etwa ein Nutzer: "Dieses Land braucht etwas wie Hiroshima, um es von diesem Dreck zu reinigen."

Cairo! This was one of the best shows we've ever played! Was an honour to play to such a wonderful crowd! So much love! <3

Posted by ‎مØÂ'روع ÙÂ"يÙÂ"ى Mashrou' Leila‎ on Samstag, 23. September 2017
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Musikverband beantragt Auftrittsverbot gegen Band

Auch die nationalen Medien und der Verband der ägyptischen Musikindustrie verurteilten das Zeigen der bunten Fahnen scharf. "Wir sind eine religiöse, konservative Gesellschaft und müssen diese Identität bewahren", erklärte etwa Verbands-Vizechef Reda Ragab. Er kündigte an, dass deshalb gegen die Band in Ägypten ein Auftrittsverbot verhängt werde. Ein derartiges Auftrittsverbot gegen Mashrou' Leila hatte bereits Jordanien verhängt.

Viele Zeitungen kritisierten den Auftritt als Gefahr für junge Menschen, die so in den "homosexuellen Lebensstil" verführt werden könnten. So erschien in der staatlichen Zeitung "Al-Ahram" ein Artikel mit der Überschrift: "Die Fahne der sexuellen Abweichler und die Aushöhlung unserer Jugend".

Die Militärregierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist wiederholt von Menschenrechtsaktivisten für die Verfolgung von Homosexuellen kritisiert worden – unter ihm soll sich diese noch verstärkt haben. Es gibt auch Berichte, dass mutmaßliche Homosexuelle in Gefängnissen durch Anal-"Untersuchungen" gefoltert werden. (cw)

Direktlink | Ein populärer Song der Band Mashrou' Leila



#1 SebiAnonym
  • 27.09.2017, 17:59h
  • Und immer noch fahren da Leute in Urlaub hin und halten dieses Regime so an der Macht.
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#2 HoltzmannProfil
  • 27.09.2017, 23:19hBerlin
  • Danke für das neue Video von Mashrou' Leila, das kannte ich noch nicht.

    Diesen Song von ihnen, Maghawir, habe ich mal in Beirut in der Disco gehört:

    www.youtube.com/watch?v=mfHdRfvUlFs

    Der gefällt mir sehr gut. Die Originalversion findet man auch auf YouTube.
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#3 Homonklin44Profil
  • 28.09.2017, 09:52hTauroa Point
  • ""Wir sind eine religiöse, konservative Gesellschaft und müssen diese Identität bewahren", erklärte etwa Verbands-Vizechef Reda Ragab.""

    Ein guter Grund, von Reisen in dieses Land abzusehen, eventuellen Investoren abzuraten und Produkte von dort zu boykottieren.

    Bis die auch mal begreifen, wie viele unterschiedliche Eigenschaften Menschen haben können, ohne deswegen illegal zu sein.

    Das Religioten-Vernagelungsproblem lässt jegliche Weiterentwicklung zu einem Stillstand kommen. Solche Länder brauchen dann aber auch keine Zuwendungen erwarten.

    Wenn ein Staatssystem seine unterdrückten Homosexualitäten über Analuntersuchungen an willkürlich Verdächtigten ausleben muss, darf man sich auch fragen, wie pervers die Regierung/Verwaltung da gestrickt ist.
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