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Geplante Segnung wurde öffentlich

Münster: Bischof verbietet Segen für schwules Paar

Bischof Dr. Felix Genn intervenierte persönlich in einen für Samstag geplanten Gottesdienst nach der Verpartnerung des Emmericher Bürgermeisters Peter Hinze.


Der 67-jährige Felix Genn ist seit 2009 Bischof des Bistums Münster. Den Posten hatte er zuvor für fünf Jahre in Essen inne. (Bild: Ruecki / wikipedia)

Der Bischof des römisch-katholischen Bistums Münster, Dr. Felix Genn, hat einem Pfarrer persönlich untersagt, einem schwulen Paar während eines Gottesdienstes einen Segen auszusprechen. Pfarrer Stefan Sühling hatte sich bereit erklärt, für das Paar einen informellen "Segen für Liebende" zu erteilen.

Der Pfarrer einer Gemeinde aus Bislich, einem Ortsteil des niederrheinischen Wesel, erzürnte damit seinen Bischof, der angeblich aus der Presse von dem Plan erfuhr. Bei dem Paar handelt es sich um den SPD-Politiker Peter Hinze, der seit 2015 Bürgermeister des niederrheinischen Emmerich ist, und seinen Partner Hubertus Pooth. Vor dem Gottesdienst war für Samstag zunächst eine Verpartnerung auf dem Standesamt eingeplant – die lange geplante Lebenspartnerschaft soll später in eine Ehe umgewandelt werden.

"Es geht dem Bistum nicht darum, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft herabzuwürdigen", erklärte Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg gegenüber der NRZ. Durch Medienberichte sei aber der Eindruck entstanden, dass in der Kirche eine homosexuelle Hochzeit gefeiert werde. In Folge habe es diverse kritische Anrufe gegeben. Das Bistum wolle betonen, dass es einen Unterschied zwischen dem Sakrament der Ehe und einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gebe.

Hunde werden gesegnet, Schwule nicht


Peter Hinze (r.) 2015 im Wahlkampf mit der lesbischen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die dem gleichen SPD- Unterbezirk Kreis Kleve angehört (Bild: SPD Emmerich am Rhein / facebook)

Der 57-jährige Hinze zeigte sich bitter enttäuscht über die Intervention des Bischofs: "Man kann nicht schärfer den Eindruck bekommen, dass wir Menschen zweiter Klasse sind", sagte er der NRZ. "Es werden Hunde, Katzen und Motorräder gesegnet, aber wir sind es nicht wert?"

Mit Verweis auf die anstehende Zeremonie hatte sich Hinze vor rund zwei Wochen gegenüber der Lokalpresse öffentlich geoutet. Der NRZ sagte er zu einem langen Portrait, dass er damit jungen Menschen Mut machen wolle. Der "Rheinischen Post" sagte er: "Mein Partner ist der Kirche eng verbunden. Er war Messdiener, wohnt neben der Kirche."

Hinze, der einen Sohn aus einer früheren Ehe zu einer Frau hat, und der Gastronom Pooth kennen sich seit elf Jahren, seit drei Jahren sind sie ein Paar. Der Besuch der Kirche sei "mehr der Wunsch meines Partners" gewesen, sagte der Politiker der WZ. Pfarrer Sühling habe sich zu dem Segen bereit erklärt und betont, dass die Zeremonie keine Trauung sei, sondern ein Wortgottesdienst, an dem die Festgemeinde teilnehme. "Er werde um den Segen Gottes für Menschen bitten, die in Beziehungen leben", fasste ihn die RP vor zwei Wochen zusammen. "Er wolle keine große Sache daraus machen, wolle sich aber dem Wunsch von Menschen nicht verweigern, die sich Gott verbunden sehen. Vorgaben des Bistums würden beachtet."

"Grundlegende Unterschiede" zwischen Hetero- und Homo-Paaren

Bischof Dr. Felix Genn hatte erst im Juni zum Bundestagsbeschluss zur zivilrechtlichen Ehe für schwule und lesbische Paare in einer Predigt betont: "Hier werden wir uns als Kirche ganz klar zu einer deutlichen Positionierung der Ehe von Mann und Frau weiterhin bekennen". 2013 hatte er Konsequenzen für die Ökumene angekündigt, weil die Evangelische Kirche homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnet hatte – Genn stellte klar, "dass es nicht erst aufgrund der Aussage der Heiligen Schrift, sondern bereits von der Naturordnung her grundlegende Unterschiede zwischen der Ehe von Mann und Frau und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft gibt" (queer.de berichtete).


Auf seiner Facebook-Seite zeigt sich das Bistum Münster im Zeichen des Regenbogens

Die eigenen Schäfchen waren dem Bischof allerdings nicht gefolgt: In Rückmeldungen der Gläubigen zur Familiensynode des Vatikans beklagten diese 2015 nicht nur "eine Abwertung von lesbischer oder schwuler Sexualität" durch die Kirche, sondern forderten auch die Segnungen ihrer Partnerschaften ein (queer.de berichtete).

Laut einem Leitfaden der Gruppe "Homosexuelle und Kirche" finden sich vereinzelt römisch-katholische Priester, die Homo-Paaren einen Segen erteilen – solange das nicht öffentlich wird. Der katholische und schwule CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann hatte vor zwei Jahren nach vergeblichen Bitten bei Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, eine kirchliche Segnung auf anderen Weg erhalten – indem sein Partner von der römisch-katholischen zur altkatholischen Kirche übergetreten war (queer.de berichtete).



#1 QueerblickAnonym
  • 28.09.2017, 07:05h
  • Menschen die sich lieben, den Lebensweg gemeinsam gehen wollen und die Verweigerung des Segens von Gott, im Rahmen einer Eucharistiefeier, der nach Überzeugung der kath. Kirche, die Liebe Gottes ist. Mag auch der Bischof überzeugt sein ganz im Sinne seiner Kirche zu handeln, für mich ist es Ausdruck wie kalt es in der kath. Kirche sein kann, wenn die Gesetze über den Menschen stehen. Mein Lebensspartner und ich waren vor vielen Jahren in einer Kirche. Wir haben uns, nach altem Ritus, uns gegenseitig gesegnet mit dem Kreuzzeichen auf der Stirn, Mund und Brust. " Ich segne dich im Namen des Vater, des Sohnes und des hl. Geistes." Dies konnte und kann
    uns kein Bischof verbieten.
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#2 Homonklin44Profil
  • 28.09.2017, 08:54hTauroa Point
  • Als Mensch ohne Bedarf für religioten Mumpitz wie "Segnungen" fragt man sich natürlich, warum ein Ehepaar sich solche direkte und vom Bischof verleugnete Herabwürdigung ihrer partnerschaftlichen Liebe überhaupt bieten lassen will. Dass das ein Dominanzspielchen verbitterter Vereinsmeierei dieser "Kirche" (Sekte) ist, steht doch klipp und klar erkennbar.

    Die Haltung der Knilche, ihr begrenztes Weltbild und auch ihr unsachgemäßes, ebenso naives Verständnis einer Natur oder Ordnung Selbiger kennt man doch.

    Von dort zu erwarten, es könne eine Wertschätzung der Liebe zweier Männer zueinander vorgenommen werden, ist so ähnlich, als ginge man mit einem Bild von Leonardo Da Vinci zu einem Kaffeesatzleser, um die Echtheit bestätigen zu lassen.

    So fehlt den Knilchen auch das Grundsatzwissen um die partnerschaftliche Liebe insgesamt, sowie das Verständnis ums Ermessen derer Würde.

    Auf solche Quacksalber und ihren Dummsabbel würde ich keinen Pfifferling geben.

    Dem Paar wünsche ich eine harmonische und erfüllte EHE!
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#3 SebiAnonym
  • 28.09.2017, 09:16h
  • Die Katholen werden sich niemals ändern...

    Wie bei jeder Religion basiert deren totalitäres Machtsystem (und damit auch deren Einkommen) auf Hass, Bevormundung und Unterdrückung.
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#4 Paulus46Anonym
  • 28.09.2017, 09:26h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • www.domradio.de/themen/ehe-und-familie/2017-09-28/muensters-
    bischof-untersagt-segnung-fuer-homosexuelles-paar


    Sehr bedauerlich, das der Bischof von Münster dies dem örtlichen katholischen Priester in Emmerich untersagt.

    Ich bin als Christ froh, schon vor vielen Jahren zu den Landeskirchen der EKD übergetreten zu sein, wo es eine EKD-Leitung gibt, die 2001 das Lebenspartnerschaftsinstitut befürwortet hat und ebenso nunmehr diesen Sommer die Ehe für alle befürwortet und begrüßt hat.

    --------------

    In den 20 Landeskirchen der EKD gibt es mittlerweile in 16 von 20 Landeskirchen kirchenrechtlich erlaubt öffentliche Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare und sieben Landeskirchen (Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz; Rheinland; Hessen-Nassau und Baden) haben reguläre kirchliche Trauungen erlaubt, wo die kirchliche Amtshandlung auch in die Kirchenbücher eingetragen wird. Im Herbst kommt nunmehr dann die Landeskirche Württemberg an die Reihe, wo derzeit an der Basis in Württemberg"mobilisiert" wird.

    www.huk.org/cms/front_content.php?idart=352

    Aber diese Ausgrenzug homosexueller Menschen aus der Katholischen Kirche führt auch dazu, dass die Katholische Kirche keinen Priesternachwuchs mehr hat. Denn "dort beißt" sich "die Katze in den Schwanz", wenn die Katholische Kirche die schwulen studierten Männer "verprellt", dann hat sie auch keinen Priesternachwuchs mehr, so lange sie am Zölibat festhält und muß notgedrungen die Priester aus Indien/Afrika einfliegen lassen, weil dort die pure Armut genügend Männer ins Klerikeramt "treibt".
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#5 panzernashorn
  • 28.09.2017, 09:38h
  • Wie man so naiv oder auch dumm sein kann, als Schwuler den "Segen" einer hochkriminellen Sekte zu ersehnen, der rechtlich völlig ohne irgendeine Bedeutung ist, wird sich mir nie erschließen; vielleicht grenz es an eine Art Stockholm-Syndrom.

    Die Folgen der lebenslangen religiotischen Hirnwäschen sieht man ja rund um die Uhr überall, aber ab einem gewissen Punkt an Bildung oder Lebenserfahrung sollte doch ein halbwegs intelligenter Mensch anfangen zu denken - und anschließend auch handeln.
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#6 JogoleinProfil
  • 28.09.2017, 09:52hAalen
  • Antwort auf #5 von panzernashorn
  • Zieh meinetwegen über die Bischof her. Ist völlig ok. Aber Menschen, denen der Segen ihrer Glaubensgemeinschaft und ihr Glaube einfach wichtig ist, aus der Ferne und ohne sie zu kennen eine psychische Krankheit zu unterstellen ist freundlich formuliert schlicht eine bodenlose Frechheit!

    Wer von anderen lautstark und zurecht Respekt und Akzeptanz fordert, der ist gut beraten, das Lebensmodell und den Glauben anderer eben auch zu akzeptieren. Das ist nicht zuviel verlangt, denn man muss deshalb noch lange nicht gläubig sein oder die Kirche(n) für gut befinden.

    Ich kann gut nachvollziehen, wie sich die beiden fühlen, nachdem ihnen das, was ihnen offenbar sehr wichtig ist, per Veto durch den Bischof entzogen wurde. Mir tut das Leid. Häme ist hier völlig deplaziert!
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#7 JogoleinProfil
  • 28.09.2017, 09:58hAalen
  • Antwort auf #6 von Jogolein
  • Ergänzung: Natürlich ist das Stockholm-Syndrom keine Krankheit, ich drückte mich falsch aus, es ist lediglich eine kognitive Wahrnehmungsverzerrung, aber das macht es natürlich auch nicht besser.
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#8 JasperAnonym
  • 28.09.2017, 10:06h
  • "Hunde werden gesegnet, Schwule nicht"

    Nicht nur das.

    Auch mit dem Segnen von Motorrädern und anderen Fahrzeugen oder sonstigen Gegenständen hat die Kirche kein Problem, wenn sie sich damit als angeblich volksnah verkaufen kann.

    Nur bei LGBT müssen die weiterhin hetzen, weil sie ihren Schäfchen einen gemeinsamen Feind präsentieren müssen, um sie überhaupt noch auf Linie halten zu können.
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#9 Homonklin44Profil
  • 28.09.2017, 10:10hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von Paulus46
  • Ich versuche Dich menschlich durchaus Ernst zu nehmen, auch wenn ich glaubensbefreit bin, und damit zufrieden.
    Erkläre mir doch mal vom christlichen Standpunkt, was so eine "Segnung" überhaupt bringt. Ist das eine Art divine Erlaubnis, einander lieben zu dürfen? Ein reiner Ritus, ein Zeremoniell, oder bereinigen Christen damit gewissentliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer intimsten Gefühle für einander, oder so etwas?

    ""Aber diese Ausgrenzug homosexueller Menschen aus der Katholischen Kirche führt auch dazu, dass die Katholische Kirche keinen Priesternachwuchs mehr hat. Denn "dort beißt" sich "die Katze in den Schwanz", wenn die Katholische Kirche die schwulen studierten Männer "verprellt", dann hat sie auch keinen Priesternachwuchs mehr, so lange sie am Zölibat festhält und muß notgedrungen die Priester aus Indien/Afrika einfliegen lassen, weil dort die pure Armut genügend Männer ins Klerikeramt "treibt".""

    Tja, wenn die Dogmen erst mal die Natur und ihre Varianten, Nuancen, Wirklichkeit ablehnen und verleugnen, weil das Weltbild begrenzt auf ein naives Dafürhalten ist, erfolgt diese Ausgrenzung automatisch. Das "Verprellen" hat also hausgemachte Gründe. So, wie diese "Kirche" in ihrem dogmatischen Filz dermaßen verknöchert ist, dass es hoffnungslose Zustände erreicht. So viele Schwule und Bisexuelle hält der Zölibat ab, wie Heteros an sich, mag sein. Für Pädophile schien er kein Hindernis zu sein, die gibt es dort in rauen Mengen.
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#10 Paulus46Anonym
  • 28.09.2017, 10:30h
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • @Homonklin44
    "Ich versuche Dich menschlich durchaus Ernst zu nehmen, auch wenn ich glaubensbefreit bin, und damit zufrieden."

    --> Also das Thema hatten wir hier schon of im Laufe der Jahre: Atheismus(Agnostizismus und Theismus treffen aufeinander.

    Da antworte ich Dir, auch wenn ich christlich gläubg bin und damit zufrieden bin, nehme ich Dich durchaus menschlich Ernst.

    Ich kann Dir echt hier in einem Blog nicht den christlichen Glauben in paar Sätzen näher bringen, da wende Dich bitte an einen christlichen Pfarrer oder deine örtliche Kirchengemeinde. Das ist auch kaum in paar Sätzen hier niederschreibbar und zu erörtern

    ------------------

    Was ich aber kann, hier immer wieder die UNTERSCHIEDE zwischen den christlichen Kirchen im Bereich LGBTI aufzuzeigen, denn diesbezüglich habe ich mich im Laufe der Jahre sehr intensiv mit den unterschiedlichen Haltungen der verschiedenen christlichen Kirchen aber auch mit den Haltungen des Buddhismus, des Judentums oder des Hinduismus auseinandergesetzt. UND ich mag es überhaupt nicht, so pauschal allen Religionen oder innerhalb des Christentums allen christlichen Kirchen Homophobie und LGBTI-Feindlichkeit zu unterstellen, wie es eine Reihe von atheitischen LGBTI-Vertretern immer wieder gern machen, um ihren eigenen Atheismus/Agnostizismus zu legitimieren. Das sind schlichtweg Unwahrheiten und atheistische Propaganda, die dort gestreut wird, um den Religionen per se zu schaden.

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    Erkläre mir doch mal vom christlichen Standpunkt, was so eine "Segnung" überhaupt bringt. Ist das eine Art divine Erlaubnis, einander lieben zu dürfen? Ein reiner Ritus, ein Zeremoniell, oder bereinigen Christen damit gewissentliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer intimsten Gefühle für einander, oder so etwas?

    Also begreife einfach, das es einem Teil der christlich geprägten oder allgemein religiösen Menschen wichtig ist, dass auch Ihre Paarbeziehung in den Kirchen als Trauung gefeiert wird und legitimiert wird. Es ist dir letztlich nicht vermittelbar, wenn Du nicht religiös bist. Du kannst diese Frage aber auch jedem Heteropaar stellen, warum sie vor dem Altar heiraten wollen. Gehe doch ins nächste Brautladengeschäft und erkundige dich bei den dortigen Menschen.
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