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Abfuhr für homophoben Professor

Hannover: Kongress "Männerleben" lädt Ulrich Kutschera aus

Die homophoben Tiraden des Kasseler Evolutionsbiologen waren zu viel: Nach Kritik des SPD-Regionspräsidenten hat der Kongress "Männerleben" Ulrich Kutschera von der Rednerliste gestrichen.


Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera war als Gegner des Kreationismus (Schöpfungslehre) in der Vergangenheit auch ein gern gesehener Gast in Wissenschaftssendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. In den letzten Jahren machte er aber vor allem mit seinen homophoben Thesen Schlagzeilen (Bild: Screenshot Das Erste)

Professor Ulrich Kutschera wird nicht wie angekündigt Anfang November in Hannover auf dem Kongress "Männerleben" einen Vortrag zum Thema Gender halten. Die Veranstalter haben den Evolutionsbiologen, der an der Universität Kassel lehrt, wegen dessen LGBTI-feindlicher Aussagen ausgeladen. Das bestätigte das Büro des Regionspräsidenten von Hannover, des SPD-Politikers Hauke Jagau, am Donnerstag gegenüber queer.de.

Mehrere Personen hatten sich zuvor beim Regionspräsidenten, der auch Schirmherr des Kongresses ist, über den geplanten Auftritt beschwert. Daraufhin wandte sich der Politiker nach Angaben seines Büros am Mittwoch an die Veranstalter, die dann einer Ausladung des Professors zugestimmt hätten. Jagaus Büro betonte, dass der Politiker "für eine offene und vielfältige Gesellschaft" eintrete, in der Diskriminierung nicht toleriert werde. Die Ansichten Kutscheras würden sich grundsätzlich von denen des Regionspräsidenten und des Veranstalters unterscheiden.


Regionspräsident Hauke Jagau, der Schirmherr von "Männerleben", beschwerte sich über den Auftritt des Homo-Hassers, nachdem er von dessen Thesen erfuhr (Bild: SPD in Niedersachsen / flickr)

"Das Gender-Paradoxon"

Kutschera wollte in Hannover seinen Vortrag "Das Gender-Paradoxon" halten, in dem er sich laut Programmheft gegen die "radikal-feministische Geschlechter-Theorie bzw. [die] Politikagenda des Gender Mainstreaming (GM)" aussprechen wollte. Gender-Mainstreaming umschreibt eine staatliche Strategie, die Gleichbehandlung der Geschlechter zu erreichen.

Bereits seit mehreren Jahren macht sich Kutschera einen Namen als Kritiker der vermeintlichen "Gender-Ideologie" und verbreitete abwertende Thesen über Homosexuelle. Im Sommer sprach er sich gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht aus, weil diese eher Kinder missbrauchen würden – in diesem Zusammenhang sprach er von einem "Horror-Kinderschänder-Szenario" und "staatlich geförderter Pädophilie". Außerdem attackierte er die angeblich übermächtige "links/grün/rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby", die auch die "'christlichen' Parteien fest im Würgegriff" habe. (dk)



#1 JeroenAnonym
  • 28.09.2017, 12:16h
  • Richtig so.

    Solche Pseudo-Wissenschaftler, denen es nur um ihren Hass und nicht um Wissenschaft geht, haben auf einem wissenschaftlichen Kongress nichts zu suchen.

    Schlimm genug, dass der überhaupt noch an einer Uni lehren darf... (Was mehr über die Universität Kassel aussagt, als über seine Qualifikation.)
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#2 Paulus46Anonym
#3 goddamn liberalAnonym
#4 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 28.09.2017, 13:10h
  • Wieso war er überhaupt eingeladen? Normalerweise informiert man sich doch über die Gäste, die reden sollen, im Voraus.
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#5 Homonklin44Profil
  • 28.09.2017, 13:20hTauroa Point
  • Wieder ein Sieg. Staatlich nicht geförderte Mythensuppe, gut so.

    "" Im Sommer sprach er sich gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht aus, weil diese eher Kinder missbrauchen würden in diesem Zusammenhang sprach er von einem "Horror-Kinderschänder-Szenario" und "staatlich geförderter Pädophilie".""

    Woher nimmt man eigentlich die Gewissheit, dass das bei Hochschul-Professoren mit einem weltanschaulich fragwürdigen Hintergrund nicht mindestens so sein kann? Dass die eher dazu neigen, ideologischen Brunz zu inhalieren und heimlich eher dazu neigen, Kinder zu fressen, meine ich. Vielleicht lässt sich das an Gemeinsamkeiten im Mindset herleiten, oder an den Lebensläufen. Evolutionär prädestiniert, sozusagen. Wenn die eine Seite vollkommenen Unsinn darf, dann wir aber bitte auch.

    Ja und der böse Würgegriff. und der radikale Queer-Feminismus... bei paranoiden Episoden und Angst vor Frauen sollte man eher den Psychiater seines Vertrauens damit vollnölen, und keine weltverschwörerischen Ideen in die Welt setzen.
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#6 SebiAnonym
  • 28.09.2017, 15:45h
  • Ich wäre ja nach wie vor dafür, dass die Plagiatsjäger auch mal seine Dissertation und Habilitation überprüfen, ob die überhaupt wissenschaftlichen Standards genügt, ob da nichts plagiiert wurde und überhaupt ausreichende Schöpfungshöhe vorliegt.
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#7 Patroklos
#8 HannoverAnonym
  • 28.09.2017, 20:27h
  • Da hat die Politik grade nochmal in letzter Minute die Kurve gekriegt ...
    Fast hätte Hauke Jagau alles verschlafen ...

    Entscheidend war der öffentliche Druck, der in den Medien entstanden ist. Davor haben alle Politiker Angst. Wenn Man(n) etwas erreichen will, muss Man(n) Themen in die Schlagzeilen bringen.

    Dank an Queer.de für das Engagement.
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#9 JadugharProfil
  • 28.09.2017, 21:06hHamburg
  • Antwort auf #6 von Sebi
  • Es gibt auch Titelträger, die mittels Fleiß und auswendig lernen jene Positionen erreichen, aber von der Materie nichts verstehen, da sie eh kein Interesse daran haben, sondern nur die Position wichtig ist.
    Das Können ist der entscheidene Moment und nicht das Nachplappern des Gelernten, was man notfalls durch Fleiß vielleicht auch anwenden kann.

    Ich habe von dieser Sorte Mensch mit Titeln sehr viele kennen gelernt, die sich oft hinter hochtrabenden Ausdrücken und Redensweisen ihr Unvermögen verstecken. Etwas zu erklären sind sie auch nicht in der Lage. Das nämlich setzt Verständnis voraus.
    Da Herr Kutschera seine Thesen nicht überzeugend erklären und beweisen kann, gehen viele und ich davon aus, daß er seiner Auszeichnungen gemäß nichts wert ist.
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#10 PinoAnonym
  • 29.09.2017, 14:05h
  • Dass die Uni Kassel sich immer noch diesen Freak leistet, der das Ansehen der Uni komplett ruiniert, ist mir ein Rätsel.

    Ist das wirklich eine Esoterik-Einrichtung, wo alle so denken oder hat der irgendwas gegen seine Kollegen und die Uni-Führung in der Hand?
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