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Streit vor Gericht

Trump-Regierung kämpft für das Recht auf Diskriminierung

Das US-Justizministerium stellt sich in einem Gerichtsverfahren auf die Seite eines homophoben Arbeitgebers, der einen Angestellten wegen dessen Homosexualität gefeuert hat.


Unter Präsident Donald Trump wird die Luft für sexuelle Minderheiten rauer (Bild: IIP Photo Archive / flickr)

Die amerikanische Regierung hat sich in ein Gerichtsverfahren eingeschaltet, in dem es um Job-Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung geht. Ein Anwalt des Justizministeriums hat am Dienstag vor einem Bundesberufungsgericht in New York City argumentiert, dass Arbeitgeber nach Bundesrecht Homosexuelle diskriminieren dürften.

"Arbeitgeber, die 'Title VII' unterliegen, dürfen die sexuellen Beziehungen ihrer Angestellten in deren Freizeit bei ihren Entscheidungen in Betracht ziehen", sagte Anwalt Hashim Mooppan nach Angaben von "Vice".

"Title VII" ist Teil des 1964 beschlossenen Gesetzes "Civil Rights Act", das unter anderem Diskriminierung aufgrund der Rasse, der Religion oder des Geschlechts untersagt. Zwar wird sexuelle Orientierung darin nicht direkt erwähnt, LGBTI-Aktivisten argumentieren aber, dass die Diskriminierung von Homosexuellen auch als Geschlechterdiskriminierung anzusehen sei und daher nach Bundesrecht verboten ist. Mooppan stritt diese Interpretation jedoch vor Gericht ab: "Zwischen Geschlecht und sexueller Orientierung besteht ein rationaler, intuitiver Unterschied."

Ein Berufungsgericht in Chicago hatte bereits im März in einem anderen Fall entschieden, dass auch die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung eine Geschlechterdiskriminierung sei (queer.de berichtete). Andere Gerichte hatten aber in ähnlichen Fällen anders entschieden. 2015 entschied etwa ein Bundesgericht, dass Arbeitgeber Transsexuelle nach Gutdünken feuern dürften, solange sie eine religiöse Begründung für die Entlassung anführten (queer.de berichtete).

Fallschirmsprunglehrer wegen Homosexualität entlassen

Im vorliegenden Fall "Zarda v. Altitude Express" geht es um die Entlassung des Fallschirmsprunglehrers Donald Zarda aus der Nähe von New York, der 2010 von seinem Arbeitgeber wegen seiner Homosexualität gefeuert worden war. Er hatte vor einem Tandemsprung eine Schülerin beruhigen wollen, die sich wegen des engen Körperkontakts Sorgen gemacht hatte – und hatte ihr gesagt, dass er "zu 100 Prozent schwul" sei. Der Freund der Schülerin habe sich dann beim Arbeitgeber beschwert, der den Lehrer daraufhin fristlos kündigte. Der inzwischen verstorbene Kläger wird vor Gericht von seinem Lebenspartner vertreten.

Bislang gibt es nur in der Hälfte der Bundesstaaten regionale Antidiskriminierungsgesetze, die ausdrücklich sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität umfassen. Ob LGBTI auch durch "Title VII" geschützt sind, ist unter Juristen hoch umstritten. Die Obama-Regierung hatte sich anders als die Trump-Regierung aus diesen Gerichtsverfahren meist herausgehalten. Der von Donald Trump ernannte neue Justizminister Jeff Sessions gilt im Gegensatz zu seinem Vorgänger als ausgesprochener Gegner von LGBTI-Rechten.

Ungewöhnlich an diesem Gerichtsverfahren ist, dass eine andere Bundesbehörde im selben Fall auf der anderen Seite kämpft: Die Antidkiskriminierungsbehörde "Equal Employment Opportunity Commission" argumentiert im Fall "Zarda v. Altitude Express", dass die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung nach "Title VII" verboten ist. Einer der Richter hat deshalb erklärt, es sei "ein wenig eigenartig", dass sich das Innenministerium gegen eine andere Bundesbehörde stelle. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 28.09.2017, 15:42h
  • Dass man einen Arbeitnehmer wegen dessen Homosexualität entlässt, ist schon pervers genug. Dass dann aber auch noch die rechtspopulistische Trump-Regierung das Recht auf Diskriminierung durchsetzen will, zeugt nur von deren Degeneriertheit.

    Da Trump und seine Entourage in so ziemlich allen Punkten komplett versagen und nur durch Skandale von sich reden machen, wollen die wohl von sich selbst ablenken und brauchen dringend einen Erfolg für ihre rechte Anhängerschaft.
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#2 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 28.09.2017, 18:30h
  • Was für eine Diskriminierung - unglaublich.
    Wenn eine Person, in diesem Fall eine Frau, ein Problem hat, an einem Fallschirmlehrer angegurtet zu sein, dann sollte sie besser kein Fallschirm springen.
    Aber wie dreist muss man sein, sich beim Arbeitgeber des Fallschirmlehrers zu beschweren und zu lügen, sie sei unsittlich angefasst worden?
    Es ist schon abartig wie Menschen reagieren, wenn sie hören, dass jemand homosexuell ist.
    Als ob es eine ansteckende Krankheit sei!

    Und Donald Duck posaunt dazu und grölt: ''Ja, verurteilt ihn,'' wie im Wahn.

    Meine Güte, das ist ein Albtraum-Theater in Realität. Bitte, USA, in vier Jahren muss dieser Tollwütige vom Thron runter!
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#3 giliatt 2Anonym
  • 29.09.2017, 03:34h
  • Wegen des Geschlechts darf man in Amerika nicht diskriminiert werden. Nicht als Mann oder weil man eine Frau ist. MANN oder FRAU - toll - das ist egal. Aber es fehlt das Gesetz, das sagt, was der Begriff GESCHLECHT beinhaltet. Daher die abweichenden Auslegungen diverser Bundesgerichte.

    Geschlechtsidentität. Schwullesbischtransgender...

    Wir deutsche Schwule haben keinerlei Einfluss auf die Rechtssprechung amerikanischer Gerichte, die leider von Herrn Trump nun beeinflusst werden. Dem Tandem-Fallschirmspringer wurde gekündigt, weil er der ihm anhängenden Dame schwor, dass er keine sexuellen Gelüste hat, sie festzuhalten. Sagte ihr in beruhigender Absicht, dass er schwul sei. Aber das Festhalten gehört zu seinem Job!! Lässt er sie los, landet sie irgendwo in Lampukistan in der Pampa und bricht sich das Genick, anstatt mit ihm auf dem geplanten Landeplatz abzurollen. Habe solchen Sprung auch mal gewagt mit meinem Kumpel Hermann. Seine schützende Umarmung emfand ich als schützend, aber nicht als sexuelle Belästigung.

    Ich sagte auch mal einer Dame mal, dass ich schwul bin - analog siehe oben - als ich in der Fischerklause unterhalb des Kurhauses in BINZ an der OSTSEE am Rosenmontag ungebührlich gesoffen hatte anno 1987.
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#4 PinoAnonym
  • 29.09.2017, 14:04h
  • Agent Orange spaltet sein Land für seinen persönlichen Vorteil...

    Ich glaube wirklich, dass es stimmt, was viele Psychologen sagen:
    Trump ist ernsthaft psychisch erkrankt.
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#5 Ihr *Kampf*Anonym