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Robert-Koch-Institut

HIV-Neudiagnosen um acht Prozent zurückgegangen

Im vergangenen Jahr erhielten über 3.400 Menschen in Deutschland ein positives HIV-Ergebnis.


Vorbeugung gegen HIV bietet vor allem das Kondom, als Ergänzung gibt es aber inzwischen auch PrEP

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder zurückgegangen. Laut den am Donnerstag im "Epidemologischen Bulletin" veröffentlichten Zahlen gab es 2016 bei insgesamt 3.419 Menschen ein positives HIV-Testergebnis. Im Jahr zuvor waren es noch 280 Menschen mehr gewesen. Das entspricht einem Rückgang um acht Prozent.

Auch die Zahl der Männer, bei denen als Infektionsweg gleichgeschlechtlicher Sex vermerkt wurde, ist rückläufig: Insgesamt habe es 1.725 Neudiagnosen in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), gegeben. Das sind 142 Neudiagnosen weniger als im Vorjahr – auch hier liegt der Rückgang im Jahresvergleich bei acht Prozent. Die stärksten Rückgänge sind laut dem Robert-Koch-Institut bei MSM aus Hessen (minus 35 Neudiagnosen), Nordrhein-Westfalen (minus 29 Neudiagnosen) und Hamburg (minus 27 Neudiagnosen) gemeldet worden. Die Zahlen gingen besonders in Großstädten zurück, während sie in ländlichen Gemeinden stagnierten.

DAH: Weniger Neudiagnosen heißt nicht unbedingt weniger Neuinfektionen

Die Deutsche Aids-Hilfe warnte nach Veröffentlichung der Zahlen, eine sinkende Zahl der Neudiagnosen heiße nicht automatisch, dass sich weniger Menschen mit dem Virus infiziert hätten. Die Zahl spiegle lediglich wider, wie viele Menschen erstmals positiv auf HIV getestet wurden. Die Infektion könne dabei schon Jahre zurück liegen. Andere Menschen hätten sich im letzten Jahr infiziert, aber noch kein positives Testergebnis erhalten. Eine Schätzung der tatsächlichen HIV-Neuinfektionen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut im November.

Bereits am Mittwoch wurde im Fachmagazin "Lancet" eine Studie veröffentlicht, laut der in Europa immer mehr ältere Menschen über 50 Jahre mit HIV diagnostiziert werden würden. Die Autoren erklärten, dass Ältere weniger als Jüngere damit rechnen würden, sich mit HIV zu infizieren – insbesondere Heterosexuelle seien von dieser Entwicklung betroffen. Jeder Zweite, der HIV-positiv getestet werde, trage das Virus bereits seit längerem in sich. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 28.09.2017, 18:07h
  • "Im vergangenen Jahr erhielten über 3.400 Menschen in Deutschland ein positives HIV-Ergebnis. "

    Das sind immer noch 3.400 zu viel, aber es ist schon mal gut, dass die Zahl um 8% zurückgegangen ist.

    Ziel muss weiterhin die Ausrottung dieser Seuche sein. Und die Impfung und vollständige Heilbarkeit.
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#2 Patroklos
  • 28.09.2017, 19:45h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ein Rückgang um acht Prozent ist trotzdem viel zu wenig! Wären die HIV-Neudiagnosen um 50 oder 80 Prozent zurückgegangen, wäre das ein richtig toller Erfolg! Ansonsten stimme ich Deinen Aussagen zu!
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#3 SanottheEhemaliges Profil
  • 28.09.2017, 23:29h
  • Besonders gefallen mir ja die Leute, die einerseits schreien, die Infektionszahlen müssten dringend sinken, sich aber andererseits vehement, egozentrisch und höchst moralinsauer gegen eine für alle gut verfügbare PrEP einsetzen.
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#4 NopePrepperAnonym
  • 29.09.2017, 01:12h
  • Dann PReP't mal schön und bildet euch ein das DAS hilft und euch eure 8% verschafft hat. Bis die ersten an multiresistenten Infektionen sterben, und dann wird wieder gejammert...es ist alles nicht mehr zu fassen
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#5 qwertzuioAnonym
  • 29.09.2017, 01:27h
  • mühsam ernährt sich das eichhörnchen. 8% sind eine super nachricht, finde ich. :)
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#6 Homonklin44Profil
  • 29.09.2017, 08:38hTauroa Point
  • Jeder Rückgang ist erst mal gut.Ob das sich nun auf PrEP oder die günstige/kostenfreie Verfügung davon zurückführen lässt, dafür ist die Beobachtungszeit zu knapp. Und wenn so -- gut so! Wenn mehr Leute sich testen lassen und sich informieren, anstatt achselzuckend wildfremd in der Geschlechtspampa zu stöbern, ohne einen Gedanken an STD's und Folgen zu verschwenden, bedeutet es auch, dass sich das Thema HIV noch nicht im modischen Leichtsinn der Neuzeit ertränkt hat.

    Die Dunkelziffer derer, die es erst spät durch irgend eine Untersuchung mitgeteilt kriegen, wird hoch genug sein. Von denen, die noch nicht davon wissen, ist in den Zahlen keiner drin.
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#7 qwertzuioAnonym
  • 29.09.2017, 15:38h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • mit prep hat der Rückgang wohl kaum zu tun, in dem Artikel sagt der robert-koch-typ ja, dass man neuinfektionen und diagnosen getrennt betrachten muss, und so lange gibt es prep ja auch gar nicht.

    von daher wäre es auch interessant zu wissen, ob der rückgang nicht einfach daran liegt, dass sich weniger leute testen ließen. aber ich hoffe mal, dass es in dem fall dann dazugeschrieben worden wäre.
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#8 TheDadProfil
  • 29.09.2017, 21:23hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • ""Ein Rückgang um acht Prozent ist trotzdem viel zu wenig! Wären die HIV-Neudiagnosen um 50 oder 80 Prozent zurückgegangen, wäre das ein richtig toller Erfolg! Ansonsten stimme ich Deinen Aussagen zu!""..

    Ein kleines Bisschen Geduld bis die PrEP ein Jahr verfügbar ist, vor allem jetzt wo die Preise fallen, wird man schon noch aufbringen können um eine solche Meldung zu lesen..

    8 Prozent sind eine signifikante Veränderung..
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#9 TheDadProfil
  • 29.09.2017, 21:26hHannover
  • Antwort auf #4 von NopePrepper
  • ""es ist alles nicht mehr zu fassen""..

    Jepp..
    Das ist längst nicht mehr zu fassen..
    Vor allem nicht das immer noch Leute mit der Idee der ""multiresistenten Infektionen"" hausieren gehen, die es bei Virus-Infektionen gar nicht gibt..

    Seit inzwischen mehr als 5 Jahren wird über die PrEP diskutiert, und noch immer laufen Leute durch die Gegend die solchen Unsinn daherreden..
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#10 Crikkie
  • 30.09.2017, 05:33h
  • Zuerst mal: die Zahl derer, die sich testen lassen, nimmt seit Jahren stetig zu.

    Auf der anderen Seite liegt die Zahl der Menschen, die in Deutschland über ihren HIV-Status nicht Bescheid wissen, bei derzeit etwa 15.000 - 17.000 Menschen und obwohl die Zahl der Neuinfektionen sinkt, steigt gleichzeitig die Gesamtzahl der Infizierten und somit auch das Risiko, sich durch ungeschützten Verkehr (sei es durch Kondome, PrEP und/oder PEP) zu infizieren.

    Und natürlich kann es auch bei der PrEP wie bei allen Therapie-Monokulturen zu einer Resistenz der Erreger kommen, wobei zwei der drei bisher registrierten Infektionen mit resistenten Virenstämmen trotz PrEP wohl durch übertragene Resistenzen zustande kamen.

    Man kann natürlich auch wie NopePrepper hingehen und rumjammern, dass die PrEP kein 100%iges Mittel gegen eine HIV-Infektion sei und giftig Vorurteile wie "PrEP-Nehmer sind Schuld an Resistenzen" verbreiten, oder man nimmt es einfach so, wie es derzeit "beworben" wird, nämlich als neues, zusätzliches Rädchen in der HIV-Prävention -und informiert sich erst einmal, bevor man es verurteilt.
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