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Katholische Kirche

ZdK-Präsident für Segnung von Lesben und Schwulen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg fordert ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare".


Thomas Sternberg ist seit 20. November 2015 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Bild: J.-H. Janßen / wikipedia)

In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" hat sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, für kirchliche Segnungen von homosexuellen Paaren ausgesprochen. Anlass des Gesprächs waren das Inkrafttreten der Ehe für alle am 1. Oktober sowie die verweigerte Segnung des Emmericher Bürgermeister Peter Hinze und dessen Lebenspartners.

Segnungen wären ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare", erklärte Sternberg. "Dahinter steht der Wunsch, dass Gott den Gesegneten beistehen möge." Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete aus NRW verwies auf bereits durchgeführte Gottesdienste am Valentinstag, in denen alle liebenden Menschen gesegnet werden könnten.

Verständnis für Segnungsverbot in Münster

Trotz seines Vorstoßes zeigte Sternberg Verständnis für das erst vor wenigen Tagen vom Münsteraner Bischof Felix Genn ausgesprochene Verbot, dem Emmericher Bürgermeister Peter Hinze (SPD) und dessen Lebenspartner in einem Wortgottesdienst einen "Segen für Liebende" zu spenden (queer.de berichtete). "Die Segensfeier drohte zu einem Ärgernis, einem Spektakel zu werden, da einer der beiden Männer vor Ort Bürgermeister ist, und die Feier im Gottesdienst als öffentliches Ereignis inszeniert werden sollte", meinte der 65-Jährige gegenüber der "Passauer Neuen Presse". "Zudem war er offenbar zuvor verheiratet, hat Frau und Kind verlassen. Ich kann die Entscheidung des Bischofs nachvollziehen. Zumal der Bürgermeister öffentlich erklärte, der Segen sei ihm gar nicht so wichtig, sondern seinem Partner."

Als ebenbürdig will der ZdK-Präsident gleich- und gemischtgeschlechtliche Ehen nicht anerkennen. Segnungen homosexuelle Paare dürften "nicht mit einer Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechselt" werden, so Sternberg. "Da gibt es nach unserer Auffassung einen gravierenden Unterschied. Nach katholischem Verständnis ist die Eheschließung ein Sakrament und findet vor dem Priester in der Kirche statt, nicht auf dem Standesamt."

Keine neue Entwicklung beim ZdK

Bereits im Mai 2015 hatte sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auf seiner Vollversammlung in Würzburg für die Segnung lesbischer und schwuler Paaren ausgesprochen. Dazu müsse es eine "Weiterentwicklung von liturgischen Formen" geben, hieß es in dem damals einstimmig gefassten Beschluss (queer.de berichtete).

Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen der Laienvertretung und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Es wird von der Deutschen Bischofskonferenz als Koordinationsgremium anerkannt, stellt jedoch kein offizielles Organ der Kirche dar. (cw)



#1 PiepmatzAnonym
  • 30.09.2017, 15:34h
  • Da findet sich doch sicher ein schöner Kompromiss, mit dem alle zufrieden sein können.

    Man könnte die homosexuellen Paare in einem abgesonderten Raum segnen, streng geheim und ohne jede Öffentlichkeit, um keine Empörung zu provozieren. Nur zum Schutz der Privatsphäre des Paares natürlich.

    Damit auch wirklich keine Missverständnisse über die Haltung der Kirche aufkommen, würden die Segnungen für beide Gesegneten getrennt voneinander stattfinden, um das Signal zu vermeiden, ihre Beziehung als solche sei akzeptabel. Vorher könnte man noch all die schönen thematisch passenden Passagen aus Levitikus, Römerbrief und Katechismus rezitieren, die klarstellen, wohin der Weg der widernatürlichen Lust führt.

    Wäre das nicht ein schönes Signal der Wertschätzung?

    Wer heute immer noch Mitglied in dieser Kirche ist, hat eigentlich nichts Besseres verdient.
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#2 SanottheEhemaliges Profil
#3 nickiNACKIAnonym
  • 30.09.2017, 17:28h
  • Religionen, hier die katholische Religion, hatten schon immer die Sexualität als Thema. Mit ihr wurden und werden Gesellschaften organisiert, mal durch eine Priesterkaste, mal durch eine ganze Kirche. Die Reproduktion bekommmt ein gedankliches Sahnehäubchen.

    Zur Zeit benötigt die röm.-katholische Kirche keine Soldatenkaste wie in Sparta, die sich sexuell und emotional stützt; die Schweizer Jungs reichen völlig.

    Als Religion der Liebe - und Wenigen überkommt jetzt ein Brechreiz - suggeriert sie ohne eigenes Interesse, nur mit Nächstenliebe, Politik gestalten zu können. Praktisch, und die Geschichte zeigt es, ist das Gegenteil der Fall.

    Das Interesse von Homosexuellen liegt in der rechtlichen Gleichstellung als Individuum und nicht als Mensch, der sich reproduzieren kann. Damit entzieht er sich den Deutungen der Kirche von Sexualität und der Sicherung ihrer Macht, etwa in christlichen Parteien.

    Wenn die röm.-katholische Kirche den Einzelnen achten würde, müsste sie verschiedene Interpretationen von christlicher Lehre akzeptieren. Die Konzile sprechen eine andere Sprache. Die erzwungene Anpassung bekommt das Stigma des "Nächsten", ein Kompromiss, den die evangelische Kirche mit dem 30jährigen Krieg beantwortet hat.
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#4 hugo1970Profil
  • 30.09.2017, 17:53hPyrbaum
  • Die katholische kirche wird nie Queers anerkennen, denn sie fürchtet den Machtverlust schlimmer als den Teufel.
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#5 SebiAnonym
  • 30.09.2017, 20:27h
  • Wer uns "segnen" will, verdeutlicht damit nur nochmal, dass uns die Heirat verwehrt bleiben soll. "Segnen" tun die doch alles - von Tieren und Pflanzen über Gebäude bis hin zu Schiffen, Motorrädern, etc.

    Zumal sie genauso auch Verständnis für das Segnungsverbot in Münster haben. Mit anderen Worten: wieder mal viel Blabla, aber nichts neues...
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#6 Miguel53deProfil
  • 30.09.2017, 22:33hOttawa
  • Antwort auf #1 von Piepmatz
  • Sehr schön geschrieben. Und doch sitzt ein gewisser Mensch im Münsterland bereits mit scharrenden Hufen da, um wieder ein Jahrtausenwunder zu beschwören. Nur allzu gern möchte r doch endlich wieder in den Schoß der Mutter Kirche zurückriechen.

    Fürdiejenigen, die trotz allem Übel Mitglieder der alleinseligmachenden RKK bleiben möchten, ist der Ansatz zunächst verlockend und schön. U d dann reißt der selbe Katholik mit dem Allerwertesten wieder ein, was er mit goldener Zumge gerade aufgebauthat.

    Was bleibt ist ein Nichts, von der Diskriminierung mal abgesehen.

    Doch was soll man sagen? Die zivile Ehe ist Angelegenheit des Staates, nicht der Kirche. "Darum gebe dem Kaiser, was des Kaisers ist. Und Gott, was Gottes ist." Matthäus 21.21. Wir hörten das Wort des Herrn.

    :-)
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#7 Homonklin44Profil
  • 01.10.2017, 02:04hTauroa Point
  • Mit Gravur kommt wohl der Unterschied, dass eine gleichgeschlechtliche Ehe auch ganz ohne Kirche, Segen und Märchenfiguren auskommt.

    Braucht man den Dummsabbel eines Knilchs dafür? Das gewählt menschenverachtende Geschleime kann er sich in den Haarkranz schmieren.

    Kann er doch was Besseres segnen. Zum Beispiel das Zeitliche oder seinen Stuhlgang.
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#8 Julian SAnonym
  • 01.10.2017, 09:38h
  • Mit Verlaub, aber ihre Segnungen und anderen okkulten Riten können die sich sonstwohin stecken.

    Wir brauchen kein Feigenblatt, mit denen die und abspeisen und kaschieren wollen, dass sie uns die Ehe weiterhin vorenthalten.

    Außerdem wird jeder intelligente, klar denkende und aufgeklärte Mensch eh nichts von irgendwelchen Sekten und Aberglauben halten. Das alles dient diesen Organisationen doch nur der Machtausübung und die akzeptieren immer nur gerade so viel Fortschritt, wie sie eh nicht mehr verhindern können und wie es für ihren Machterhalt nötig ist. Letztendlich geht es beim System Religion immer nur um Unterdrückung, Bevormundung und das Schüren von Hass. Anders kann dieses System gar nicht funktionieren und so erhalten die sich Macht und Geld.
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#9 Ralph
  • 01.10.2017, 18:53h
  • Antwort auf #1 von Piepmatz
  • Oh ja... Mir sind die sturen Nein-Sager lieber als die Kompromisssucher und Umgehungslöser. Die Nein-Sager haben wenigstens einen klaren Standpunkt und Rückgrat genug, ihn durchzuhalten. Die vermeintlichen Liberalen sollten besser ihre abweichende Ansicht deutlich machen, Gleichbehandlung fordern, aber nicht vermeintlichen Lösungen hinterherjagen, die nur Diskriminierung zementieren würden. - Im Übrigen stimme ich denen zu, die hier die innerkirchliche Diskussion für überflüssig halten. Entweder ist man schwul oder man ist Christ. Beides geht nicht zusammen. Man kann auch nicht gleichzeitig Jude und Nazi sein. Wer aus persönlichen Gründen unbedingt Wert auf einen kirchlichen Ritus legt, kann sich an eine fortschrittliche evangelische Landeskirche oder an die Altkatholiken wenden oder sich in eingeweihten Kreisen (HuK z.B.) einen Pfarrer nennen lassen, der das im privaten Rahmen durchführt. Es ist ja nun nicht jeder einzelne Pfarrer auf Papstlinie. Wer daran denkt, wie lange es bis zur Anerkennung des kopernikanischen Weltbildes oder bis zur Tolerierung Nicht- und Andersgläubiger gedauert hat, weiß, dass die katholische Kirche zum Nachdenken Jahrhunderte braucht.
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#10 PieterAnonym
  • 01.10.2017, 19:10h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Ich würde allerdings das, was die Katholen machen, nicht "Nachdenken" nennen, sondern Taktieren. Die bewegen sich immer nur dann, wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht und sie zu sehr als das auffallen würden, was sie eigentlich sind.
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