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Kommentare zu:
Nur weil man Teil des Establishments ist, muss man sich nicht so verhalten


#27 stromboliProfil
  • 03.10.2017, 10:22hberlin
  • Antwort auf #9 von HieristMario
  • "Egal wie andere das finden, jeder sollte die gleichen Rechte haben ..
    Genau hier steckt der fehler im detail..

    Jeder sollte gleiche rechte haben.. ergo dürfte es kein sonderrecht für verheiratete geben, sondern ein allgemeines verpartnerungsgesetz, das alle möglichkeiten des zusammenlebens organisiert..ohne benachteiligung einer jeweiligen gruppe..

    Was ist mit den verbindungen aus bisexuellen beziehungen, was mit den nicht verheirateten aber kinder habenden.
    Wir haben die transidentitären fragen offen!

    Wir haben ein heteronormatives recht zu unserem eigenen gemacht.. das ist noch lange kein schwul-lesbisches.

    "Auch bei den Politikern hat man schon die Unterschiede gemerkt, welcher sich engagiert "nur" für das Thema Ehe einsetzte, sonst aber wenig Ahnung von lgbti hatte und welcher sich umfassender mit dem Thema beschäftigte."
    Du hast durchschaut und ziehst trotzdem die falschen schlüsse.
    Sie haben erfolgreich dass was wir "community nennen, teilen können.

    " So gesehen wird sich da nicht viel ändern, diejenigen die es ernst meinen werden weitermachen."
    Worüber aber ernsthaft "weitermachen. "weitermachen im vorgegebenen rahmen der stabilisierung reformbedürftiger reglementierungsstrukturen..

    " Im Endeffekt trennt sich so die Spreu vom Weizen, man wird sehen wer es ernst meint. "
    Was aber ist "ernstmeinen" unter diesen voraussetzungen...?
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#26 TheDadProfil
  • 02.10.2017, 22:06hHannover
  • Antwort auf #24 von BuntSchoen
  • ""Die Ursache deines Anhängens deiner Kommentare an meinen, ist, dass du nicht nachfragst, was ich eigentlich meine.""..

    Das verallgemeinert die Sache allzusehr..
    In der absolut überwiegenden Zahl der "angehängten" Kommentare handelt es sich um direkte Antworten auf den von Dir kolportierten Unsinn, und dienen dazu diesen richtig zu stellen..

    Ein Nachfragen dazu "was du eigentlich meinst" erübrigt sich damit..
    Vor allem weil Du selbst für die konkreten Aussagen Deiner Sätze verantwortlich bist..

    Aber nehmen wir mal an, Du hättest hier Recht..
    Was genau hindert Dich eigentlich daran Dich von vorne herein unmissverständlich auszudrücken ?

    Nur mangelhafte Informationen über die Abläufe politischen Wirkens von Parteien und Landtagen in der Wechselwirkung mit dem Bund, oder einfach nur die Idee dessen, was Du dir dazu ausdenkst müßte dann auch richtig sein ?

    ""Und ich wiederhole nochmal: nach deiner Meinung fragte ich nicht. ""..

    Erneut :
    Willkommen im Netz..
    Auf den Tag an dem man Dich fragt ob man eine Antiwort geben darf, wirst Du lange warten müssen..
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#25 AmurPrideProfil
  • 02.10.2017, 14:46hKöln
  • Wie hier einige in der Ehe für alle, also einem rechtlichen Diskriminierungsabbau, einen "Schritt zurück" sehen können, bleibt mir völlig unverständlich.

    So etwas gelingt einem wohl auch nur, wenn man vor lauter "Betriebsblindheit" gegen alles loswütet, was es in Heterobeziehungen auch gibt!
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#24 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 02.10.2017, 09:18h
  • Antwort auf #22 von TheDad
  • Die Ursache deines Anhängens deiner Kommentare an meinen, ist, dass du nicht nachfragst, was ich eigentlich meine. Du interpretierst.
    Und ich wiederhole nochmal: nach deiner Meinung fragte ich nicht.
    Nur weil ich nicht immer konkret schreibe, bedeutet das nicht, dass ich nicht konkret denken würde.
    Ich habe kein Interesse mit dir ins Gespräch zu kommen!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »
#23 Homonklin44Profil
  • 01.10.2017, 23:19hTauroa Point
  • ""Es zeigt sich, dass gesellschaftliche Diskriminierung negative Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit und Lebenserwartung hat. Um diese Gesundheitsrisiken abzuwehren, braucht es eine gezielte und holistische Gesundheitspolitik.""

    Sogar individuell spezifisch sollte sie berücksichtigen.

    Und mit dazu gehört das Abschaffen diskriminierender therapeutischer und pseudotherapeutischer Angebote wie Konversionstherapien,oder die erzwungen psychiatrische Durchprüfung an Trans*-Identitäten, als müsse man irgendwelche Störungen ausschließen.
    Natürliche Vielfalt sollte kein Grund für therapeutisch oder psychiatrisch lebensbegleitendes Monitoring sein, sofern ein Mensch sich das nicht ausdrücklich selbst wünscht.
  • Antworten » | Direktlink »
#22 TheDadProfil
  • 01.10.2017, 22:39hHannover
  • Antwort auf #20 von BuntSchoen
  • ""Und vor allem steht bei mir nirgendwo, dass sich der Bund in die Länder einmischen soll.""..

    Müßte er aber, wenn denn die Beteiligung der Grünen an einer Bundesregierung die von Dir erwartete Auswirkung im falle der Aufklärung entwickeln soll..

    So weit geht aber Dein nachdenken dann doch wieder nicht.

    ""Du solltest überhaupt grundsätzlich bei den Kommentatoren nachfragen, wenn du deren Kommentare nicht so verstehen kannst wie sie geschrieben wurden!""..

    Dazu gäbe es 2 Varianten als Antwort :

    Wie kommst Du auf die absurde Idee Du wärest hier missverstanden worden, denn meine Antwort auf Deinen Kommentar enthielt keinerlei Frage ?

    Und was bedeutet hier dann der Einwand
    ""wenn du deren Kommentare nicht so verstehen kannst wie sie geschrieben wurden!"" ?

    Zu einer Arroganz die ausdrückte Du seist irgendwie "intellektuell leistungsfähiger" als Andere, was sich in rhetorischer Finesse ausdrückte besteht hier Deinerseits überhaupt kein Anlass..

    Dein Problem liegt dagegen eher im Bereich des nicht Beherrschens der eigenen Sprache, die zu Teils wundervoll naiven Stilblüten führt..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#21 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 01.10.2017, 22:34h
  • Antwort auf #19 von TheDad
  • ''Deine Meinung über die Möglichkeiten einer Bundesregierung sind bestenfalls von Wünschen geprägt.''

    Das ist ein Vorteil, wenn man nicht in Schubladen denkt: solange die Grünen in der Regierung mitdabei sein werden, hat Deutschland eine Chance, sich sozial weiterzuentwickeln! Sowohl auf Bundesebene als auch auf Länderebene.
    Und die positiven Auswirkungen einer grünen Regierung auf Landesebene erlebe ich bereits in meiner Umgebung - und ich habe nichts zu beklagen!

    Übrigens hatte ich nicht nach deiner Meinung gefragt. Deshalb habe ich kein Interesse, mich mit dir auszutauschen.
    Ende!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#20 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 01.10.2017, 22:21h
  • Antwort auf #19 von TheDad
  • Weswegen es wichtig ist, da weiterhin Druck zu machen! Übrigens war meine Aussage nicht nur über Schule, sondern auch die Erweiterung der Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung.
    Alles wichtige Themen nach der Eheöffnung.

    Und vor allem steht bei mir nirgendwo, dass sich der Bund in die Länder einmischen soll.

    Du solltest überhaupt grundsätzlich bei den Kommentatoren nachfragen, wenn du deren Kommentare nicht so verstehen kannst wie sie geschrieben wurden!
    Deine ewige Interpretation geht mittlerweile einigen auf die Nerven.

    Schreib doch eigene Kommentare, anstatt anderen hinterher zu schreiben.
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#19 TheDadProfil
  • 01.10.2017, 21:27hHannover
  • Antwort auf #15 von BuntSchoen
  • ""Ich frage nicht, wessen Aufgabe das ist. Meine Aussage ist, dass das kommen muss.""..

    Du solltest überhaupt mehr Fragen stellen, dann erhältst du auch mehr Informationen..

    Deine Meinung über die Möglichkeiten einer Bundesregierung sind hier bestenfalls von Wünschen geprägt..

    Das da was kommen muß ist eine Forderung die die Community seit mehreren Jahren vertritt, und dennoch hat sich am Kooperationsverbot das einer Bundesregierung nicht erlaubt sich in die Bildungspolitik der Länder einzumischen um zu erreichen das Aufklärung in den Schulen bundesweit ein vergleichbares Niveau erlangte, immer noch nichts geändert..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#18 hugo1970Profil
#17 hugo1970Profil
  • 01.10.2017, 19:38hPyrbaum
  • Danke, zu Deinem Kommentar!
    Dieser Kommentar müßte in allen großen Tageszeitungen auf der ersten Seite (komplett auf der ersten Seite und nicht kurzer Text mit dem Hinweis zur weiterlesen auf Seite ....) erscheinen.

    Und dieser:

    "Dabei gilt es nicht erst aktiv zu werden, wenn wir als LSBTIQ* selbst betroffen sind, sondern auch, wenn die Menschen, die sich nur dann wohl fühlen, wenn sie auf andere herabgucken können, gegen beispielsweise Asylsuchende, Muslime oder Sinti und Roma Stimmung machen. Das ist im Kern eine Frage der Solidarität. Es ist aber auch im ureigenen Interesse der LSBTIQ*-Bewegungen. Je mehr es zur Normalität wird, eine Gruppe herabzuwürdigen, desto unsicherer leben alle Menschen in einer Gesellschaft."

    Abschnitt gefällt mir am meisten (der ganze Gastkommentar ist hochaktuell und sollte von jedem Menschen so gelebt werden! Wir schützen uns nicht, wenn wir nur was für uns tun, nein, wir müßen auf alle Berreiche gucken und wo etwas zu machen gilt sollte man auch alles daran setzen es umzusetzen!!!
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#16 BuntSchoenEhemaliges Profil
#15 BuntSchoenEhemaliges Profil
#14 AchilleusProfil
#13 la_passanteAnonym
  • 01.10.2017, 14:27h
  • Heiraten bedeutet keineswegs zwingend, Teil des Establishments zu werden. Gerade sichtbare LGBTI-Heiraten und -Ehen könne sehr viel zum Relativieren, und damit zum Abbau, des Heteroestablishments beitragen. Zudem, wie schon jemand weiter oben sagte, Establishment sich hauptsächlich durch ganz andere Kriterien definiert, insbesondere durch materielle Klassenherrschaft, an der LGBTI-Sein und -Ehe nichts ändern.
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#12 KetzerAnonym
  • 01.10.2017, 14:16h
  • "Ja, es führt bei mir kein and'rer Weg zur Seligkeit..."

    www.youtube.com/watch?v=t26U5sByZuo

    Endlich sind wir wieder bei den Werten von vor 1969, als übrigens auch der § 175 noch in seiner vollen Schärfe bestand und Schwule verhaftet und verurteilt worden.

    "Der Kampf ist beendet", Herr Bruns? Really?
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#11 TheDadProfil
  • 01.10.2017, 13:55hHannover
  • Antwort auf #7 von BuntSchoen
  • ""Mit den Grünen in der Regierung gibt es eine Chance, das in Schulen zu integrieren.""..

    Schulpolitik ist Ländersache..
    Hier also auf eine Veränderung durch eine Beteiligung der Grünen an der Bundesregierung zu hoffen bevor das Kooperationsverbot aufgehoben ist, was vor allem von Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen nicht abgeschafft werden will, weil die damit eine Einmischung des Bunds in "Länder-Kompetenzen" befürchten, ist bestenfalls eine Wunschvorstellung..
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#10 TimonAnonym
  • 01.10.2017, 13:30h
  • "Ich finde es nur schwer auszuhalten, wenn meine Regierung mit Akteur*innen Wirtschaftsverträge schließt, die mich an einer Straßenlaterne aufhängen würden. Ich will einen verdammten Konrad-Adenauer-Flieger in Regenbogenfarben [...]"

    Da muss ich mich den Grünen anschließen:
    die Bundesregierung muss sich endlich auch im Ausland mehr für LGBTI-Rechte einsetzen. Gerade dort, wo die Verfolgung am größten ist.

    Und mit solchen Staaten, wo wir sogar interniert oder gar getötet werden, darf Deutschland keine Geschäfte mehr machen. Solche Regime dürfen nicht (auch mit unserem Geld) an der Macht gehalten werden.
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#9 HieristMarioAnonym
  • 01.10.2017, 12:55h
  • Es gibt Kritiker die angeblich aus dem Grund gegen die Ehe für jeden sind, weil Homosexuelle mit dem Bund der Ehe eine konservative Sache eingehen.

    Da frage ich mich, sind eingetragene Lebenspartnerschaften, in denen man sich fest zu einer Person bekennt, das nicht genauso? Genauso gut oder schlecht ist die "normale" Ehe. Es wird keiner konservativer nur weil er heiratet, entweder ist man es so oder so oder man ist es nicht.

    Egal wie andere das finden, jeder sollte die gleichen Rechte haben und wenn jemand heiraten möchte soll er das tun dürfen.

    Man kann sogar gegen das Konzept der Ehe sein und trotzdem solange es diese gibt, sich dafür einsetzen dass jedes Paar diese eingehen kann, denn alles andere ist Diskriminierung.

    Das erinnert mich an die Aussagen mancher Leute als es darum ging ob Frauen in der Bundeswehr als Soldatinnen dienen dürfen. Nach dem Motto, was ist denn daran toll zu lernen auf Menschen zu schießen und dieses als Begründung nehmen um dagegen zu stimmen.
    Man muss nicht verstehen warum jemand den Beruf des Soldaten erlernen möchte ( ich verstehe das auch nicht), man kann aber trotzdem solange es die Bundeswehr gibt, dafür sein dass Frauen dort nicht diskriminiert werden.

    Jetzt hat der Autor gar nichts dagegen gesagt, dass Homosexuelle heiraten dürfen, aber mein oben beschriebenes Argument habe ich leider von einigen queeren Menschen gehört.

    Das sich ausgeruht wird nur weil wie nun zum Establishment gehören glaube ich nicht.
    Jene die davor schon viel gekämpft haben für Gleichberechtigung von lgbti, die sich gegen Mobbing in Schule und Arbeit von lgbti eingesetzt haben usw.. werden dies auch weiter tun.
    Jene die sich nun nicht mehr einbringen, haben es davor, außer um für die Ehe (als letzte gesetzliche Angleichung) zu kämpfen, auch nicht getan.
    Auch bei den Politikern hat man schon die Unterschiede gemerkt, welcher sich engagiert "nur" für das Thema Ehe einsetzte, sonst aber wenig Ahnung von lgbti hatte und welcher sich umfassender mit dem Thema beschäftigte. So gesehen wird sich da nicht viel ändern, diejenigen die es ernst meinen werden weitermachen. Im Endeffekt trennt sich so die Spreu vom Weizen, man wird sehen wer es ernst meint. Hat also, neben der tollen Sache, dass es nun eine gesetzliche Gleichstellung gibt, was zusätzlich positives.
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#8 Patroklos
  • 01.10.2017, 12:18h
  • In diesem Gastkommentar sind drei Fehler:

    "Ab heute können ich und mein Mann unsere Lebenspartnerschaft rückwirkend in eine Ehe umwandeln."

    Natürlich, der Esel nennt sich zuerst! Es muß "Ab heute können mein Mann und ich..." lauten!

    "Ich finde es nur schwer auszuhalten, wenn meine Regierung mit Akteur*innen..."

    Besseres Deutsch ist "...wenn meine Regierung mit Akteuren und Akteurinnen..."

    "Wir könnnen jetzt heiraten."

    Hier sollte "können" durch "dürfen" ersetzt werden, das trifft es nämlich genauer!
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#7 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 01.10.2017, 12:06h
  • Absolut korrekt, was ich im Artikel lese.
    Und zusätzlich muss ein Bewusstsein aufgebaut werden: ein Bewusstsein darüber, was es bedeutet, intolerant oder gar ein Homohasser zu sein! Das wirkt sich verheerend auf uns LSBTTIQ aus. Es ist wichtig, in Schulen schon pädagogisch darauf aufzubauen, dass ein soziales Miteinander wichtig ist. Sich nicht gegenseitig fertig zu machen, sondern respektvoll und rücksichtsvoll bleiben und sein.

    Mit den Grünen in der Regierung gibt es eine Chance, das in Schulen zu integrieren.
    Bitte: Grüne, LINKE, und SPD, paukt das durch! Und die Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung unbedingt konkret erweitern und ausformulieren!
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#6 LorenProfil
  • 01.10.2017, 12:01hGreifswald
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • "Na wenigstens bröckelt die fassade!"

    Was ja auch gut so ist. Ich betrachte Deutschland als ein eher strukturkonservatives Land, in dem z.B. eine progressive Gesellschaftspolitik erst über relativ lange Zeitläufe Mehrheiten in der Bevölkerung erreicht, die sich dann irgendwann in der Rechtssetzung niederschlagen. Das Eherecht ist da ein Mittel der Antidiskriminierungspoitik (bekanntich nicht nur in Deutschland). Wenn man bedenkt, dass es von der Einführung bis zur Abschaffung des § 175 122 Jahre gedauert hat, wird man sich vielleicht dessen bewusst, in welchen Zeiträumen man (nicht nur) hierzulande denken und agieren muss, wobei Rückschritte historisch betrachtet jederzeit möglich sind. Das neue Eherecht kann so als Teil einer langfristigen Strategie aufgefasst werden, die die Freiheitsrechte der Einzelnen vermehrt, ohne das Nonplusultra an denkbarer Freiheit darzustellen, für die es sich zu kämpfen lohnt.
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#5 stromboliProfil
  • 01.10.2017, 11:29hberlin
  • " ...energisch für tatsächliche Gleichberechtigung zu streiten, gehen wir einen Schritt vor und zwei Schritte zurück."
    Mit der EfA sind wir kleinbürgerlich einen schritt vor, gleichzeitig politisch aber mehrere zurück!
    Eben weil wir den blick auf den kampf gegen heteronormität ausser acht gelassen haben, sind wir strategisch-emanzipativ weit hinter unsere ziele zurück gegangen!

    ..."soziale Eltern werden rechtlich auch mit der Ehe für alle wie Fremde behandelt. Für sie muss ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden, in dem sie ihre Verantwortung absichern können."

    Wie konnte es möglich sein, so eindeutig sichtbares für den privaten egoismus aufgeopfert zu haben!
    Wieso konnte man nicht die im zivilen partnerschaftskonstrukt mögliche überwindung der "ehe" als anachronismus überkommener wertvorstellung zeichnen.
    Insofern war die beck-bruns'che -lsvd aktivität von anfang an restaurativ!

    Wir haben uns ein sondergesetz geschaffen, dass uns dem bestehenden angleicht!
    Dem sich zu stellen heißt auch über die verantwortung nachzudenken die wir uns aufgeladen haben, indem wir eine konservative selbstbestimmung als politische kampagne, als "emanzipation ausgegeben haben.. so auch unpolitisch gleichgeschlechtliche deren egoistische selbstverwirklichungen zum mittelpunkt schwuler selbstdarstellung gemacht haben.

    Da hilft auch kein "NUN sich erweiternder denkradius mehr, weil der ebenso wie der vormalige, nur stückwerk klein-reformistischer phrasenklopferei sein wird..
    So her und wohlklingend die ansagen denn auch sein mögen.

    Na wenigstens bröckelt die fassade!
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#4 FelixAnonym
  • 01.10.2017, 09:33h
  • Da stimme ich dem Herrn von den Grünen vollkommen zu:

    1. Nur weil man jetzt heiraten kann, heißt das ja nicht, dass man auch heiraten muss. Das kann jeder selbst entscheiden. Aber selbst wer nicht heiraten will, muss sich über diesen Tag freuen. Erstens für die anderen Paare, die es wollen. Und zweitens weil dieses Verbot ein Zeichen der Diskriminierung war, die auch Leute betraf, die gar nicht heiraten wollen.

    2. Auch wenn man heiratet, kann jedes Paar für sich entscheiden, wie es diese Ehe ausgestaltet. Und da muss man wirklich nicht zum biederen Establishment werden, nur weil man verheiratet ist. Niemand kann uns vorschreiben, wie wir unsere Ehen zu leben haben.
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#3 SanottheEhemaliges Profil
  • 01.10.2017, 08:40h
  • Bravissimo!

    Ich möchte einen Punkt besonders hervorheben, der in der Diskussion der letzten Jahre m.E. eine viel zu geringe Rolle gespielt hat:

    "Wir müssen über die gesundheitliche Situation von LSBTIQ* reden. Es zeigt sich, dass gesellschaftliche Diskriminierung negative Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit und Lebenserwartung hat."

    Hier geht es nicht nur um für jede_n Einzelne_n unendlich schmerzhafte Erfahrungen und Auswirkungen, sondern (ich hasse eigentlich, es zu sagen, weil ja heutzutage oft erst das ein "Argument" ist) es entsteht auch ein noch gar nicht bezifferter, riesiger volkswirtschaftlicher Schaden.

    Der nach wie vor massive Minority Stress sorgt teils für schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen und kann Karrieren verhindern oder zerstören. Oft genug landen Betroffene dann in prekären Lebensverhältnissen, was das Erlittene noch unerträglicher macht. Wenn sie nicht schon vorher - mehr oder weniger "erfolgreich" - versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

    Eine vollständige Akzeptanz, von der wir nach wie vor meilenweit entfernt sind, würde beinhalten, dass auch LGBTIQ* absolut gleiche Chancen erhalten, und zwar nicht nur nominal, sondern real. Das heißt, frei von allen Behinderungen durch die Gesellschaft, frei von emotionalem und psychischem Druck, eben frei von Anfeindung, Diskriminierung und struktureller Homophobie. Das fängt auf den Schulhöfen mit dem Schimpfwort "Schwuchtel" an und hört bei schlechterer Bezahlung für schwule Männer noch lange nicht auf.

    Eine freie Gesellschaft, die auf echter Akzeptanz und tatsächlicher Gleichberechtigung beruht, ist frei von diesen (und anderen) massiven Einschränkungen. Und heute leider nach wie vor eine Utopie.

    Ein wichtiges Stichwort ist hier der Begriff Solidarität, der hier dankenswerterweise ebenfalls aufgegriffen wird. Ein Begriff, der, wie ich schon öfter betont habe, in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr aus der Mode gekommen ist.

    Neoliberalismus ist angesagt, "jeder ist seines eigenen Glückes Schmied", und wer's aus oben genannten Gründen nicht schafft oder gar krank wird, ist eben ein Versager. Damit bürden wir die Schuld für das Problem den Menschen auf, die am meisten unendlich darunter leiden. Nichts anderes als eine weitere Form schäbiger Täter-Opfer-Umkehr.

    Solidarität bedeutet Füreinander-einstehen. Und zwar nicht nur innerhalb derselben Community (schon das ist heute schwierig genug), sondern auch zwischen benachteiligten Minderheiten.

    Ein gutes Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, ist der auf einer wahren Begebenheit basierende Film "Pride". Seht ihn Euch an, dann könnt Ihr verstehen, was ich meine. Und es mit dem Herzen fühlen.

    Mehr Herz. Mehr Herz füreinander.
    Und weniger Kaltschnäuzigkeit und neoliberale Egozentrik. DAS wird uns weiterbringen.
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#2 Rosa SoliAnonym
  • 01.10.2017, 08:23h
  • Ich stimme dem Autor in allen Punkten zu!

    Und die Grünen können wahrscheinlich schon bald beweisen, wie ernst sie es mit diesen Themen nehmen, wenn sie in der Regierung sitzen.
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#1 goddamn liberalAnonym
  • 01.10.2017, 07:27h
  • NiedriglöhnerInnen gehören selbst dann nicht zum Establishment, wenn sie verheiratet sind. Unabhängig davon, mit wem.

    Und auch aus dem schönsten Herrenzimmer kann unsereiner ganz schnell vom faschistischen Pöbel, der von einer Pseudo-Elite gelenkt wird, vertrieben werden. Das war schon bei den Pringsheims so.

    www.herrenzimmer.de/2013/04/20/hans-thoma-der-pringsheim-fri
    es/


    In Gestalten wie Beatrix von Storch (Organisatorin der Demo für alle) und Enkelin von Hitlers Finanz- und Raubminister wird diese hochkriminelle und faschistische Tradition fortgesetzt.
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