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  • 17. Juni 2005, noch kein Kommentar

Mit dem neuen Album "Never Gone" versuchen die Backstreet Boys dem Boy-Group-Image zu entkommen – ohne dabei Sex-Appeal einzubüssen.

Von Jan Gebauer

Wer hätte ernsthaft mit einer Rückkehr der Backstreet Boys gerechnet? Nach dem "Greatest-Hits"-Album von 2001 sah es so aus, als wenn Jungs vortan getrennte Wege gehen würden um wie Nick Carter (25) die Solo-Karriere zu starten. Brian Littrell kümmerte sich um seinen mittlerweile zweieinhalbjährigen Sohn, Howie Dorough (31) startete ebenfalls eine wenig erfolgreiche Solokarriere, Kevin Richardson (32) spielte am Broadway und A.J. McLean (27) schaffte es nach Aussagen der Bandkollegen, seine Alkoholprobleme in den Griff zu bekommen. Doch wie schon vor ein paar Wochen berichtetet (Artikel) – das Comeback ist perfekt – die Jungs haben mit "Never Gone" ihren fünften Longplayer in den Geschäften stehen. Und schon die erste Single "Complete" macht es deutlich: Das sind nicht mehr die gleichen Boys. Ein leichter Rock-Einschlag und aggressiverer Gesangsstil dominieren die Ballade, die bei weitem nicht so kitschig ist wie die Hits "As Long As You Love Me" (1997) oder "I Want It That Way" (1999). Diesen neuen Weg setzen sie weitgehend konsequent auf "Never Gone" fort. Zwar stolpern die Boys hin und wieder über Songs, die wie Relikte aus der Vergangenheit klingen (das sämige "Poster Girl"), aber insgesamt wirken sie überraschend frisch und belebt.

Gleich nach dem Auftakt mit "Incomplete" schieben die Boys zwei weitere Granaten hinterher: "I Just Want You To Know" beginnt poppig, bevor es im Refrain ordentlich kracht und der Song sich als perfekte Radio-Hymne entpuppt. "Crawling Back To You" ist dagegen eine weitere Ballade, die ebenfalls sachte beginnt und dann im Refrain kraftvoll mitreisst. Erfreulich ist auch, dass sie eine echte Perle als Bonus-Track ans Ende der Scheibe gepackt haben und nicht bereits am Anfang alle schweren Geschütze verschossen haben. "Rush Over Me" ist eine weitere gelungene Ballade, an der alle fünf "Hinterstraßen-Jungen" mitgeschrieben haben. Eine geradlinige Liebesschnulze, mit der sie sicher auch ein paar schwule Herzen zum Schmelzen bringen werden. Und wie das Booklet zeigt, sind die Jungs ansehnlicher als je zuvor.

Fazit: Dass sie singen können, brauchten die Backstreet Boys nicht mehr zu beweisen. "Never Gone" ist aber eine überraschend kompakte Rückkehr der einstigen Bubbis, die selbst den sonst nicht gerade als Fan der Boys zu bezeichnenden Autor dieser Zeilen zum Repeat-Schalten animiert.

Anspieltipps: "Incomplete", "Rush Over Me", "Crawling Back To You"

17. Juni 2005