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Ein erster Schritt

UN-Menschenrechtsrat fordert Abschaffung der Todesstrafe für Homosexualität

Mit 27 zu 13 Stimmen bei sieben Enthaltungen verabschiedete das UN-Gremium am Freitag eine wegweisende Resolution – Deutschland stimmte dafür, die USA dagegen.


In acht Staaten der Welt droht Homosexuellen bei einvernehmlichen Kontakten der Tod (Bild: Amnesty International)

Mit deutlicher Mehrheit hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen am Freitag eine wegweisende Resolution verabschiedet. Staaten, die die Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben, werden darin aufgefordert, diese Strafe bei einvernehmlichen homosexuellen Beziehungen, Ehebruch Blasphemie sowie Abfall vom Glauben nicht mehr anzuwenden.

Für den Beschluss stimmten 27 der 47 Mitglieder des Menschenrechtsrats. Es gab 13 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen. Zu den Befürwortern der Resolution gehörten neben Deutschland, Großbritannien und der Schweiz auch die afrikanischen Staaten Ghana und Togo, die Homosexualität kriminalisieren. Dagegen stimmten u.a. China, Japan und die USA zusammen mit dem Verfolgerstaat Saudi-Arabien gegen die unverbindliche Aufforderung, die Todesstrafe nicht mehr anzuwenden (siehe Kasten mit dem Abstimmungsergebnis).

Keine Todesstrafe bei Homosexualität, Ehebruch, Blasphemie und Abfall vom Glauben

Ja-Stimmen: Albanien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Deutschland, Ecuador, Elfenbeinküste, El Salvador, Georgien, Ghana, Großbritannien, Kirgisistan, Kongo, Kroatien, Lettland, Mongolei, Niederlande, Panama, Paraguay, Portugal, Ruanda, Schweiz, Slowenien, Südafrika, Togo, Ungarn, Venezuela

Nein-Stimmen: Ägypten, Äthiopien, Bangladesch, Botswana, Burundi, China, Indien, Irak, Japan, Katar, Saudi-Arabien, USA, Vereinigte Arabische Emirate

Enthaltungen: Indonesien, Kenia, Kuba, Nigeria, Philippinen, Südkorea, Tunesien

Die Todesstrafe für Homosexualität wird derzeit noch in acht Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verhängt: im Iran, in Saudi-Arabien, in Jemen und im Sudan, zudem in bestimmten Regionen von Somalia und Nigeria sowie durch in einigen vom "Islamischen Staat" besetzten Gebieten im Irak und Syrien. In fünf weiteren Staaten steht die Todesstrafe zumindest noch auf dem Papier (Pakistan, Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, Katar and Mauretanien).

Der Menschenrechtsrat ist ein Unterorgan der UN-Generalversammlung. Seine 47 Mitglieder werden auf jeweils drei Jahre gewählt; für einen Staat sind höchstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Amtszeiten erlaubt. (cw)



#1 wiking77
  • 03.10.2017, 07:11h
  • Das wird in Saudi-Arabien, im Iran und im Islamischen Staat nie und nimmer gelingen - eher friert die Hölle zu! Der Witz ist ja auch, dass das wahabitische Saudi-Arabien im Menschenrechtsrat den Vorsitz hatte/hat.
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#2 Andy2Anonym
  • 03.10.2017, 08:12h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • Viel bezeichnender finde ich allerdings, dass die USA mit NEIN gestimmt haben. Ich finde es erschreckend, zu was für einem hin­ter­wäld­le­rischen Staat sich die USA in kürzester Zeit entwickelt haben - man muss sich nur einmal ansehen, welche anderen Staaten mit NEIN gestimmt haben, d.h. in welcher Gesellschaft sie sich nun befinden.

    Ebenso wie der furchtbare Anschlag von Las Vegas. Der Mann hat Waffen gehortet, hatte einen Jagdschein, aber laut Medien gab es "absolut keine Anzeichen" für solch einen Anschlag. Wie oft ist so etwas schon dort passiert und dennoch halten sie krampfhaft an ihren Waffengesetzen fest?
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 03.10.2017, 09:01h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • Im Iran kann das nach einer linken und /oder nationalliberalen Umwälzung, mit der die gebildete Oberschicht die Vorherrschaft über die fromm-primitiven Volksmassen zurückgewinnt, durchaus mal geschehen. Es gab da nicht immer eine Schwulenverfolgung.

    Die USA sind nach dem Kriegertanz mit den Saudi-Potentaten in die Steinzeit zurückgefallen. Im Gegensatz zu einigen afrikanischen Staaten

    Und Kuba (Enthaltung) ist wohl doch nicht der Leuchtturm des Fortschritts als den uns ihn die Linkspartei gerne verkaufen möchte.
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#4 LinusAnonym
  • 03.10.2017, 09:21h
  • Dass die USA gegen die Abschaffung der Todesstrafe bei Homosexualität stimmen, ist ein Skandal und zeigt nur, wie die USA unter Donald Trump ticken.

    Es ist das eine, uns Gleichstellung zu verwehren, aber gegen die Abschaffung der Todesstrafe bei Homosexualität zu sein, ist nochmal eine ganz andere Nummer...
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#5 wiking77
  • 03.10.2017, 10:21h
  • Aber in den USA ist doch nirgends die Todesstrafe für homesexuelle Betätigung. Mir ist davon nix bekannt. Und das ist doch das Entscheidende.

    Bevor man hier USA-Bashing betreibt, sollte man mal in den theokratischen Staaten des mittleren Ostens bzw. nach Arabien schauen. Da sollte man mal zuvörderst aufkehren und nicht in den USA, Kuba, Israel oder sonstwo - sowas wäre billig.
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#6 Julian SAnonym
  • 03.10.2017, 10:54h
  • Antwort auf #5 von wiking77
  • 1. Es geht nicht um die USA, sondern um die UN.

    2. Fakten zu beschreiben und zu kritisieren, ist kein Bashing. Dass die USA gegen die Abschaffung der Todesstrafe gestimmt haben, ist doch nicht unsere Schuld, sondern das war deren freie Entscheidung. Wieso ist für manche Leute immer der Überbringer der Nachricht schlimmer als der Verursacher? Oder wie Tucholsky schon sagte: "Derjenige, der auf den Dreck hinweist, wird für schlimmer gehalten als derjenige, der den Dreck verursacht."
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#7 Erik RotbartAnonym
  • 03.10.2017, 11:00h
  • Antwort auf #5 von wiking77
  • "Aber in den USA ist doch nirgends die Todesstrafe für homesexuelle Betätigung. Mir ist davon nix bekannt. Und das ist doch das Entscheidende."

    Au, da muss man den USA doch glatt auf die Schulter klopfen...Anstatt, dass sie einfach mal ein Zeichen setzen...

    "Bevor man hier USA-Bashing betreibt, sollte man mal in den theokratischen Staaten des mittleren Ostens bzw. nach Arabien schauen. Da sollte man mal zuvörderst aufkehren und nicht in den USA"

    und warum zum Teufel macht das dann die USA eben NICHT?!?!?!

    Warum schaut die USA nicht auf diese Staaten, sondern stellt sich im Rat auf IHRE Seite und stimmt genauso ab?!?
    Ach ja... in den Sachen will man ja nicht Saudi-Arabien anpissen. Gegen Menschen aus andere Ländern ein Einreiseverbot verhängen, aber ausgerechnet bei Saudi-Arabien nicht nur wegschauen, sondern im Rat MIT ihnen stimmen.
    Was für ein glaubwürdiger Einsatz für Menschenrechte und was für eine glaubwürdige Kritik an die Lage in anderen Ländern!

    Man stelle sich vor, Deutschland hätte genauso abgestimmt...Dann wäre aber Ramba-Zamba los. Obwohl... man hätte sich ja nur an die USA gehalten.
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#8 MarekAnonym
  • 03.10.2017, 11:00h
  • Antwort auf #5 von wiking77
  • Auch wenn es in den USA selbst keine Todesstrafe für Homosexualität gibt, so ist es dennoch ein verheerendes Signal, wenn ausgerechnet dieses bedeutende Land sich nicht der weltweiten Ächtung der Todesstrafe auf Homosexualität anschließt.

    Das hätte es unter Hillary Clinton nicht gegeben...
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#9 schwarzerkater
  • 03.10.2017, 11:11h
  • Überraschenderweise so "üble" Länder wie Ungarn und Venezuela, selbst der Kongo stimmt gegen diese Art von Todesstrafe! Schande auf China, Indien, Japan und die USA ... über Staaten wie Saudia-Arabien und Konsorten erübrigt sich jeder Kommentar.
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#10 Patroklos