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"Fast-Track City"

Berlin auf den "letzten Metern Richtung Ende von Aids"

Am Freitag und Samstag findet zum 17. Mal der Fachkongress "HIV im Dialog" im Berliner Rathaus statt.


Berlin ist seit vergangenem Jahr eine "Fast-Track City"

"Fast-Track City Berlin: HIV verhindern – Aids beenden – Stigma entsorgen" – so lautet das Motto des 17. interdisziplinären Fachkongresses "HIV im Dialog", der am Freitag und Samstag im Roten Rathaus in Berlin stattfinden wird. Auch dieses Jahr steht der Kongress unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD).

Der Kongress steht 2017 ganz im Zeichen der sogenannten "Fast-Track Citys"-Initiative, der Berlin vergangenes Jahr beigetreten ist. Gemeinsames Ziel ist die Beendigung von Aids bis zum Jahr 2030. "Fast-Track" bedeutet "beschleunigt".

Die unter Führung der UN-Organisationen UNAIDS und UN-HABITAT sowie von der internationalen Vereinigung der Anbieter und Versorger von Aids-Medikamenten (IAPAC) und der Stadt Paris gestartete Initiative hat das 90-90-90-Ziel definiert. Es besagt, dass 90 Prozent aller Menschen mit HIV ihren positiven Status kennen sollten, von diesen sollen sich zudem 90 Prozent in antiretroviraler Therapie befinden und davon sollen bei 90 Prozent der Behandelten keine Viren mehr im Blut nachweisbar sein. Berlin hat laut Daten des Robert-Koch-Instituts in zwei von drei Punkten das Ziel noch nicht erreicht, ist ihm allerdings nahe: So würden nur 89 Prozent aller Positiven ihren Status kennen, von ihnen seien nur 85 Prozent in Behandlung. Bereits jetzt sei bei über 90 Prozent der HIV-Positiven in Behandlung die Virenlast unterhalb der Nachweisgrenze.

Publikumskongress nicht nur für Experten

"Berlin hat also mit den größten Herausforderungen zu tun, zugleich aber beste Voraussetzungen, um mit gutem Beispiel voranzugehen und in kurzer Zeit noch viel mehr zu erreichen", heißt es in der Ankündigung der Konferenz. "Denn wir verfügen über ein leistungsfähiges Gesundheitssystem und hoch kompetente Angebote in der Prävention sowie Beratung und Unterstützung von Menschen mit HIV." Die Konferenz sei "der Startschuss für die letzten Meter Richtung Ende von Aids".

Fachleute aus Medizin, Selbsthilfe und Prävention wollen bei dem Treffen gemeinsam ausloten, wie Berlin die HIV-Zahlen senken und die Behandlung verbessern kann. Zu den Themen zählt etwa, wie das Prophylaxe-Medikament PrEP verfügbar gemacht werden kann, wie Menschen ohne Aufenthaltspapiere und Krankenversicherung erreicht werden können und wie der Diskriminierung von Menschen mit HIV entgegengewirkt werden kann.

Im Anschluss an den ersten Kongresstag findet die Verleihung des ReD-Awards statt. Der Preis geht in diesem Jahr an den Kölner Apotheker Erik Tenberken, der die Monatspackung PrEP für gut 50 Euro auf den Markt gebracht hat und damit breiten Konsumentenkreisen in Deutschland den Zugang zur PrEP ermöglicht hat (queer.de berichtete).

Der Kongress bietet Experten, Politikern, Sozialwissenschaftlern und Vertretern von Selbsthilfe-Organisationen ein Forum, um mit international ausgewiesenen Experten zusammen zu kommen. Der Kongress steht dem interessierten Publikum offen und ist kostenfrei zugänglich. (cw)

Infos zum Kongress

HIV im Dialog vom 6. Oktober, 12 Uhr bis 7. Oktober, 18 Uhr. Veranstaltungsort: Berliner Rathaus, Rathausstr. 15, 10117 Berlin. Eintritt kostenlos. Detailliertes Programm als PDF-Datei.