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Hintergründe zum Filmstart

Liebe, Mut und Freiheit: Tom of Finland

Am Donnerstag startet das Biopic über den schwulen Künstler Touko Laaksonen im Kino. Wer war der Mann hinter den ungehemmten Muskelkerlen?


Muskeln, Schnurrbärte, Riesennippel und Leder: Zeichnung von Touko Laaksonen alias Tom of Finland (Bild: Tom of Finland Foundation)

Touko Laaksonen, besser bekannt unter seinem Pseudonym Tom of Finland, ist einer von Finnlands international bekanntesten bildenden Künstlern. Laaksonens Zeichnungen von durchtrainierten und ungehemmten Muskelmännern in Leder haben in der Pop-Kultur nahezu Kultstatus erreicht – und zudem schwule Männer von den früher gängigen Klischees befreit, ausschließlich feminin und schwach zu sein.


Eine Aufnahme von Touko Laaksonen aus den späten Fünfzigerjahren (Bild: Vesa-Matti Väärä / wikipedia)


Laaksonen begann mit dem Zeichnen, nachdem der sogenannte Fortsetzungskrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion beendet war, zur Unterhaltung für sich und seine Freunde. Seine Illustrationen fanden schrittweise ihren Weg über den Atlantik in die USA und wurden 1950 unter anderem in amerikanischen Bodybuilding-Magazinen veröffentlicht.

Durchbruch in den Siebzigern


Poster zum Film: "Tom of Finland" startet am 5. Oktober in deutschen Kinos

Seinen großen Durchbruch hatte er in den Siebzigerjahren, als eine ganze Generation schwuler Männer, die mit den Tom-of-Finland-Zeichnungen aufgewachsen waren und diese buchstäblich verkörperten, Touko Laaksonen nach Los Angeles einluden. Laaksonen flog los, um zu sehen, wie seine Fantasien Fleisch und Blut geworden waren.

Mit seiner Kunst hat Touko Laakonsen zahlreiche Künstler inspiriert und beeinflusst, darunter auch Musikikonen wie Freddy Mercury, Andy Warhol, Madonna oder Designer Jean Paul Gaultier. Tom of Finlands Arbeiten sind mittlerweile in Museen rund um die Welt gezeigt worden: in Wanderausstellungen und als Bestandteil fester Sammlungen. Laaksonens Werk hat die Grenzen der Popkultur überschritten und hat sich seinen Platz in der Kunstwelt erobert.

Doch vor allem gab Tom of Finland schwulen Männern ein Gesicht und einen Körper. Seine Zeichnungen haben eine internationale Revolution entfacht, die nie wieder gestoppt werden kann.

Die entscheidenen Jahre im Leben von Touko Laaksonen

1920 Am 8. Mai wird Touko als Sohn eines Lehrerehepaars in Kaarina, Finnland, geboren. Er hat vier Geschwister: Kaija, Hely, Pentti und Salme.
1940 Ein Jahr nach seinem Schulabschluss tritt Laaksonen seinen Kriegsdienst an. Bevor er zur Armee geht, zerstört er alle erotischen Bilder, die er zuvor heimlich gezeichnet hatte.
1944 Für seine Leistungen im Dienst der Luftabwehr Streitkräfte von Helsinki während des Fortsetzungskrieges, wird Touko Laaksonen mit dem Freiheitsabzeichen Vierter Klasse ausgezeichnet.
1953 Touko lernt Veli "Nipa" Mäkinen kennen, der seine große Liebe und sein Lebenspartner werden soll. Allerdings stellt Touko seinen Eltern die Liebe seines Lebens nur als seinen Mitbewohner vor und wird ihn für den Rest ihres gemeinsamen Lebens weiterhin so bezeichnen.
1957 Das künstlerische Pseudonym "Tom of Finland" entsteht, als eine von Toukos Zeichnungen in dem amerikanischen Magazin "Physique Pictorial" veröffentlicht wird. Zuvor unterschrieb er seine Arbeiten einfach mit "Tom", aber der Herausgeber des Magazins fügte "of Finland" hinzu, was mehr zu dem üblichen Stil des Magazins passte. Zu den Künstlern, die in dieser Zeit ebenfalls ihre Werke veröffentlichten, zählen "Bruce of Los Angeles" und "Spartan of Hollywood".
1984 Die "Tom of Finland Foundation" wird gegründet.
1991 Touko stirbt im Alter von 71 Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung. Seine Familie erfährt erst nach seiner Beerdigung von seinem geheimen Leben, seiner Homosexualität, seiner Beziehung und seiner Kunst

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Kinofilm

Infos zum Film

Tom of Finland. Biopic. Finnland 2017. Regie: Dome Karukoski. Darsteller: Pekka Strang, Lauri Tilkanen, Jessica Grabowsky, Seumas Sargent, Jakob Oftebro. Laufzeit: 115 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: MFA+. Kinostart: 5. Oktober 2017
Galerie:
Tom of Finland
8 Bilder


#1 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 03.10.2017, 14:55h
  • Die Zeichnung von Touko ist aber schon etwas übertrieben: der Brustkorb dieses Mannes sieht ja fast schon so aus wie eine weibliche Brust.
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#2 Homonklin44Profil
  • 03.10.2017, 15:47hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von BuntSchoen
  • Ja, eine deutlich Übertreibung oder Tendenz anatomischer Aspekte sieht man auf vielen seiner Bilder. Auch die Muskeln bzw. zu erahnende Größen der Hosenbeulen oder wie der Stoff sich darum schmiegt, ist schon nicht mehr lebensecht, sondern idealisiert, und macht seinen eigenen Stil aus. Wenn man Fantasie-Typen zeichnet, darf das auch sein.

    Guck mal bei Maurice Heerdink oder so, die schauen zwar sehr lebensecht aus, sindaber auch mit einem gewissen idealistischen Stil gemalt, und wahrscheinlich malt/zeichnet man ewig seinen Traumpartner in verschiedensten Varianten.

    Und manchmal wird man damit nicht fertig. Weil man ihn aus dem Bild raus holen möchte. (schäm) ;)
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#3 BuntSchoenEhemaliges Profil
#4 Homonklin44Profil
  • 03.10.2017, 19:10hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von BuntSchoen
  • ""Reale Menschen sind zum Glück viel schöner""

    3 habe ich in über 40 Jahren mal gesehen, wo das zutraf.
    Gut, die Nana-Figuren sind schon eher abstrakt oder sowas wie Venus von Willendorf goes LSD. ToF ist mir auch zu weit draußen, Heerdink's Typen liegen näher. Kann aber nachvollziehen, warum das ToF-Style die Bodybuilder-Szene anspricht. Die verunstalten sich auch übermäßig.

    Wo es die Lederszene so sehr beeinflusst hat, finde ich es schade, welche Homogenität an Lederliebhabern es generiert hat.
    Entspricht man nicht dem, oder mag man einen ganz anderen Typ, ist man auch wieder außen vor.
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#5 BuntSchoenEhemaliges Profil
#6 probondageProfil
  • 04.10.2017, 08:24hDortmund
  • Unsinn. Diese Zeichnungen waren Freiheitssymbole, in einer Welt in der es für schwule Männer um ganz andere Dinge ging, als die Ehe. Sie schufen eine Community, eine Identität und förderten den Zusammenhalt gegen die ausgrenzende Gesellschaft und Staat. Heute symbolisieren diese Zeichnungen für viele Wehmut und erinnern an vermeintlich bessere Zeiten. Die Tom of Finland Generation ist in die Jahre gekommen, für junge Schwule haben diese Kunstwerke kaum noch Bedeutung, wie man hier eindrucksvoll lesen kann. Als Ideal für Lederkerle fundierten sie bis auf die Klamotten aber nie, wer konnte sich schon mit gezeichneten Männer Fantasien messen?
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#7 Patroklos