Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29822

Neue Zahlen der Statistikbehörde

Großbritannien: Es gibt immer weniger Heterosexuelle

Auf der Insel steigt laut offiziellen Zahlen der Anteil der Schwulen, Lesben und Bisexuellen rasant an, insbesondere bei den jüngeren Briten.


Großbritannien wird mit den Jahren immer bunter (Bild: Kurtis Garbutt / flickr)

Die britische Statistikbehörde ONS hat am Mittwoch ihr jährliches Bulletin über die sexuelle Orientierung in England, Wales, Schottland und Nordirland veröffentlicht – und einen "statistisch signifikanten Anstieg" der LGB-Bevölkerung festgestellt: Im Jahr 2016 hätten sich demnach 2,0 Prozent der britischen Bevölkerung als schwul, lesbisch oder bisexuell identifiziert. 2015 waren es noch 1,7 Prozent, im Jahr zuvor nur 1,6 Prozent (queer.de berichtete).

Insbesondere bei den jüngeren Briten nehme die Zahl der Menschen zu, die sich als Teil der LGB-Community ansehen. Unter den 16- bis 24-Jährigen identifizierten sich 4,1 Prozent als homo- oder bisexuell – 2016 waren es noch 3,3 Prozent, 2015 gar nur 2,8 Prozent. Damit ist der Anteil der Bevölkerung, die sich öffentlich als nicht heterosexuell einschätzt, in dieser Altersgruppe binnen zwei Jahren um fast 50 Prozent angewachsen.

Ältere fast ausschließlich heterosexuell

Bei den Älteren geben nur wenige ihre sexuelle Orientierung als nicht-heterosexuell an: So sagten nur 0,7 Prozent der über 65-Jährigen, sie seien schwul, lesbisch oder bisexuell. Immerhin: Das bedeutet einen Anstieg um einen Zehntel­pro­zentpunkt im Vergleich zu 2015.


Viel mehr Jüngere als Ältere geben als sexuelle Orientierung etwas anderes als heterosexuell an

Insgesamt identifizierten sich mehr Männer (2,3 Prozent) als Frauen (1,6 Prozent) als LGB. Unter Frauen ist der Bi-Anteil erheblich höher als unter Männern.


Viel mehr Frauen als Männer geben an, bisexuell zu sein

Auch regional gab es Unterschiede: So gab es die meisten LGB in Schottland (2,2 Prozent), gefolgt von England (1,9 Prozent), sowie Wales und Nordirland (je 1,7 Prozent).

LGBTI-Aktivisten sehen den Anstieg als Folge der LGB-freundlicheren Rahmenbedingungen auf der Insel. So entwickelte sich das Land seit der extrem homophoben Thatcher-Regierung, die mit Section 28 noch ein Homo-"Propaganda"-Gesetz für Schulen eingeführt hatte, zu einem der fortschrittlichsten Länder in Europa. 2005 führte die damalige Regierung im ganzen Land Lebenspartnerschaften ein, 2014 wurde in den Landesteilen England, Wales und Schottland die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Viele erwarten in den nächsten Jahren noch einen weiteren Anstieg von Menschen, die offen mit ihrer Homosexualität umgehen.

Niemand braucht sich aber trotz der Veränderungen Gedanken zu machen, dass Heterosexuelle bald aussterben: Noch immer bezeichnet sich mit 93,4 Prozent eine große Mehrheit der Briten als "straight" – im Jahr zuvor waren es aber noch 93,7 Prozent gewesen. (dk)



#1 3twefsdgsdAnonym
  • 05.10.2017, 17:22h
  • Zu bemängeln ist die Überschrift "Es gibt immer weniger Heterosexuelle". Selbst wenn der Anteil von Heterosexuellen im Laufe der Zeit sich ein wenig ändert (viel ändern wird er sich mit Sicherheit nicht), dann doch eher über sehr lange Zeiträume von Jahrhunderten, denn die Evolution ist nicht so schnell. Der Anteil von Heterosexuellen wird bestimmt nicht innerhalb einer Generation rasant ansteigen oder fallen können. Der Titel behauptet das aber. Vielmehr geht es um eine Statistik, wo Menschen sich selbst einstufen sollen.

    Nun zur Statistik ansich:

    Solche Statistiken sind immer wenig aussagekräftig.

    Es gibt Schwule, Lesben, Bisexuelle, die aus den verschiedensten Gründen ihre sexuelle Orientierung bei solchen Umfragen als heterosexuell angeben.

    Und es gibt Heterosexuelle, die aus den verschiedensten Gründen (z. B. Sympathie mit LGBT) angeben sie seien schwul, lesbisch oder bi.

    Es gibt viele Schwule, die an AIDS gestorben sind und jetzt nicht mehr leben.

    Schwule, Lesben und Bisexuelle leben meist viel lieber in der Stadt als auf dem Land. Jüngere Menschen leben meist lieber in der Stadt als auf dem Land. Daher stellt sich auch die Frage wie repräsentativ die Umfrage ist. Hier besteht bei nicht repräsentativen Stichprobenziehungen meist das größte Potenzial von Verzerrungen, etwa wenn die Umfrage nur in städtischen Regionen durchgeführt wurde.

    Es gibt immer soviele Umfragen, und verschiedene Umfragen kommen oft zu deutlich unterschiedlichen Resultaten.

    Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

    Ich kann mit Excel auch schön aufbereitete Säulen und Statistiken erstellen. Zum Beispiel auf Basis einer Umfrage in Berlin Mitte. Hauptsache schön aufbereitet, dann glauben die Menschen das wär allgemeingültig...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TraumzerstörerinAnonym
  • 05.10.2017, 17:48h
  • Das Problem bei solchen Umfragen ist doch auch, dass lediglich die derzeitige Identität einer Person abgefragt wird. Die Aussage dazu kann von vielem beeinflusst sein: Tabu, Verdrängung, kein Bewusstsein für die eigene sexuelle Orientierung, sexuell völlig unerfahren, usw.

    Würde man das wirklich messen wollen, müsste man 10.000 Probanden und Probandinnen suchen und sie vor einen Bildschirm setzten, ihnen so ein Messgerät für Schwellkörper installieren, und dann bei entsprechenden Szenen die Erregung messen.
    Dann würde man ein wissenschaftlich repräsentatives Ergebnis erhalten. Aber auch nur, wenn mindestens 10 verschiedene Szenen von entsprechenden vorstellbaren sexuellen Orientierungen gezeigt werden, denn wenn man lediglich 3 Filme zeigen würde, wäre das Ergebnis wieder verfälscht, denn wenn z.B. die Protagonisten in dem Film, den Probanden oder Probandinnen nicht gefallen, passiert nachher auch nichts.

    Alles andere ist reine Spekulation, gibt lediglich an, wie Leute sich identifizieren, nicht wie sie tatsächlich sexuell ticken.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Yasin MustafaAnonym
  • 05.10.2017, 17:53h
  • Mich hat der Schlag gestroffen, als ich meine liebe Queer geöffnet habe!

    "Großbritannien: Es gibt immer weniger Heterosexuelle"

    Wen soll ich denn dann anknuspern, wenn's plötzlich weniger fesche und naive Burschen gibt?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 JustusAnonym
  • 05.10.2017, 17:58h
  • Das wundert mich überhaupt nicht:
    je freier und liberaler eine Gesellschaft ist, desto mehr kann man sein eigenes Leben verwirklichen.

    Früher gab es genauso viele Schwule und Lesben - nur haben viele das unterdrückt...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Crikkie
  • 05.10.2017, 18:33h
  • "LGBTI-Aktivisten sehen den Anstieg als Folge der LGB-freundlicheren Rahmenbedingungen auf der Insel."

    So wird es sein: nicht die Anzahl der Heterosexuellen ist gesunken bzw. die der LGBTIs gestiegen, sondern die Anzahl der LGBTIs, die sich aufgrund der liberaleren Situation aus dem Schränkchen heraustrauen ist größer geworden. Auf die "tatsächlichen" Zahlen hätte das keinen Einfluss.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 GeorgFalkenhagenProfil
  • 05.10.2017, 19:00hBremen
  • Aha, es wurde also jetzt endlich statistisch erwiesen, dass Menschen in unserem fortgeschrittenen Zeitalter "schwuler" werden und dies auch zugeben.

    Das halte ich aus den folgenden Gründen für gut:

    Erstens: Es trifft tatsächlich zu, dass Homosexualität eine probates Mittel ist, um die weitere ausufernde Vermehrung der Gattung des homo sapiens einzudämmen.

    Zweitens: Es ist erwiesen, dass die oben genannte Säugetierart "Mensch" [lat.: homo] unseren Planeten ausplündert und bald keine natürlichen Ressourcen zum Überleben zur Verfügung stehen werden, unschwer erkennbar am Klimawandel.

    Drittens: Zur Aussiedlung ins Weltall sind ist die Menschheit noch lange Zeit nicht in der Lage.

    Und wo bleibt jetzt mein Friedensnobelpreis?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 dermaxAnonym
#8 AktivistAnonym
  • 05.10.2017, 19:57h
  • Antwort auf #4 von Justus
  • Ja, und dieses liberalere Klima kommt sowohl durch rechtliche Fortschritte, als auch mehr Präsenz in den Medien und mehr offen schwule/lesbische Promis.

    Und auch durch die LGBTI in Großbritannien selbst. Ich bin regelmäßig in London und wenn ich dort durch die Straßen gehe, kommt einem alle 5 Minuten ein schwules Paar händchenhaltend entgegen. In Soho sogar noch mehr.

    Sowas macht das Thema viel präsenter und je selbstverständlicher wir selbst damit umgehen, desto eher tun es auch andere. Das heißt nicht, dass man Risiken eingehen muss und nachts händchenhaltend an einer Gruppe Neonazis vorbeilaufen muss. Aber wo möglich, sollten wir auch Fahne zeigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hugo1970Profil
#10 FactsAnonym
  • 05.10.2017, 20:17h
  • Die Überschrift hat mich ebenfalls etwas verwundert. Vor allem beim Lesen des letzten Absatzes merkt man dann, dass es etwas ironisch/sarkastisch gemeint ist.

    Ich fände es trotzdem besser, wenn man mehr bei den Fakten bleibt: Es gibt nicht weniger Heteros, und es gibt wohl auch nicht mehr Lesben/Schwule/Bis als früher, sondern es gibt heutzutage halt einfach mehr LGBT, die zu sich stehen und sich nicht verstecken. (Und wie schon gesagt wurde, Statistiken sind ohnehin nicht unbedingt fehlerfrei.)
  • Antworten » | Direktlink »