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Transphobie

Papst: Geschlechtsanpassung ist eine gefährliche "Manipulation"

Das Oberhaupt der katholischen Kirche kritisiert, dass Transpersonen geschlechtsanpassende Operationen ermöglicht werden.


In der Welt von Papst Franziskus bedrohen Transsexuelle die "Allainz zwischen Mann und Frau" (Bild: Long Thiên / flickr)

Papst Franziskus hat am Donnerstag in einer Rede vor der Päpstlichen Akademie für das Leben geschlechtsanpassende Operationen als "Manipulation von geschlechtlichen Unterschieden" abgelehnt.

Der Pontifex erklärte laut dem offiziellen Protokoll: "Die biologische und psychische Manipulation von geschlechtlichen Unterschieden, die uns durch die biomedizinische Technologie erscheint, als ob sie eine freie Entscheidung ist – was nicht stimmt – birgt die Gefahr, dass sie die Quelle der Energie demontiert, die die Allianz zwischen Mann und Frau mit Nahrung versorgt und sich als kreativ und fruchtbar erwiesen hat." Die 1994 gegründete Päpstliche Akademie für das Leben behandelt Fragen der Bioethik.

Katholischer LGBTI-Aktivist: Papst versteht Transsexualität nicht

Katholische LGBTI-Aktivisten übten scharfe Kritik an den Worten des Kirchenoberhauptes: "Wenn der Papst den Wunsch von Transpersonen, sich einer Geschlechtsanpassung zu unterziehen, als 'Manipulation' oder 'freie Entscheidung' abtut, zeigt er, dass er nicht versteht, dass die Geschlechtsanpassung von Transpersonen ein Weg für sie ist, die Person zu werden, als die Gott sie erschaffen hat", erklärte Francis DeBarnardo, der Chef der amerikanischen LGBTI-Organisation New Ways Ministry, in der sich homo- und transsexuelle Katholiken organisieren. "Das Geschlecht ist mehr als die biologische Realität", so DeBarnardo weiter.

Die katholische Kirche hat Transpersonen wie auch nicht-zölibatär lebende Homosexuelle stets abgelehnt. Allerdings traf Papst Franziskus 2015 in seinem Gästehaus im Vatikan einen Transsexuellen aus Spanien, der von seiner katholischen Heimatgemeinde wegen seiner Geschlechtsidentität angefeindet worden war (queer.de berichtete). Öffentlich zu dem Treffen geäußert hatte sich der Papst damals allerdings nicht.

Die Transphobie der Kirche hat auch Auswirkungen auf katholische Einrichtungen: So wurde Anfang des Jahres der Fall eines katholischen Krankenhauses in den USA bekannt, das sich geweigert hatte, einen Transsexuellen zu behandeln (queer.de berichtete). (dk)



#1 BuntSchoenEhemaliges Profil
  • 06.10.2017, 14:29h
  • So ein Blödsinn. Die geschlechtsangleichende Operation ist keine Willkür, sondern das ist eine bewusste Entscheidung der Trans* Personen, um so zu leben wie ihre Persönlichkeit ist.

    Gefährlich ist nur, wer was äußert, ohne vorher gedacht und sich nicht informiert zu haben.
    Typisch für solche Kappenkasper.
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#2 AchsoAnonym
  • 06.10.2017, 14:37h
  • Zustimmung für den Papst durch Schwule hier in 3 - 2 - 1 ... (ok, er hätte noch sagen können, dass sie "Transen" genannt werden wollen)
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#3 Stimme der VernunftAnonym
  • 06.10.2017, 15:09h
  • "der Papst (...) zeigt (...), dass er nicht versteht, dass die Geschlechtsanpassung von Transpersonen ein Weg für sie ist, die Person zu werden, als die Gott sie erschaffen hat"

    Damit sagt der katholische LGBTI-Aktivist, dass eine Transperson in dem Zustand, in dem sie geboren wurde - also vor ihrer äußerlichen Geschlechtsanpassung - (noch) nicht die Person sei, als die Gott sie erschaffen habe.

    Theologisch erscheint mir diese These zweifelhaft: Heißt das, dass Gott beim Erschaffen dieser Person ein Fehler unterlaufen ist - da sie ja in ihrem ursprünglichen Zustand offenbar nicht dem Willen Gottes entsprach? Wie kann das sein, dass Gott ein Fehler unterläuft?

    Ich werde wohl nie verstehen, warum manche LGBTI*-Personen sich geistig dermaßen verrenken, um in einer Kirche eine Heimat zu finden.
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#4 AngryTrannyAnonym
  • 06.10.2017, 15:12h
  • Was für eine Ironie, dass die Kirche uns vor psychischer Manipulation warnen möchte.

    Aber natürlich hat sie da ein jahrhunderte altes Patentrezept drauf, klar, dass sie sich da nicht reinreden lasse möchte.

    Natürlich aber bezeichnet die Kirche gerade die Befreiung von psychischer Manipulation als solche, wenn was anderes stellt die von der Kirche propagierte Heternormativität denn sonst dar?

    Achja, die Hohheit über Körper besitzt die Kirche auch. Fremdbestimmung über Körper hat man den Leuten auch nie gestattet.

    Ja ja...
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#5 Julian SAnonym
  • 06.10.2017, 15:43h
  • Wenn das biologische Geschlecht nicht mit dem psychischen Geschlecht übereinstimmt, verursacht das schwere psychische Schäden und Depressionen.

    Wenn man sich dann nach langem Ringen, intensiver Beratung durch Experten, etc. zu diesem Schritt entschließt, ist das die einzige Möglichkeit man selbst zu sein.

    Dass das den ganzen Religioten nicht passt, ist mir klar: denn die haben lieber psychisch kaputte Menschen, die sich viel leichter manipulieren und führen lassen.
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#6 PiepmatzAnonym
  • 06.10.2017, 15:50h
  • "die Quelle der Energie [...], die die Allianz zwischen Mann und Frau mit Nahrung versorgt und sich als kreativ und fruchtbar erwiesen hat."

    Wow. Blumigste Heterosexismus-Umschreibung ever!

    Wenn's für eine realistische Weltsicht nicht reicht, dann springt wenigstens die Poesie hilfreich ein, um den gewalttätigen Zynismus der intoleranten ideologie zu verschleiern. Gelernt ist gelernt. Da macht der RKK niemand so schnell was vor.
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#7 tti3_alliance
#8 tausendsasserinAnonym
  • 06.10.2017, 18:00h
  • solange dieser Makelbegriff "trans" in allen möglichen Versionen und auch und gerade "an Sich" überhaupt besteht, werden Aussenstehende Weh und Leid über geborene Männer bzw. Frauen, die eine Zeitlang im anderen Geschlecht leben mussten, um dann in Folge von Erkenntnis endlich glücklich bzw. glücklicher zu sein, bringen.
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#9 KleineKetzerinProfil
  • 06.10.2017, 18:08hHannover
  • Antwort auf #5 von Julian S
  • "Wenn das biologische Geschlecht nicht mit dem psychischen Geschlecht übereinstimmt, verursacht das schwere psychische Schäden und Depressionen."

    Immer wieder diese Rechtfertigung über Krankheiten, Störungen etc... Es funktioniert nun schon seit Jahrzehnten nicht wirklich, transphobe Knalltüten wie den Papst auf diesem Wege zu überzeugen. Vielleicht sollten wir es dann auch einfach mal sein lassen? Wie sollen (vor allem junge) trans Menschen denn jemals ein positives Selbstbild entwickeln, wenn immer nur von "psychischen Schäden", "Depression", "Krankheit" und ähnlichem Mist die Rede ist? Da kann doch dann gar nichts anderes mehr herauskommen als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung... Wann hören wir endlich mal damit auf, uns wegen so lächerlichen Figuren wie dem Papst so zu erniedrigen bzw. erniedrigen zu lassen?

    "Wenn man sich dann nach langem Ringen, intensiver Beratung durch Experten, etc. zu diesem Schritt entschließt, ist das die einzige Möglichkeit man selbst zu sein."

    Mal ganz abgesehen davon, dass es keine "Experten" gibt, die einen intensiv beraten könnten (es sei denn, man betrachtet die Flitzpiepen der DGfS (a.k.a. "Church of Sexology"), die in vielerlei Hinsicht ähnlich starrsinnig agieren wie die katholische Kirche, als "Experten" und kippt damit das Kind mit dem Bade aus): Diese ewige Rechtfertigungsschiene nervt. Was will man denn erreichen mit Aussagen wie: "Oh bitte, bitte akzeptiere mich, ich habe mich auch ganz dolle intensiv beraten lassen und hatte doch gar keine andere Wahl, weil ich sonst ganz furchtbar psychisch krank geworden wäre!"? Akzeptanz? Respekt? Oder vielleicht doch nur Toleranz aus "gnädiger Nächstenliebe" und Mitleid? Sorry, aber das können sich diese Leute sonstwohin stecken...

    Es wäre so unendlich schön, wenn das irgendwann mal aufhören würde, dass unter jedem Artikel über das transphobe Geblöke irgendwelcher Pappnasen immer wieder diese olle, pathologische Rechtfertigungsleier erscheint. Die hilft nämlich niemandem...
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#10 Stimme der VernunftAnonym
  • 06.10.2017, 18:12h
  • Antwort auf #8 von tausendsasserin
  • "solange dieser Makelbegriff "trans" in allen möglichen Versionen und auch und gerade "an Sich" überhaupt besteht, (...)"

    Siehst du den Begriff "trans" als Kern des Problems an? Was schlägst du vor? Den Begriff ersatzlos zu streichen - und damit auch den Sachverhalt an sich unkenntlich zu machen?
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