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In Madrid und Warschau demonstrieren am Samstag Menschenmassen gegen die Homo-Ehe und den CSD.

Von Norbert Blech

Hunderttausende von Spaniern haben am Samstag in Madrid gegen die geplante Zulassung der Homo-Ehe demonstriert. Sie waren bei 35 Grad Hitze einem Aufruf der katholischen Kirche und konservativer Gruppen gefolgt, die das Gesetzesprojekt der sozialistischen Regierung stoppen wollen. Das Spanische Forum für Familie (FEF), ein Dachverband von 5000 katholischen Vereinigungen, hatte gar 600 Busse und fünf Flugzeuge gechartert, um Demonstranten aus allen Landesteilen zu dem Marsch in die Hauptstadt zu bringen. Über die Teilnehmerzahlen gibt es in den Agenturen unterschiedliche Meldungen. Die Polizei spricht von 166.000 Demonstranten, die Veranstalter selbst sprachen von 1,5 Millionen.

Spaniens Regierung bleibt auf Kurs

Es war das erste Mal seit mehr als 20 Jahren, dass die Kirche in Spanien eine Demonstration gegen die Regierung unterstützte. An dem Protestmarsch nahmen führende Politiker der konservativen Volkspartei (PP) sowie 20 Bischöfe und Erzbischöfe teil, darunter der Madrider Erzbischof Kardinal Antonio María Rouco. Andere Bischöfe, darunter der Präsident der Bischofskonferenz, Ricardo Blázquez, kamen hingegen nicht. Die Proteste unter dem Motto "Die Familie ist wichtig. Für das Recht auf eine Mutter und einen Vater. Für die Freiheit" richteten sich vor allem gegen das komplette Adoptionsrecht, dass die Regierung den Homo-Ehepartnern mit auf dem Weg geben will. Ein Sprecher der Regierung betonte, Schwule und Lesben hätten einen Anspruch auf rechtliche Gleichstellung, die Demonstration werde an den Plänen nichts ändern. Eine Mehrheit der Spanier unterstützt in Umfragen die Gesetzesvorlage, die die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero einbrachten. Das Gesetz wird wahrscheinlich schon in wenigen Wochen verabschiedet.

Schwule und Lesben versuchten indessen, einen brasilianischen Straßenkarneval mit dem beliebten Sänger Carlinhos Brown in eine Gegendemonstration umzufunktionieren. An dem Festival nahmen nach Angaben der Behörden 300 000 Menschen teil. Brown forderte auf dem ansonsten parolenfreien Festival: "Frieden, Liebe, Glück - und Respekt für Verschiedenheit." Sowohl die Massenkundgebung gegen die Homosexuellen-Ehe als auch der Straßenkarneval verliefen ohne Zwischenfälle.

"Normalenparade" in Warschau

Auch in Warschau demonstrierten Hunderte Menschen am Samstag, offiziell gegen eine Demonstration von Schwulen und Lesben vom vergangenen Wochenende. Die "Parade der Normalen", anders als die CSD-Demo von Warschaus Bürgermeister genehmigt, fand rund 800 Teilnehmer, die vor allem aus der nationalistischen Partei der Polnischen Familienliga und ihrer Jugendvereinigung, der Allpolnischen Jugend stammten. Die Teilnehmer trugen polnische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift "Ja zur Familie, Nein zum Abnormen" und "Ein Junge und ein Mädchen, das ist eine normale Familie". Vor dem Parlamentsgebäude sagte ein Abgeordneter der Familienliga, Robert Strak: "Wir sind hier, um zu zeigen, dass Polen ein normales Land ist mit Abnormen in der Minderheit. Wir sind das Heimatland von Papst Johannes Paul II., hier ist kein Platz für Unnormale." Der Abgeordnete Wojciech Wierzejsk erklärte eine "Zero Tolerance"-Politik für "Perverse und Homosexuelle." Einige Gegendemonstranten pfiffen und riefen "Nieder mit dem Faschismus" und "Nie wieder Holocaust". Die Polizei trennte die Gruppen.

Montag, 20. Juni 2005, 14 Uhr



28 Kommentare

#1 NightbirdAnonym
  • 20.06.2005, 14:25h
  • Wie schön, das JPII ein ganz normaler Bürger Polens war, mit richtiger Familie und mehreren Kindern...
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#2 FrankAnonym
  • 20.06.2005, 14:25h
  • Wann lernen die anderen denn mal das mann mit Gewalt und Demos nichts bringt.
    Die Kirche ist sicherlich wieder dahinterstehend.
    Dabei sind wir doch auch normale Menschen. Nur das wir halt Männer lieben anstatt eine Frau. Wann begreifen die das endlich ???

    Mir fällt dazu nix mehr ein. Nur das ich sprachlos bin über sowas.
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#3 denwebsAnonym
  • 20.06.2005, 14:35h
  • @ all,
    soviel zur Meinungsfreihet in Polen! Aber man sieht ja die Verhältnisse: zum CSD kamen 16000 zur "Normalparade" gerade mal 800!
    Genau das Gleiche in Spanien, zu einem Karneval kommen 300000 zur Kirchendemo etwas mehr als die Hälfte (166000) und dann lügen sie sich mal wieder in die eigene Tasche und reden von 1,5 Mio.! Und dann auch noch eine Demo die gegen ein legales Gesetz ist, welches vom Volk unterstütz wird!
    mfg
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#4 skydiverProfil
  • 20.06.2005, 14:53hStuttgart
  • Ich hab´s kommen sehen... Nun wo Benedikta mehr als 2 Mrd. Gläubige und gottestreue Schäfchen hinter sich vermutet gibt Rom Gas, und viele (und es werden sicher noch mehr) folgen dem Aufruf ihres Oberhirten und werden nicht´s unversucht lassen, wieder (ehemaligen) Einfluss auf die Regierungen unser Welt zu nehmen (...) Gut, Man(n) kann sagen:" was geht mich die kath. Kirche an!" Ich persönlich fühle mich in meinem Stolz und in meiner Ehre verletzt, wenn Ratzi wieder mal gegen uns Schwule wettert... Minister mussten schon ihre Hüte nehmen, und die kath. Kirche wird nicht weiter als mit ein paar Protestschreiben wie von der LSU oder dem LSVD abgemahnt wenn ihnen wieder einmal grad die Gesichtszüge entgleisen
    (...)
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#5 queeryAnonym
  • 20.06.2005, 15:08h
  • na toll liebes queer.de-team. da habt ihr ja wieder nen artikel veröffentlicht, bei dem sich die homophoben spinner, die sich hier immer rumtreiben, diese "hetero"fanatiker wieder das maul zerreissen werden
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#6 nofanatiker!!Anonym
  • 20.06.2005, 15:31h
  • 21. daniel1976 schreibt am 15.06.2005:
    weil ich der daniel bin und total doof bin weil ich hilfsschüler von sonderschule ich kan nicht deusch schreiben und ich laber nur dünnschiss, und wei ich doff ihr alle auch doof sein!
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#7 SvenAnonym
  • 20.06.2005, 15:34h
  • Ich find's ganz okay, das hier so ein Artikel steht, schließlich sieht man ja das Zahlenverhältnis (siehe oben).

    Und es ist auch okay, dass die Demonstrieren, schließlich haben wir Meinungsfreiheit!
    In Deutschland gibt's auch Demos von NPD und ähnlichem Abschaum.

    Und es freut mich sehr, dass diese Subjekte so wenig Erfolg haben :-)

    Es ist schön zu sehen, dass mehr Menschen für Gleichberechtigung sind als für Scheuklappen.
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#8 madridEUAnonym
  • 20.06.2005, 15:37h
  • Selbst wenn 1,5 Mill. dagegen protestiert hätten,so wiederhole ich, dass es für die Homo-Gleichstellung in Spanien laut Umfragen eine satte Mehrheit von 65% in der Gesamtbevölkerung gibt. Das Recht auf Demonstrationsfreiheit gilt natürlich auch für die "Normalen", die alle Umfragen ignorieren. Überall kommt schnell eine Million aus allen Landesteilen zusammen, es kommt immer auf die nötige Agitation und Propaganda an.
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#9 queeryAnonym
  • 20.06.2005, 15:37h
  • @sven:

    dann ist es sicher auch okay, wenn friedliche gegendemonstranten von npd-demos mit wasserwerfern zurückgedrängt werden, so wie am letzten samstag in braunschweig geschehen.

    gut, da wissen halt nicht allzuviele, das der bürgermeister hoffmann(cdu,was sonst?)eine ziemlich dunkle npd-vergangenheit hat....
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#10 AngelpowerAnonym
  • 20.06.2005, 15:49h
  • @Stefan: Nur zur Korrektur Mitglieder der römisch-katholsichen Kirche sind nur knapp 1,2 Mrd un keine 2 Mrd.
    @Spanien: Wen wundert eine solche Demo wen man bedenkt das der Gründer des ChristlichDiktatorischen Opus Dei aus Spanien kam und viele konservative Politiker Mitglieder dieser RadikalKonservativen Bewegung sind.
    Aber MAdrid hat Recht die Mehrheit ist dafür und das ist nun mal die Grundlage der Demokratie, das sollten auch die konservativen Politiker in Spanien nicht vergesssen! Und die Kirche zumindest die meine muß Demokratie erst lernen.
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