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"Situation völlig außer Kontrolle"

Grüner Bezirksbürgermeister kritisiert "Siegessäule"

Der Rathauschef von Berlin-Mitte Stephan von Dassel kämpft für Sicherheit und Ordnung im Tiergarten und wirft dem queeren Stadtmagazin vor, schwule Prostitution als Touristenattraktion darzustellen.


Stephan von Dassel (Grüne) ist seit dem 27. Oktober 2016 der Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Mitte (Bild: Bezirksamt Mitte)

In seinem Kampf für Sicherheit und Ordnung im Großen Tiergarten hat der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte Stephan von Dassel Szenemedien kritisiert und den Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg zum Eingreifen aufgefordert. Es könne nicht sein, dass die Prostitution von männlichen Flüchtlingen in dem bekannten Cruisingpark "in Magazinen wie der 'Siegessäule' […] auch noch als Touristenattraktion dargestellt" werde, zitierte die "Berliner Morgenpost" am Sonntag den grünen Rathauschef.

Auf welche Berichterstattung sich die Behauptung beziehen soll, ist unklar. Am Samstag hatte van Dassel erstmals Alarm geschlagen und die Situation im Großen Tiergarten als "völlig außer Kontrolle" bezeichnet. Neben der Prostitution von Flüchtlingen beklagte er eine zunehmende Aggressivität osteuropäischer Obdachloser und Drogenmissbrauch. "Wir müssen andere Maßnahmen ergreifen, mit der bisherigen Politik kommen wir nicht weiter."

LSVD lehnt Intervention ab

LSVD-Landesgeschäftsführer Jörg Steinert zeigte sich gegenüber queer.de verwundert über die Aufforderung des grünen Bezirksbürgermeisters: "Der Lesben- und Schwulenverband gedenkt nicht, in die Pressefreiheit der 'Siegessäule' einzugreifen."

Der Große Tiergarten war schon vor über hundert Jahren ein Treffpunkt schwuler Männer für schnelle Sexkontakte, auch Prostitution hat es in den Büschen immer gegeben. Berlins queere Community engagiert sich zudem seit langem für mehr Sicherheit und Verantwortung im Cruisingpark. So veröffentlichte etwa das Antigewaltprojekt Maneo in seinem jüngsten Newsletter (PDF) einen ausführlichen Artikel "Schöner Cruising – mit Rücksicht" und lädt am Samstag, den 28. Oktober von 14 bis 16 Uhr zu einem "Großputz" im Tiergarten ein. Treffpunkt ist an den Tischtennisplatten. (mize)



#1 QuelleAnonym
  • 08.10.2017, 17:36h
  • Die angeblich zu beanstandene Werbung für männliche Prostitution von Flüchtlingen bzw. die Quelle mit dem genauen Wortlaut müsste Herr Stephan von Dassel (Grüne) dann aber bitte noch unedingt umgehend nachreichen! Das wäre wirklich interessant!
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#2 ArtemisAnonym
  • 08.10.2017, 17:52h
  • Kann Herr von Dassel nicht einen Teil des Artemis in Berlin enteignen und dort die Flüchtlinge unterbingen?

    de.wikipedia.org/wiki/Artemis_(Bordell)

    Tatsächlich ein Skandal, dass sich männliche Prostituierte in den Büschen bei diesen Temperaturen herumschlagen müssen! Auch ein Skandal, dass Frauen aus ärmeren Ländern und ebenfalls in Notsituationen der (Zwangs)prostitution nachgehen müssen, allerdings in einem edlen Ambiente den heterosexuellen Herren zugeführt werden!

    Also ab ins Artemis, damit sich Herr von Dassel nicht mehr aufgregt!
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#3 SauereiAnonym
#4 MedmanAnonym
  • 08.10.2017, 18:48h
  • Antwort auf #3 von Sauerei
  • Vielleicht weil sie aus Ländern kommen, aufgrund derer sie als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft und dorthin zurück abgeschoben werden? Oder bereits eine Ablehnung erhalten haben uns untergetaucht sind?
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#5 TimonAnonym
  • 08.10.2017, 18:50h
  • Solange die Sexarbeiter und ihre Kunden niemand anderen belästigen, sollte man die einfach gewähren lassen.

    Wer Prostitution verteufelt und vertreibt (oder gar strafbar macht), wird damit nicht für weniger Prostitution sorgen (die hat es immer gegeben und wird es immer geben), sondern damit treibt man Sexarbeiter nur in den Untergrund. Und das schadet sowohl der Gesundheit und Sicherheit von Sexarbeitern als auch von deren Kunden.

    Und es fördert letztlich auch sexuell motivierte Gewalt.

    Profis, die sich auskennen, wie z.B. der LSVD, die AIDS-Hilfen, etc. haben das längst erkannt. Es wird höchste Zeit, dass das auch die Politik kapiert.
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#6 TimonAnonym
  • 08.10.2017, 18:52h
  • Antwort auf #3 von Sauerei
  • Volle Zustimmung!

    Statt legale Prostitution zu bekämpfen, sollte man lieber dafür sorgen, dass niemand sich vor lauter Not prostituieren MUSS. Und das gilt erst recht für Minderjährige.

    DA sollte die Politik lieber mal einschreiten.
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#7 axelschwarz
  • 08.10.2017, 19:12h
  • Antwort auf #4 von Medman
  • was genau sind Wirtschaftsflüchtlinge?
    Ossis, die im Westen arbeiten? Deutschpolen oder Deutschrussen, die Rübergemacht haben? Spanier, die nach der Lehmann-Krise in Deutschland sind? Letztnendes sin ganz viele Menschen Wirtschaftsflüchtlinge.
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#8 SauereiAnonym
  • 08.10.2017, 19:19h
  • Antwort auf #4 von Medman
  • Bei Minderjährigen gelten strengere Auflagen hinsichtlich Abschiebung. Das sollte in der Form gar nicht möglich sein und bei entsprechender Betreuung durch Sozailarbeiter erst recht nicht! Toll, das der deutsche Staat nun auch noch im Zuge der AfD Anbiederung Minderjährige in die Zwangsprostitution treibt!
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#9 andreAnonym
  • 08.10.2017, 19:59h
  • Antwort auf #1 von Quelle
  • Wäre wirklich interessant. Im Gegenteil, in der "Siegessäule" wird auf Straftaten im Tiergarten hingewiesen.
    Googlt man aber nach "Cruising Siegessäule" kommt man auf auf eine Seite, wo auf Cruising an der Siegessäule hingewiesen wird. Also auf das Bauwerk. Die Eingangstür des Online-Magazins Siegessäule, ist da sicher nicht gemeint. Der Herr hat offenbar zu viel Boulevard-Presse gelesen.
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#10 hugo1970Profil