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"Tutti Frutti"-Sänger

Little Richard nennt Homosexualität "unnatürlich"

Der legendäre Rock'n'Roller bekräftigt in einem Interview, wegen seines Glaubens nicht mehr schwul zu sein – außerdem verurteile er Trans- und Homosexuelle, weil sie unchristlich lebten.


Auf seine alten Tage zieht Little Richard aus religiöser Motivation wieder über Homosexualität her

Der amerikanische Sänger Little Richard hat in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem christlichen Sender "Three Angels Broadcasting Network" Homo- und Transsexualität verurteilt, weil diese gegen seinen religiösen Glauben verstoßen würden. Er selbst wolle sich an die Gebote Gottes halten, so der Sänger, obwohl er sich in der Vergangenheit selbst als "gay" bezeichnet hatte.

Seine eigene sexuelle Orientierung tat er im Interview mit den Worten ab: "Jeder, der im Showbusiness ist, wird für schwul gehalten. Bis du hetero? Bist du irgendwie homosexuell? Die behaupten das immer", meinte der 84-Jährige. "Aber Gott hat Männer zu Männern und Frauen zu Frauen gemacht, verstehen Sie? Und man muss so leben, wie es Gott vorgesehen hat."

Ferner erklärte Little Richard mit Blick auf Homosexuelle: "Es gibt so viel unnatürliche Zuneigung. So viele Leute, die alles tun und nicht an Gott denken."

Der 1932 im Südstaat Georgia als Richard Wayne Penniman geborene Sänger sagte auch, er werde nie wieder Rock'n'Roll singen. Der Grund: "Ich möchte heilig sein wie Jesus." Zu seiner eigenen Vergangenheit sagte er: "Ich bin ein Sünder, wir alle haben gesündigt."

Vom Gender-Bender zum Homo-Hasser

Little Richard war insbesondere in den Fünfzigerjahren mit Hits wie "Tutti Frutti", "Long Tall Sally" und "Heeby-Jeebies" erfolgreich. Immer wieder spielte er auch mit den Grenzen der Geschlechter – so trug er bei Auftritten oft Make-up und Frauenkostüme. Später wandte er sich eher der christlichen Gospelmusik zu, versuchte sich aber zeitweise erneut mit Rock'n'Roll.

Direktlink | "Tutti Frutti" war einer der größten Hits von Little Richard

In Interviews änderte er seine Meinung über Homosexualität in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt. Zeitweise erzählte er offen und stolz von seinen Orgien mit Männern. Zu anderen Zeiten beharrte er darauf, dass Homosexualität schlecht und gefährlich sei. So erklärte er in einer christlich-fundamentalistischen Phase im Jahr 1980 gegenüber dem "Rolling Stone": "Wenn dein Bruder homosexuell ist, musst du deinen Sohn vor ihm beschützen. Homosexuelle sind krank." 1984 schrieb er in seiner Autobiografie, dass Homosexualität "ansteckend" sei.

Im Jahr 1987 hörte er sich in einem Gespräch mit dem schwulen Regisseur John Waters ganz anders an: "Ich liebe schwule Menschen. Ich habe praktisch 'schwul' gegründet." 1995 erklärte er gegenüber "Penthouse": "Ich war mein ganzes leben lang schwul und ich weiß, dass Gott ein Gott der Liebe ist, nicht des Hasses."

Bislang war Little Richard nur einmal verheiratet: 1959 gab er Ernestine Campbell, die er bei einem evangelikalen Camp getroffen hatte, das Ja-Wort. Vier Jahre später ließen sich die beiden scheiden. In Interviews sagte der Sänger später, an der Scheidung sei seine Prominenz und seine sexuelle Orientierung schuld gewesen. (dk)

Direktlink | Little Richard nahm 1991 mit Schauspieler John Goodman für die Filmkomödie "King Ralph" ein Musikvideo auf, in dem er seinen Song "Good Golly, Miss Molly" aus dem Jahr 1956 spielte



#1 FinnAnonym
  • 09.10.2017, 15:43h
  • "außerdem verurteile er Trans- und Homosexuelle, weil sie unchristlich lebten."

    Keine Sorge. wir verachten ihn auch - weil er ein Religiot ist und Hass schürt.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
  • 09.10.2017, 16:39h
  • Pfui! Aber wenigstens ändert das ja nichts an seinen großen Leistungen für den Rock & Roll. Sein Werk wird seinen erneut wiedergefundenen Hass überdauern.
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#3 HörnchenAnonym
  • 09.10.2017, 17:10h
  • Leute, der Mann ist 85 ... dann darf er auch mal was Intelligentes von sich geben (war ironisch gemeint)
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#4 JadugharProfil
  • 09.10.2017, 17:24hHamburg
  • Religioten haben ihn innerlich zerissen! Wahre Nächstenliebe ist, daß man den anderen respektiert, akzeptiert so wie er ist.
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#5 TraumzerstörerinAnonym
  • 09.10.2017, 17:54h
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • "Religioten haben ihn innerlich zerissen! "

    Au haua, haua ha! Klingt als ob ein Rudel Wölfe, ihn einsam nachts im Schnee fand.

    Begreift hier denn wirklich niemand mehr, das man auch von selbst doof sein kann? Nur weil Religion dafür eine Akzeptanzbasis bietet, muss nicht jedes selbstzerstörerisches Verhalten daher rühren. Manche Menschen sind einfach so, dass sie selbst nie mit sich klar kommen.

    Das ist doch bei so vielem so, manche scheitern schon daran, dass sie nicht akzeptieren können, dass sie alt werden.

    Unsere Gesellschaft bietet genügend Quellen dafür: Religioten, Evolutioten, Psychologioten, Coachioten, Positivoten. Die erzeugen alle Druck.
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#6 Homonklin44Profil
  • 09.10.2017, 20:06hTauroa Point
  • Er scheint wohl ein Bilderbuch-Beispiel dafür zu sein, was religioter Mumpitz und die Introjektion damit in einem Menschen anstellen kann. Hin und her gerissen zwischen Selbstzerstörung und Selbstbewusstsein etablieren hat es die Person wohl aufgesplittert in Anteile, die dem Christmythos zuliebe Selbstverurteilung üben, und andere, die ihm ihrer Natur entsprechend von innen in die Gewissensreinheit grätschen.

    Der Inhalt von "Natur" den diese Religion in ihrer Mythemsammlung propagiert, ist ein ausgewählter Teil ihrer Wirklichkeit.

    Dummheit an sich ist keine Schande, jeder ist ein bisschen dumm und ein wenig intelligent. Aber wenn Religion oben drauf kommt, wird's ein gefährlicher Cocktail- egal ob dumm, oder intelligent.
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#7 monchichiAnonym
  • 09.10.2017, 20:14h
  • Bei dem alter könnte er auch nicht mehr schwul sein selbst wenn palotetijaner wäre..
    Aber irgendwie niedlich..ich meine das foto zusammen mit dem statement lol ;)
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#8 Miguel53deProfil
  • 09.10.2017, 21:47hOttawa
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Menschen wie er tun mir - bei aller Verachtung solcher Statements - auch ein bisschen leid. Ihr Leben kann nur einsam sein.

    Selbst, wenn sie von vielen Freunden umgeben sind. Tief im Inneren sind sie allein. Furchtbar allein. Denn Little Richard und seinesgleichen haben nicht mal sich selbst. Sie haben sich schon vor langer Zeit verloren. In einem Chaos von Lügen, Verdrängung und Doppelleben.

    Auchwenner noch lebt. Seine Seele ist tot.
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#9 HoffnungProfil
  • 10.10.2017, 00:41hWiesbaden
  • Was hat den denn gebissen?! Es ist aber auch immer wieder lustig, dass die wissen was Gott "unnatürlich" findet....
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#10 herve64Profil
  • 10.10.2017, 09:26hMünchen
  • Ich gehe mal davon aus, dass man diesen Sinneswandel eines Little Richard mit dem Gebet "Oh HERR, du hast mir das Können genommen. So nimm mir nun auch das Wollen." umschreiben kann, um es auf den Punkt zu bringen.

    Tja, der Winter in der Hose halt.
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