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Staatshomophobie

Versehentlich Mann in Bar berührt: Schotten droht Haftstrafe in Dubai

Drei Jahre lang könnte ein junger Brite in Dubai ins Gefängnis kommen, weil er in einer überfüllten Bar einen anderen Barbesucher berührt haben soll.


Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Jamie Harron vor seiner Verhaftung noch Bilder vom Strandleben in Dubai

Der 27-jährige Brite Jamie Harron hat am 15. Juli in einer überfüllten Bar in Dubai für eine Sekunde einen Jordanier eigenen Aussagen zufolge aus Versehen an der Hüfte berührt, als er gerade Drinks zu seinem Tisch bringen wollte. Der Jordanier alarmierte laut britischen Medien daraufhin die Polizei und beschuldigte den Briten, ihn unsittlich angefasst zu haben. Anschließend wurde Harron verhaftet und saß fünf Tage lang im Al-Barsha-Gefängnis. Er bestreitet jeglichen sexuellen Hintergedanken: Er habe nur getan, was in britischen Bars an der Tagesordnung sei.

Zwar ist Harron wieder aus dem Gefängnis entlassen worden, er kann aber nicht nach Hause fliegen, weil die Behörden ihm den Reisepass abgenommen hatten. Damit sitzt er seit fast drei Monaten in dem Emirat fest und wartet auf seinen Prozess. Ihm drohen drei Jahre wegen "öffentlicher Unsittlichkeit" und Alkoholkonsums.

Festnahme kostete bereits 40.000 Euro

Am Wochenende haben die Eltern des Beschuldigten den Fall öffentlich gemacht und scharfe Kritik an den nationalen Behörden geübt: "Die britische Botschaft hat nichts gemacht, um ihm zu helfen. Die denken wohl, es ist absolut in Ordnung für einen britischen Bürger, so misshandelt zu werden", sagte der Vater des Verhafteten.

Für den aus der schottischen Kleinstadt Stirling stammenden Mann ist die Sache mehr als nur eine Unannehmlichkeit: Seit seiner Verhaftung habe er den Eltern zufolge bereits rund 40.000 Euro an Anwalts- und sonstigen Kosten aufbringen müssen. Außerdem hat er seinen Job verloren – er hatte als Elektriker in Afghanistan gearbeitet. Eigentlich wollte Harron nur einen zweitägigen Zwischenstopp in Dubai einlegen.

Dubai ist Teil der Vereinigten Arabischen Emirate, in denen auf Homosexualität maximal die Todesstrafe steht. Im Staat werden auch Ausländer wegen gleichgeschlechtlicher Liebe verurteilt: So erhielt in Dubai bereits im Jahr 2012 ein Brite eine dreijährige Haftstrafe wegen angeblicher öffentlicher sexueller Handlungen (queer.de berichtete).

Selbst wenn Harron vom Vorwurf der "öffentlichen Unsittlichkeit" freigesprochen werden würde, droht ihm eine Strafe wegen Alkoholkonsums, obwohl er die Getränke in einer lizenzierten Bar für Nicht-Muslime konsumiert hatte. Ein Sprecher der Gruppe "Detained in Dubai", die sich für in Dubai verhaftete Ausländer einsetzt, erklärte, dass laut dem Gesetz jede Person verhaftet werden könne, wenn ihnen auch nur ein Tropfen Alkohol im Blut nachgewiesen werden kann: "Die meisten Touristen wissen von dieser Regelung nichts. Bislang sind bereits eine ganze Reihe britischer Staatsbürger wegen der widersprüchlichen Anwendung dieses Gesetzes festgenommen worden." (dk)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 09.10.2017, 17:04h
  • Vielleicht sollte man - auch als Hetero übrigens - Staaten mit Unrechtsregimen meiden? Zumindest für den Urlaub. Kann ja auch sinnvolle Gründe dafür geben in solche Länder zu reisen, zum Beispiel mit Y-Tours.

    Scherz beseite! Reist nicht in solche Länder, macht keine Geschäfte mit solchen Ländern und glaubt ja nicht, dass es euch nicht erwischen kann! Unrechtsregime bleibt Unrechtsregime! Es gibt klare Anzeichen für solche, eines beginnt mit "I", ein weiteres mit "A". Ihr wurdet gewarnt!
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#2 HörnchenAnonym
  • 09.10.2017, 17:30h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Da gebe ich Dir vollkommen recht! Ägypten, Indonesien jetzt Dubai .. solche Länder meide ich sowieso! Es gibt noch viele andere Reiseziele (Kanada, usw.) .. und bestimmt ist der Typ der angeblich angefasst wurde selber schwul, so ne Memme! Lässt sich doch in keiner vollen Bar/Café vermeiden ' angerempelt ' zu werden ......
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#3 Jascha70Anonym
  • 09.10.2017, 20:38h
  • Bislang kenne ich ja nur den Flughafen von Dubai und ärgerte mich, für ein kleines Bier 12 Euro bezahlen zu müssen. Jetzt weiß ich, dass ich da wohl sehr billig davon kam.
    Ein neues NoGo-Land und Emirates ist auch passé.
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#4 Paulus46Anonym
  • 09.10.2017, 20:55h
  • Antwort auf #2 von Hörnchen
  • Die Golfstaaten oder Afhganistan oder Mauretanien/Senegal/Algerien ...klar die kann man meiden, da ist sowieso historisch und kulturell fast Nichts zu sehen.

    Bei Ägypten/Jordanien (Petra) oder Iran/Irak ist das schon schwieriger, wenn man an historischen/kulturellen Themen der Menschheit als Tourist interessiert ist.

    Wer sowieso nur Party machen und am Strand liegen will, dem ist ausreichend mit dem Yumbocenter auf Gran Canaria, Sitges/Barcelona und Ibizza/Mykonos gedient.

    Auf meinem Trip durch Ägypten gab es aber gleich eine ganze Reihe an schwulen Paaren in den 30/40er, denen es nicht mehr um die Party oder "Anmache" ging, sondern die halt die Pyramiden, den Nil und die Pharaonengräber mit Theben und Assuanstaudamm sehen wollten.

    Was man aber in Dubai will, erschließt sich mir nicht. Bis vor 40 Jahren war dort fast nur Wüste und Kamele und die in den letzten Jahrzehnten "hingerotzten" Hochhäuser der Moderne interessieren doch echt nicht. Und Strand gibt es echt auch genug woanders. Und um arabische Männer "kennenzulernen" ("wenn man denn darauf abfährt"), die gibt es auch mittlerweile genügend in den niederländischen, französischen und deutschen Großstädten, was so aber durchaus auch so seine Nachteile hat. Denn mag auch der schwule Araber für manches Beuteschema interessant sein, so ist es der Heteroaraber, der im Nahen Osten sozialisiert wurde, umsoweniger. Das dürfte mittlerweile fast jeder wissen....
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#5 HoffnungProfil
  • 10.10.2017, 01:12hWiesbaden
  • Wie dumm ist das denn wieder?! (sanft ausgedrückt) Naja da kann man ja wenigstens erwarten dass sich Großbritannien für ihn einsetzt?! Bleibt nur zu hoffen dass sie ihn da rausholen!!
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#6 gohfiAnonym
#7 Crikkie
  • 10.10.2017, 09:44h
  • Antwort auf #5 von Hoffnung
  • Laut anderen Medien setzt sich die NGO Detained in Dubai für ihn ein. Die britische Regierung habe zwar ihre Unterstützung angekündigt, bislang hätten die Diplomaten vor Ort allerdings nur durch Abwesenheit und Untätigkeit geglänzt.
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#8 hugoAnonym
#9 janxAnonym
  • 10.10.2017, 10:45h
  • Ich verstehs echt auch nicht was die Leute immer in so komische Länder zieht. Es gibt wirklich eine ganze Menge Länder inzwischen, wo man zumindest einigermaßen sicher und entspannt Urlaub machen kann. Warum schleppt man da nicht sein Geld hin anstatt in solche Horrorländer? Unverständlich.
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#10 Crikkie
  • 10.10.2017, 10:45h
  • Antwort auf #8 von hugo
  • So eine Reisewarnung wird es zumindest in naher Zunkunft nicht geben. Würde z.B. ein deutsches Ministerium zugeben, dass es sich bei den Vereinigten Arabischen Emiraten um einen Unrechtsstaat handelt, müsste sich -nicht nur- die deutsche Regierung dafür rechtfertigen, warum man diesen Staat als Handelpartner, v.a. für Waffenexporte, ansieht.

    Aber ich stimme dir durchaus zu: nach all den Nachrichten, dass (vermeintlich) Homosexuelle, Konsumenten von Alkohol, Vergewaltigungsopfer, usw. in Dubai (bzw. generell den VAE) verfolgt und schon bei geringsten "Vergehen" teils drakonisch bestraft wurden, muss man eigentlich den gesunden Menschenverstand jedes Reisenden anzweifeln, der freiwillig einen Fuß in dieses Land setzt.
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