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Berlin

Erste Adoption durch schwules Ehepaar

In Berlin ist das erste Mal seit Inkrafttreten der Ehe für alle ein Kind nach neuem Recht von einem gleichgeschlechtlichen Paar adoptiert worden.


Erstmals erhalten Homo-Paare in Deutschland das gleiche Recht auf Adoption wie Heterosexuelle (Bild: miapowterr / pixabay)

Zum wohl ersten Mal nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und der damit einhergehenden Gleichstellung im Adoptionsrecht hat ein schwules Paar ein Kind nach neuem Recht gemeinsam adoptiert. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg teilte am Dienstag mit, dass das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg einen entsprechenden Antrag des Ehepaars Michael und Kai Korok mit einem Schreiben vom 5. Oktober gebilligt habe.

Damit ist die Adoption des jüngsten Pflegekindes des Paares, des zweijährigen Maximilian, mit der Zustellung des Briefes der Abteilung Familiensachen seit Montag rechtswirksam. "Es ist ein großartiges Gefühl, gemeinsam als Elternteil eingetragen zu sein", erklärte Michael Morok am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesetzesänderung sei ein riesengroßer Gewinn für Paare mit Pflegekindern.

Am 1. Oktober war das "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" in Kraft getreten. Für verheiratete Lesben oder Schwule gilt nunmehr Paragraf 1742 Absatz 2 Satz 2 BGB, wonach eine gemeinschaftliche Adoption eines Kindes möglich ist. Zuvor war nur eine bürokratisch aufwändige Stiefkindadoption möglich, bei der zunächst ein Partner und anschließend der andere das Kind adoptieren dürfen. Michael Morok bezeichnete diese alte diskriminierende Regelung als absurden Prozess.

Ehepaar erst seit einer Woche verheiratet

Das Ehepaar Korok ließ seine Eingetragene Lebenspartnerschaft im Standesamt Marzahn-Hellersdorf am 2. Oktober in eine Ehe umwandeln. Die Ehe-Urkunde reichten die Männer am 4. Oktober beim zuständigen Familiengericht ein, das jetzt der gemeinsamen Adoption von Maximilian zugestimmt hat.

Der kleine Maximilian lebt seit seiner Geburt als Pflegekind in der Familie Korok. Bereits seit längerem bemühten sich die 42- und 46-jährigen Männer um die gemeinschaftliche Adoption. (cw)



#1 Patroklos
#2 Homonklin44Profil
  • 11.10.2017, 05:31hTauroa Point
  • Das einzige Problem, das ich im Zusammenhang mit Adoption immer mal erwog, ist, wie andere mit dem Kind später umgehen mögen. Ob ihm deswegen eine höhere Belastung mit diskriminierendem Umgang oder Mobbing deshalb zugemutet werden mag. Heute hoffe ich einfach, dass andere Leute einfach akzeptieren mögen, dass ein Kind Eltern hat, egal, wie es dazu kam, und es nicht deswegen irgendwann fertig gemacht wird, weil es zwei Väter hat, oder zwei Mütter. Ich hoffe, dass seine Eltern das Kind ausreichend vor all dem Unsinn und dem Hass der Multi-Phoben dieser Welt schützen können.
    Ich hoffe, dass die Elternkonstellation irgendwann so unwichtig sein wird, wie wenn ein helles Kind dunkle Eltern hat, ein sehendes Kind blinde Eltern,oder wenn nur ein Elternteil es erzieht.
    Ich möchte an mehr Menschlichkeit glauben, als haltlosen Kritiken Credits zu geben.

    Mit der Gleichstellung im Adoptionsrecht haben sich die Meinungen der homophoben Kritiker, auch auf der politischen Ebene, sicher noch nicht aufgelöst. Man kann sichin Gegenstimmung kommen wird.

    Auch dafür wünsche ich den beiden Papas Nervenstärke und Gelassenheit zu. Ich freue mich für sie und ihr Glück.
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#3 TheDadProfil
  • 11.10.2017, 14:05hHannover
  • Mit dieser Adoption wurde gleichzeitig so kurz nach der Rechtskraft der Öffnung der Ehe, diese Rechtskraft bestätigt..
    Und damit dann auch eine weitere Hürde gesetzt über die die Ehe-Öffnungs-Gegner gehen müßten, wenn sie ihr Ziel der Verhinderung gleicher Rechte weiter verfolgen..
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#4 Paulus46Anonym
  • 11.10.2017, 16:39h
  • Eine sehr erfreuliche Meldung finde ich.

    Mit den Stimmen der Linkspartei, der SPD, der FDP, der Grünen und einem Viertel der CDU-Bundestagsabgeordneten wurde also nunmehr nicht nur die Ehe für alle sondern auch die gemeinschaftliche Adoption nichtleiblicher Kinder durch verheiratete gleichgeschlechtliche Paare erlaubt. Das freut mich sehr.

    Das Drei-Viertel der CDU, 9/10 der bayrischen CSU sowie die AfD dagegen waren, ist natürlich ein K.O.Kriterium, um die AfD oder die CSU zu wählen. Bei der CDU kann man noch darüber streiten, weil es doch viel viel mehr waren, als ich gedacht hätte, die dies unterstützen und selbst Frau Merkel hat inbezug auf die Adoption bekanntlich Ihre Haltung positiv verändert.

    Daher die AfD werde ich sicherlich NIE in meinem ganzen Leben wählen; aber nicht nur weil die so Scheiße bei LGBTI-Themen sind, sondern weil mir auch einige andere Punkte bei der AfD in keiner Weise gefallen. Man kann beispielsweise durchaus mit der Entstehung islamischer Parallelgesellschaften in deutschen Großstädten unzufrieden sein, dringende Reformen im Islam einfordern (siehe 95 Thesenanschlag aktuell durch Islamwissenschaftlicher), die Zustände des Islams im Nahen Osten als tief verstörend und erschreckend empfinden und auch die Sicherheitslage (Wohnungseinbrüche, homophobe Überfälle durch Osteuropa/Nordafrika/Araber) als bedrohend emfpinden und dies ist ALLES bei mir sicherlich der Fall und wird von vielen, vielen meiner schwulen Bekannten und Freunde ähnlich bewertet. ABER es ist alles KEIN Grund deswegen die AFD oder noch schlimmer die NPD zu wählen, wie ich es leider bei einigen schwulen Bekannten erlebe. Wenn man diese berechtigten Beobachtungen hat, dann kann man auch aus Protest meinetwegen die Satirepartei "Die Partei" oder meinetwegen die Magdeburger Gartenpartei oder Tierschutzpartei wählen, damit diese Kleinstparteien Parteienfinanzierung erhalten; aber die AfD sollte man echt nicht wählen und das wiederum kreide ich auch David Berger negativ an, wenngleich er sicherlich mit vielen seiner Beobachtungen und Stellungnahmen zur gesellschaftlichen Lage Recht hat und treffend analysiert. Nur es ist und bleibt kein Grund, Rechts am Rand zu wählen.
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#5 FaktencheckAnonym
  • 11.10.2017, 16:50h
  • Antwort auf #4 von Paulus46
  • "weil mir auch einige andere Punkte bei der AfD in keiner Weise gefallen."

    Es fällt auf, dass du nach diesem Satz eine lange Reihe von Punkten auflistest, wegen denen du "eigentlich" die AfD wählen könntest (und die zeigen, dass deren Angst-Strategie bei dir zu hundert Prozent gefruchtet hat), aber keinen einzigen Punkt KONKRET benennst, weshalb du es nicht doch tust.
    Hat das einen Grund?
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#6 Aramis
#7 TheDadProfil
  • 11.10.2017, 22:20hHannover
  • Antwort auf #4 von Paulus46
  • ""Mit den Stimmen der Linkspartei, der SPD, der FDP, der Grünen und einem Viertel der CDU-Bundestagsabgeordneten wurde also nunmehr nicht nur die Ehe für alle sondern auch die gemeinschaftliche Adoption nichtleiblicher Kinder durch verheiratete gleichgeschlechtliche Paare erlaubt.""..

    Und wenn Du diese Fake-News noch so oft versteckt unter die Leute bringen willst..

    Die FDP war an der Ehe-Öffnung NICHT beteiligt !

    Zu keiner Zeit und nirgendwo in dieser Republik !
    Also hör endlich auf Lügen zu verbreiten !

    Das Adoptionsrecht ist originärer Bestandteil des Ehe-Rechtes im BGB..
    da mußte gar nichts weiter beschlossen werden !
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