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Angeklagter weitgehend geständig

Tatmotiv Homohass: Ulmer Mordprozess beginnt im November

Die Staatsanwaltschaft wirft einem obdachlosen Jugendlichen vor, im Mai einen 64-Jährigen aus "genereller Abneigung und Verachtung von Homosexuellen" erstochen zu haben.


Haupteingang des Amts- und Landgerichts Ulm: Der Prozess gegen den zur Tatzeit 15-jährigen Angeklagten beginnt am 21. November

Am 21. November beginnt vor dem Landgericht Ulm der Mordprozess gegen einen 16-jährigen Obdachlosen, der vor fünf Monaten einen 64-Jährigen aus Homohass erstochen haben soll. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, wurden bis Ende Januar insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bereits Ende August hatte die Staatsanwalt Anklage in dem Fall erhoben (queer.de berichtete). Die Tat selbst ereignete sich am 23. Mai. Der damals 15 Jahre alte Beschuldigte traf am selben Tag sein späteres Opfer zufällig in einer Kneipe in der Nähe des Ulmer Bahnhofs. Der Junge bat den 64 Jahre alten Mann laut Staatsanwaltschaft "um etwas zu trinken, zu rauchen und um einen Schlafplatz". In seiner Wohnung in einem Mietshaus in der Schillerstraße soll der Mann den Jugendlichen "einmalig und ohne jeglichen Nachdruck" aufgefordert haben, ihm ins Schlafzimmer zu folgen, um dort miteinander Sex zu haben.

Mit drei Küchenmessern auf den 64-Jährigen eingestochen

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft habe der Jugendliche aufgrund seiner Abneigung gegenüber Homosexuellen und weil er sein Opfer bestehlen wollte ein Messer aus der Küche geholt, sich ins Schlafzimmer begeben und dort auf sein argloses Opfer eingestochen. Als das Messer abgebrochen sei, habe er zwei weitere Messer geholt und erneut auf den 64-Jährigen eingestochen, bis dieser aufgrund des enormen Blutverlusts an Ort und Stelle verstarb.

Danach habe sich der mutmaßliche Täter gereinigt, die Wohnung nach Wertsachen durchsucht und neben etwas Bargeld eine Digitalkamera mitgenommen. Um seine Tatspuren zu vernichten, soll er in der Folge das Sofa und diverse Kleidungsstücke seines Opfers, die er zu einem Stapel zusammengehäuft habe, angezündet und die Wohnung verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch sechs weitere Menschen im Gebäude. Die Feuerwehr konnte den Brand jedoch rechtzeitig löschen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass den Beschuldigten "bei der Tat seine generelle Abneigung und Verachtung von Homosexuellen geleitet haben dürfte". Der Jugendliche ist weitgehend geständig. Ihm wird Mord in Tateinheit mit Raub vorgeworfen, dazu kommt der Vorwurf der schweren Brandstiftung. Bei unter 18-Jährigen sieht das deutsche Recht eine Maximalstrafe von zehn Jahren vor. (cw)



#1 Homonklin44Profil
  • 11.10.2017, 09:17hTauroa Point
  • ""Als das Messer abgebrochen sei, habe er zwei weitere Messer geholt(...)""

    Ich hab's zwar überlebt, aber das erinnert mich an den Bruder. Zufällig ähnliche Gegend. Zufällig Deja vue.

    Hofft man, der Typ wird nicht zu schnell wieder auf Leute losgelassen. Bei unserer Vergebungsjustiz und dem oft einseitigen Umstände-mildern-Urteil-Faktor glaube ich noch nicht so wirklich dran. Bei Jugendlichem greift gern eine Art Strafhemmung. :/
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