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Österreich

Weihbischof Laun bietet Papst Rücktritt an

Altersbedingt will sich einer der wohl homophobsten Bischöfe in Europa zurückziehen – Selbstkritik ist dem Salzburger auch heute noch fremd.


Weihbischof Andreas Laun kämpft seit Jahren gegen Rechte für Schwule und Lesben (Bild: Wiki Commons / Thaler Tamas / CC-BY-SA-4.0)

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat Papst Franziskus aus Altersgründen den Rücktritt angeboten. Der 74-Jährige erklärte in einem Interview mit der katholischen Kirchenzeitung "Rupertusblatt", er habe den Papst "nicht zuletzt über meine gesundheitliche Situation informiert und um Entpflichtung gebeten".

Laun hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit homophoben Tiraden für Aufregung gesorgt. Der Hardliner, der 1995 zum Weihbischof von Salzburg ernannt worden war, beklagte die "Homosexualisierung der Gesellschaft", warb wiederholt für Homo-"Heilung" und behauptete, dass es "keine Diskriminierung homosexueller Paare" gebe. Während seine Kirche mit Skandalen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester kämpfte, warf er Schwulen pauschal vor, eher Kinderschänder zu sein als Heterosexuelle.

Erst im März diesen Jahres bezeichnete Laun Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen pauschal als "gestörte Männer und Frauen". Im letzten Jahr war er auch ein Teilnehmer und Redner bei der homophoben "Demo für alle" in Stuttgart.

Laun: Ich wurde diffamiert und bekämpft

Im "Rupertusblatt" nahm Laun nichts von seinen extremen Positionen zurück, sondern bedauerte, dass er sich oft in der Kirche nicht durchsetzen konnte: "Wirklich traurig bin ich über jene Niederlagen, die mir Leute der eigenen Kirche zugefügt haben. Kurz gesagt: Wenn ich als Bischof das Wächteramt ernst nahm, wurde ich nicht selten diffamiert und bekämpft."

Der Anlass für den Rücktritt ist der 75. Geburtstag, den Laun am Freitag (13. Oktober) feiern wird. In diesem Alter ist laut Kirchenrecht ein Rücktrittsangebot vorgesehen, das meist vom Papst angenommen wird. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. So lehnte Franziskus das Rücktrittsgesuch des ebenfalls ausdrücklich homophoben Bischofs Vitus Huonder aus dem schweizerischen Chur ab. Huonder hatte 2015 erklärt, die Bibel fordere die Todesstrafe für Homosexuelle (queer.de berichtete). Trotz dieser Aussage verlängerte Franziskus die Amtszeit des Bischofs um weitere zwei Jahre. (dk)



#1 userer
  • 11.10.2017, 14:23h
  • Falls seine religiotischen Sonderrechte mit dem Rücktritt enden, könnte er ja vielleicht endlich wegen Volksverhetzung vor Gericht gezerrt werden. HOSI, übernehmen Sie!
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#2 Julian SAnonym
#3 PäbstinAnonym
  • 11.10.2017, 16:12h
  • Hochgeehrter Weihbischof Launs,
    wir - die Päbstin - bedanken uns für Euren langjährigen Dienst in unserer weltumspannend agierenden Gemeinde und nehmen Euren Rücktritt dankend entgegen.
    Der Herr geleite Euch durch Euren neuen Lebensabschnitt.

    SANTA MADRE ALICIENCA
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#4 LinusAnonym
  • 11.10.2017, 16:40h
  • "Laun: Ich wurde diffamiert und bekämpft"

    Immer sehr aufschlussreich, wenn die Leute, die selbst am meisten hetzen, diffamieren und andere Meinungen bekämpfen, sich selbst als arme, verfolgte Opfer aufspielen, sobald sie kritisiert werden.

    Das sagt sehr viel über den Charakter solcher Leute aus...
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#5 ClaasAnonym
#6 Der gute MichelAnonym
  • 11.10.2017, 19:37h
  • Es ist deprimierend, dass der Mann sich auf eine fürstliche Rente freuen kann. Dabei hat er sein Leben lang die Leute für dumm verkauft.

    Laun hat es leider verstanden, seine ultra-rechten Positionen mit großem Charme unter die Leute zu bringen. Er hinterlässt ein großes Netzwerk an Gleichgesinnten. Seine Positionen werden uns daher noch lange erhalten bleiben.
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#7 RobinAnonym
  • 11.10.2017, 19:55h
  • "So lehnte Franziskus das Rücktrittsgesuch des ebenfalls ausdrücklich homophoben Bischofs Vitus Huonder aus dem schweizerischen Chur ab."

    Was nur beweist, dass Papst Franziskus keinen Deut besser ist als seine Vorgänger. Er hat nur mehr Gespür für Marketing und frisst in der Öffentlichkeit gerne Kreide. Aber mit solchen Personalentscheidungen beweist er immer wieder, dass er homophobe Pfaffen gerne in machtvollen Positionen sieht.
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