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Staatshomophobie

Bundesregierung "sehr besorgt" über Verhaftungen von Schwulen in Ägypten

Laut Außenstaatssekretär Walter Lindner gibt es Gespräche mit der Regierung in Kairo über die zunehmende Verfolgung von Homosexuellen – die Grünen fordern echte Konsequenzen.


Zur Zeit der Pharaonen gab es in Ägypten einen entspannteren Umfang mit Homosexualität

Die Bundesregierung hat gegenüber ägyptischen Regierungsvertretern ihre Sorge über die Verfolgung von Homosexuellen zum Ausdruck gebracht. Dies erklärte Außenstaatssekretär Walter Lindner (SPD) in einem Antwortschreiben an die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner.

"Die Bundesregierung ist sehr besorgt über die Verhaftung zahlreicher Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Eintretens für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in Ägypten", heißt es in dem Brief. Dies gelte auch für Medienberichte über die Anwendung "menschenrechtswidriger Untersuchungsmethoden". Laut Bürgerrechtsorganisationen mussten sich einige der festgenommenen Männer Analuntersuchungen unterziehen.

Die Bundesregierung habe gegenüber der ägyptischen Regierung "deutlich gemacht, dass die Achtung der Menschenrechte auch für die bilaterale Zusammenarbeit von grundlegender Bedeutung ist", so Lindner. Konkrete Konsequenzen kündigte der Staatssekretär jedoch nicht an.

Zunehmende Verfolgung in den letzten Wochen

In den letzten Wochen wurde mehrfach über Verhaftungen von mutmaßlichen Schwulen in Ägypten berichtet, obwohl es im Land offiziell kein Verbot von Homosexualität gibt. Schwule werden aber immer wieder wegen "Ausschweifungen" oder anderen Gummiparagrafen angeklagt. Zuletzt landeten 17 Männer in Kairo vor Gericht (queer.de berichtete). Ende September waren zudem mehrere Menschen festgenommen worden, weil sie auf einem Konzert eine Regenbogenfahne geschwenkt hatten (queer.de berichtete). Ägyptische Bürgerrechtler gehen von Dutzenden oder sogar Hunderten Festnahmen wegen mutmaßlicher Homosexualität oder Unterstützung von LGBTI-Rechten in den letzten Wochen aus.

Anfang Oktober ordnete die Oberste Behörde für Medienregulierung zudem an, dass Schwule und Lesben nicht mehr positiv dargestellt werden dürfen (queer.de berichtete). In der Anordnung heißt es: "Es ist verboten, Homosexuelle in Printmedien, Audio- oder visuellen Medien zu zeigen, außer wenn die Tatsache gezeigt wird, dass ihr Verhalten unangemessen ist und dass sie dafür büßen."

Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner kritisierte die Reaktion der Bundesregierung als unzureichend. "Diese Verhaftungen belegen einmal mehr, dass in Ägypten Grundprinzipien der Rechtsstaatlichkeit nicht gewahrt werden", erklärte die wiedergewählte Bundestagsabgeordnete gegenüber AFP. "Sorge zu äußern reicht nicht, gerade mit Blick auf das Flüchtlingsabkommen brauchen wir auch Konsequenzen." (cw)



#1 HörnchenAnonym
#2 RobinAnonym
  • 15.10.2017, 13:34h
  • Nicht nur "besorgt" sein, sondern echte Konsequenzen ziehen und politische sowie wirtschaftliche Sanktionen ergreifen.

    Und angesichts der Lage ist auch eine Reisewarnung nötig.
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#3 TheMumProfil
#4 stromboliProfil
  • 15.10.2017, 15:36hberlin
  • Antwort auf #3 von TheMum
  • da hast du ausnahmsweis recht: der "arabische frühling war in seiner entwicklung ein von fundamentalistischen kräften inzenierter aufstand gegen anderweit herrschende kräfte, die zuvor eine rigid anitreligiösen kurs fuhren.
    Übrigens sorgfältig begleitet von christlichen interessensgruppen und deren politischen führern ( busch senior&junior z.b. .. und deren rechtskonservativen think tanks im us.euro christuniversum.

    Ich bin in den jahren zuvor oft in diesen ländern gereist, und habe die freundlichkeit im umgang mit homosexuellen männern immer bewundert.

    Nicht blind dafür, dass es auch damals galt, vorsichtig zu sein..
    Aber eben mit augenbzwinkern.
    Aber das war ich aus meinen christlichen vorzeigeländern ebenso gewohnt.

    Das frauen und somit lesben nicht eine ähnliche erfahrung haben machen können lag an der rolle der frau im patriarchalichen..
    Aber es fehlt so offentsichlich eine wahrnehmung darüber, wie dort gesellschaft sich "arrangierte".
    So bleibt im wahrnehmen deinerseits immer nur die zu kurz gekomme frau.

    Um zu begreifen was da im gleichgeschlechtlichen konflikt abläuft, muss man die konstruierten neuen rollen betrachten.. welche subsumiert sind unter dem religiösen dach der moralität.
    Was dem mann an vormaliger einseitiger "freiheit" genommen wurde, wird ihm in form seiner neuentdeckten "maskulinität" als trost für seine heteronormative zwangszuweisung hin zur frau als trostpflaster gewährt.
    Man hat erfolgreich die geschlechter zerstritten, um im zerstrittenen einen zwangsmodus herzustellen, der die menschen "befriedet".
    Man hat die geschlechter gegeneinander ausgespielt.
    Der westliche, gedankliche gegenentwurf im gendergedanke ist wichtig, aber auch auf wackeligen beinen, weil auch bei uns das verhältnis der geschlechter auf konkurrenz, statt auf solidarischer gleichheit beruht.
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#5 Zweierlei MaßAnonym
  • 15.10.2017, 16:01h
  • Das ist gut:
    Wenn in Ägypten Schwule wegen ihrer sexuellen Identität verhaftet werden, ist die Bundesregierung "sehr besorgt".

    Das ist nicht gut:
    Wenn in Deutschland die christlichen Kirchen per Sonderrechten Schwulen durch fristlose Kündigung die Lebensgrundlage nehmen, weil diese das Grundrecht auf Eheschließung ihrer sexuellen Identität gemäß wahrnehmen, dann ernten sie von der Pfarrerstochter und dem evanglikalen Kauder und Konsorten ein vertändnisvolles Kopfnicken.
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#6 stromboliProfil
#7 panzernashorn
  • 28.10.2017, 14:49h
  • Wenn die Bundesregierung "sehr besorgt" ist, heißt das in meinen Augen nichts Anderes als dass dies den jeweiligen Personen am Allerwertesten vorbeigeht.......
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