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Neue Folge

"Star Trek: Discovery" stellt schwules Paar vor

Das erste offen schwule Paar der neuen Serie präsentiert sich in der fünften Folge endlich den Zuschauern. Eine weitere Premiere: Zum ersten Mal fällt in einem Raumschiff der Sternenflotte ein bislang verbotenes Wort.


Das schwule Paar Hugh Culber (Wilson Cruz) und Paul Stamets (Anthony Rapp) kämpfen auch im 23. Jahrhundert gemeinsam gegen einen bösen Feind namens Karies (Bild: Netflix)

In der 5. Folge von "Star Trek: Discovery" wird die von den Machern der Serie bereits lange angekündigte erste Darstellung eines schwulen Paares in der TV-Franchise Realität – und das ganz unspektakulär: Die Hauptfigur Lieutenant Paul Stamets (dargestellt vom Broadway-Schauspieler Anthony Rapp) wird zum Ende der Folge mit seinem Freund Dr. Hugh Culber (Wilson Cruz) vor dem Ins-Bett-gehen in ihrer Kajüte im Raumschiff Discovery gezeigt – und zwar bei einem kleinen Plausch beim Zähneputzen.

Die Episode trägt den Titel "Wähle deinen Schmerz" – und beinhaltet unter anderem ein Wiedersehen mit der Figur Harry Mudd, die bereits Ende der Sechzigerjahre in der Originalserie "Raumschiff Enterprise" sowie in den Siebzigern in der Zeichentrickserie "Die Enterprise" aufgetaucht ist. Mudd wird in bei "Discovery" vom etablierten TV-Schauspieler Rainn Dietrich Wilson ("Six Feet Under – Gestorben wird immer", "Das Büro") dargestellt.

Erstes Homo-Paar in TV-Serie

Der schwule Neben-Plot hatte bereits vor dem Start der Serie für viel Aufsehen gesorgt, da "Star Trek" bislang als durchaus fortschrittlich in seiner Darstellung galt, allerdings erst im vergangenen Jahr die erste offen schwule Figur im 13. Kinofilm auftauchte: Die bereits etablierte Figur Hikaru Sulu (dargestellt von John Cho) wurde beiläufig für wenige Sekunden mit Ehemann und Kind gezeigt (queer.de berichtete). In den TV-Serien gab es aber bislang noch keinerlei offen homosexuelle Handlung, sondern nur Andeutungen.

Bei "Discovery" soll die gleichgeschlechtliche Beziehung nicht problematisiert werden, erklärte Darsteller Rapp erst vor wenigen Tagen beim Fantreffen "New York Comic Con". Er sei stolz darauf, Teil des ersten offen schwulen Paares in einer "Star Trek"-Fernsehserie zu sein – genauso stolz sei er aber, dass die Homosexualität der beiden Sternenflotten-Offiziere "völlig egal" sei, sondern die Beziehung wie viele Hetero-Beziehungen einfach als "lebendig, wahrheitsgemäß und menschlich" dargestellt werde.

Freilich haben Homo-Hasser eine andere Ansicht: Die konservative Nachrichtenseite "Newsbusters" (Motto: "Wir enthüllen und kämpfen gegen die Einseitigkeit linksliberaler Medien") beklagte sich mit Blick auf das schwule Paar bereits, dass die neue Serie "voller Propaganda" sei. Auch andere Homo-Gegner haben ausgeführt, dass die "Star Trek"-Produzenten mit der Serie die Öffentlichkeit in umstrittenen Fragen wie der Ehe für alle oder Antidiskriminierungsrichtlinien politisch nach links schieben wolle.

"Fucking cool"

Ein weiteres Novum in "Discovery": In Folge fünf fiel erstmals in der gesamten "Star Trek"-Franchise das Wort "Fuck". Die Ehre erhielt Sylvia Tilly (dargestellt von Mary Wiseman), die nach einer erfolgreichen Rettung eines Aliens begeistert "fucking cool" rief.

Bislang war das F-Wort in den Fernsehserien ein Tabu, da es im frei empfangbaren US-Fernsehen als obszön verboten ist. In den Filmen wagten sich die Macher immerhin an das im TV verbotene S-Wort (shit), aber bislang fiel in 51 Jahren "Star Trek" noch die das F-Wort. Der Grund ist, dass die neue Reihe in den USA im Streamingdienst CBS All-Access gezeigt wird, der nicht der TV-Zensur unterliegt.

Außerhalb der USA wird "Discovery" jede Woche immer kurz nach der US-Veröffentlichung auf Netflix gezeigt, so auch in Deutschland. Parallel zur Serie erscheint auf Netflix jede Woche auch eine neue Folge der Diskussionsrunde "After Trek", in denen Fans mit Schauspielern und Produzenten über die Episode diskutieren. (dk)

Twitter / startrekcbs | Auch auf der offiziellen Twitter-Seite von "Star Trek: Discovery" wird die Zähneputz-Szene gezeigt



#1 AFD-WatchAnonym
  • 16.10.2017, 15:17h
  • Das wurde auch allerhöchste Zeit... warum die homophoben (angeblichen) Star Trek-Fans hier aufmucken, während sie hingegen kein Problem damit haben, dass sich seit 50 Jahren in einem fiktiven Universum Menschen mit außerirdischen Spezies paaren (was wäre denn das reale Äquivalent dazu?! Sodomie?!), das können diese Idioten bis heute nicht erklären. Wo ist da die Logik?
    Im Original fiel das F-Wort? Das war wohl die Stelle, an der in der deutschen Synchro von "geiler Scheiß" die Rede war...
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#2 TheDudeEhemaliges Profil
  • 16.10.2017, 19:37h
  • Im Artikel steht, es gab in der Serie homosexuelle Andeutungen. Wo gab es die denn? Bin seit vielen Jahren eingefleischter Trekkie und konnte das leider nie feststellen.
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#3 AFD-WatchAnonym
#4 Homonklin44Profil
  • 16.10.2017, 20:53hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Die Art Leute rallen aber auch nie, dass es in Roddenberry's Philosophie an sich um Völkerverständigung geht, und um die absurden kleinen Unterschiede, petty differences, die etwas Fremdes vom Vertrauten trennen. Und natürlicgh um das Überkommen dieser hinderlichen Grenzen.
    Eigentlich spielt das vioel mehr auf unserem Heimatplaneten, als wir denken möchten. In fancy Kostümen eben, sympathisch verpackt.

    Leider widerspiegeln sich auch die gesellschaftlichen Grenzen darin oder brechen sich am Zensurgeist. Sonst hätten auch schwule Beziehungen da schon viel eher Einzug erhalten. Ungewöhnliche andere Beziehungen und Befruchtungen gab's doch so einige.
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#5 Sebastian3301Anonym
  • 16.10.2017, 21:19h
  • Das ist endlich eine Serie von Star Trek, wo ein Schwules parr mit spielt, ich finde das super, besser kann es nicht sein.

    Ich bin übrigens selber Gay.
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#6 schwarzerkater
  • 16.10.2017, 22:21h
  • cool, jetzt gibt es ein schwules paar "bei star treck". und? (wann gab es den ersten schwulen kuss in der "lindenstraße"?)
    und man jubelt man, weil das "f-Wort" endlich gefallen ist. und? (wann regte sich fernseh-deutschland auf, wegen schimanskis "scheiße" im tatort?)
    die gesamte amerikanische film- und fernsehindustrie ist doch so was von einer doppelmoral durchzogen und hinkt der realität jahre hinterher.
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#7 dedalus116Anonym
  • 17.10.2017, 04:26h
  • Warum sollen Homosexuelle nicht in solchen Filmen mitwirken und solche Ausschnitte gezeigt werden.
    Dies genau so was normales ob man Ausschnitte mit Hetrosexelle Handlungen zeigt.
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#8 YFrauAnonym
  • 17.10.2017, 09:02h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • "Ungewöhnliche andere Beziehungen und Befruchtungen gab's doch so einige. "

    Ja, aber ich fand die Moral von den beiden wohl herausstechenden Geschichten total daneben, aber wohl dem damaligen Zeitgeist entsprechend.

    Die erste Folge, die ich meine ist: TNG - Verboete Liebe.
    Die Moral von der Folge ist, man kann die sexuelle Identität von Leuten durch eine Therapie einfach umpolen, und danach geht es ihnen gut, sie sind vollkommen geheilte Menschen.

    Die Zweite folge ist: Star Trek Enterprise - Cogenitor.
    Dort ist die Moral, dass man in die starren Geschlechtervorstellungen von Völkern nicht eingreifen sollte, denn sonst töten sich am Ende auch noch Leute selbst, weil sie merken, dass sie eine Freiheit haben könnten, die sie aber niemals erreichen dürfen.
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#9 PiratCherubimAnonym
  • 17.10.2017, 09:37h
  • Ich fand/finde klasse, dass das Thema so unaufgeregt und quasi so völlig nebenbei aufkommt. So, wie es im besten Fall auch im realen Leben statt findet. Niemand macht Aufhebens, wenn man gesehen wird. Da fliegt kein regenbogenfarbenes Einhorn durch den Raum, sobald er betreten wird und alles dreht sich um "AHA! Das ist also unser schwules Alibipäärchen der Serie, weil sich niemand mit der Lebensweise von Schwulen befassen, dafür umso mehr Klischees bestätigen wollte!" Es gehört einfach dazu. Völlig unspektakulär, was eine langfristige Beziehung oft auch ist.
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#10 Holly HolzAnonym
  • 17.10.2017, 11:47h
  • Antwort auf #6 von schwarzerkater
  • Da spricht der Kater, der, wie immer, keine Ahnung hat.
    Schwule und lesbische Charaktere sind im US-amerikanischen Mainstream-TV um ein Vielfaches präsenter als im deutschen, wo die Christen in den Räten das Ruder fest in der Hand haben und dein Bayerischer Rundfunk sich frech aus dem laufenden Programm ausklinkt, wenn es ihm zu unchristlich wird.
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