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Studie

Online-Dating führt zu besserer Integration

Besonders Schwule und Lesben suchen online nach einer Partnerschaft. Laut einer Studie hat Online-Dating mehrere positive Aspekte: So halten die Beziehungen länger.


Laut dem Modell der Forscher Ortega/Hergovich halten Beziehungen, die online zustande gekommen sind, länger (Bild: Amanda Hinault / flickr)

Online-Dating ist zwar erst ein Vierteljahrhundert alt, verändert aber die Gesellschaft grundlegend. Das ist eines der Ergebnisse der Studie "The Strength of Absent Ties: Social Integration via Online Dating", die von den Wirtschaftswissenschaftlern Josue Ortega von der University of Essex in England und Philipp Hergovich von der Universität Wien erstellt worden ist.

Die Forscher untersuchten, wie sich Beziehungen durch Online-Dating verändern. Immerhin treffe bereits jetzt jedes fünfte heterosexuelle Paar online – bei homosexuellen Paaren sind es sogar mehr als zwei Drittel.


Homosexuelle haben das Online-Dating (rotes Dreieck) viel früher für sich entdeckt, aber die Heten holen auf

Online-Dating führe laut den Forschern dazu, dass sich anders als noch vor wenigen Jahren nicht mehr nur Partnerinnen oder Partner aus dem direkten Umkreis oder dem gleichen Kulturkreis treffen würden, sondern aus der "globalen Gemeinschaft".

Schwerpunkt der Studie: "Gemischtrassische" Beziehungen

Die Forscher erstellten ein auf bereits existierenden Daten früheren Studien basierendes Modell, mit dem die Veränderungen durch Online-Dating sichtbar machen wollten. Sie konzentrierten sich dabei auf Dating zwischen Angehörigen unterschiedlicher ethnischer Gruppen in den Vereinigten Staaten. Dieser Fokus sei besonders interessant, da in großen Teilen der USA bis 1967 noch ein Verbot sogenannter "interrassischer Hochzeiten" in Kraft war – und es bis heute noch eine große "soziale Distanz" zwischen den "Rassen" gebe, also Weiße und Schwarze in der realen Welt nur relativ selten interagieren. Online, so zeigte sich, gebe es diese Distanz weniger.

Das Modell der Forscher simuliert soziale Netzwerke (dieses Wort steht in diesem Zusammenhang nicht für Facebook und Co., sondern für menschliche Beziehungen und Interaktionen untereinander). Damit versuchten sie vorauszusagen, wie sich die Eheschließungen in Zeiten des Online-Datings verändern.

Das Ergebnis: Das Model sagt eine schnelle "rassische Integration" voraus – die Gesellschaft wird also durchlässiger. Außerdem würden laut den Daten die Ehen länger halten; es ist allerdings unklar, worauf diese längeren Ehen zurückzuführen sind. Dieser Effekt könne auch auf anderen gleichzeitig auftretenden Faktoren beruhen, die nichts mit dem Online-Dating zu tun haben. (dk)



#1 Homonklin44Profil
  • 16.10.2017, 20:34hTauroa Point
  • Ein bisschen problematisch ist an solchen Erhebungen, dass auf eine selektive Auswahl begrenzt wird, also nur Leute, die auch Online-Angebote nutzen. Über die anderen erfährt man daraus nicht.
    Beziehungen, die durch Online-Begegnung länger halten, sind vielleicht ebenso ein Ergebnis der Selektivität.
    Wenn man 100 leidenschaftliche WaldspaziergängerInnen fragt, wo sie sich kennen lernten, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es im Wald war. ;o)

    Ist doch schön, wenn das funktioniert. Man müsste mal die Klagen derer mit einflechten, die schon Jahrzehnte in Online-Partnerseiten herum hängen, und die Nase voll von Fakern, Love-Scam, NickwechslerInnen, leeren Versprechungen oder plötzlich abgebrochenen Kontakten haben. Was die so dazu Positives alles dazu meinen.
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