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Einzelkommentar zu:
Nicht als Vater anerkannt: Transmann zieht vors Bundesverfassungsgericht


#48 Janana
  • 22.10.2017, 17:55h
  • Antwort auf #40 von nachgefragt
  • Hmm,

    ich überlege jetzt den ganzen Morgen wie ich auf den Kram eingehen soll. Irgendwie kam es so wie, ich befürchtet hatte.

    Das ganze ist von einer Sachebene wieder einmal auf die personalisierte Ebene gezogen. Die personalisierte Ebene, in der wieder alle typischen Narrative bedient werden, die ich sonst auch immer lese. Komisch, oder? Schonmal überlegt, ob es überhaupt noch persönlich ist, oder woher diese ganzen Narrative nun wieder kommen?

    Ich zähle mal auf:
    - den eigenen Weg gehen
    - Trans* super finden "müssen" (bzw. der angebliche Imperativ) - unhinterfragt ohne sich darüber klarzuwerden welche Befindlichkeiten dem nun entgegenstehen (ich will jetzt auch gar nicht näher darauf eingehen)
    - junge Trans*menschen verunsichern
    - Emanzipation als Selbstzweck

    *seufz*

    Aber ich bedanke mich Stromboli für den tollen Link. Ich denke, die dort genannten soziologischen Argumente treffen den Kern besser, als ich es jemals ausdrücken könnte.

    "Objektive Herrschaftsverhältnisse [erfahren] dann den letzten Schliff, wenn sie von den Menschen versubjektiviert, verdichtet und verabsolutiert werden, so dass sich die Menschen gar nichts mehr anderes als die gegebene gesellschaftliche Situation vorstellen können und ihre Repression als Schicksal hinnehmen, als Freiheit begreifen oder gar als Lust empfinden. Die zentrale Vermittlungsinstanz für diesen Subjektivierungsprozess ist der Staat."

    Genau das ist es, denke ich, was Hant'éwi und ich (Hant'éwi im Besonderen, immer wieder anspricht, wenn sie versucht, aus einem anderen kulturellen Hintergrund uns Deutschen unter diese Nase zu reiben, in welchem System wir leben und was es mit uns macht.

    Man muss sich nämlich die Frage stellen, warum Deutschland in diesen Dingen Jahrzehnte hinterherhinkt. Genetik wird's nicht sein, also was ist es? Das wurde in vielen Posts exemplarisch in vielen Dingen dargelegt - es hat mit der deutschen Geschichte zu tun - den vielen unhinterfragten Dingen, die im alltäglichen Leben und insbesondere auch dem Staat immer wieder reproduziert werden, von einmal "assimilierten Bürgern" verinnerlicht und an die Nachkommen weitergegeben werden. Ein ewiger Zyklus.

    Und die Krönung - wie in dem Artikel beschrieben ist - wenn es soweit angekommen ist, bis das Individuum es für eine "persönliche Entscheidung" hält, und sich gar nicht mehr darüber im Klaren ist, was hier nun alle gewirkt hat und es in Wirklichkeit alles andere als persönlich ist. Es ist ein persönliches Arrangement mit dem System - und das ist das erscheint zwar als subjektive Wirklichkeit, ist aber alles andere als eine freie Entscheidung.

    Das wird hier konsequent nicht verstanden und alle, ALLE laufen immer in die gleiche Falle.

    Danke, Stromboli, für den Link. Auch wenn ich sehe, dass Du wieder nicht verstanden wirst.

    Im Übrigen ist auch der Abschnitt in dem Artikel unter "Der Staat kodifiziert und legitimiert das Normale" sehr lesenswert.

    Aber auch in den anderen Dingen habe ich immer wieder hier mit dem gleichem Dummsprech zu tun, der mir anderswo begegnet. Wann immer eine Person eine "andere" Sichtweise darlegt, dann heißt es gleich, sie würde "für alle" sprechen. Hingegen unterstellen die, die angeblich nur subjektiv für sich selbst sprechen, dass sie für alle sprechen würden. Wie schnell wir aus einem "ich" ein "wir". Meiner Erfahrung nach, sind es genau diese Narrative, die nämlich "junge Trans*menschen" verunsichern. Dieses Narrativ ist nämlich brutalsmöglich menschenverachtend. Erst wenn man sich unterwirft und selbst bricht, kann man "den Weg" beschreiten. Das ist so toxisch, darauf mag ich jetzt näher nicht mehr eingehen.

    "Auf welche Weise äußert man sich dir gegenüber; könntest du das konkretisieren?"

    Was hat das zu bedeuten, wenn ich höre - nachdem ich eingeladen wurde, einen Workshop für angehende Erzieherinngen zu geben, die in einem Themenkomplex "Gender" sich das Thema trans ausgesucht haben, wenn sie mir hinterher sagen (zu mir persönlich): "Also, wenn ich es offen sagen kann, als ich sie heute morgen getroffen habe, also irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet." In dieser Art höre ich häufig Dinge. Was heißt das? Woher kommt das? Wie kommt es dazu? Mal ganz angesehen davon, dass es sich um Mikroagressionen handelt.

    "Mich würde es sehr interessieren, was du aus deiner Arbeit grade über die Sichtweisen junger Betroffener berichten kannst."

    Hö? Wie, was? Betroffen von was? Vom Schulsystem? Die armen Betroffenen sind auf Ehrenamtliche angewiesen, sie über "geschlechtliche Vielfalt" aufzuklären, weil der Staat es systematisch versäumt hat.
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