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"Das ergibt keinen Sinn"

Neo-Nazi outet sich als schwul

Rund 40 Jahre lang war der Engländer Kevin Wilshaw in der Neo-Nazi-Szene aktiv und schürte Hass. Jetzt sagt er sich im Fernsehen vom Rechtsextremismus los – und spricht über seine Homosexualität und seine jüdischen Wurzeln.


Kevin Wilshaw zeigt dem Channel-4-Reporter seine Nazi-Fanartikel, die ihn mehrere Jahrzehnte seines Lebens begleiteten (Bild: Screenshot Channel 4)

Noch vor wenigen Monaten trat Kevin Wilshaw in Großbritannien offen als Neo-Nazi auf. In einem Interview mit dem Fernsehsender Channel 4, das am Dienstag veröffentlicht wurde, berichtete er nun von einem Sinneswandel: Weil er selbst schwul ist und zudem jüdische Vorfahren hat, habe er mit seinen Gesinnungsgenossen gebrochen. "Wenn man schwul ist, ist das in der Gesellschaft akzeptiert, aber in dieser Gruppe von Menschen ist das nicht akzeptiert. Ich hatte ein bis zwei Zwischenfälle, bei denen ich als schwul verdächtigt wurde und misshandelt wurde."

Die Erkenntnis kam allerdings recht langsam: Fast vier Jahrzehnte lang war Wilshaw eine der führenden Persönlichkeiten der Neo-Nazi-Szene in Großbritannien. Er organisierte etwa Aufmärsche und ließ sich gerne auch in Nazi-Uniform ablichten (was auf den Britischen Inseln anders als in Deutschland keine Straftat ist). Unter anderem war er in den rechtsextremen Parteien "British National Party" und "National Front" zu Hause.

Direktlink | In dem rund zwölfminütigen Bericht gibt Kevin Wilshaw Einsicht in seine bizarre Welt

Mitleid mit den Opfern seiner Hassattacken hatte er früher offenbar nicht – erst als sich das Blatt gegen ihn wendete, dachte er um: "Ich sah, wie Menschen auf der Straße misshandelt, beschimpft und angespuckt wurden – erst als es auch mir passierte, merkte ich plötzlich, dass das, was ich tat, falsch ist." Auch gegen Juden habe er gerne gehetzt, sich aber nicht damit auseinandergesetzt, dass er der Sohn einer Jüdin ist. Für ihn seien "die Juden" bislang aber lediglich eine gesichtslose Masse gewesen.

Der Aussteiger deutete auch an, dass er als Schwuler nicht alleine in der Neo-Nazi-Szene ist: "Es gibt andere Führungsmitglieder der 'National Front', die erkennbar schwul sind. Niemand sieht aber den Widerspruch, dass es erkennbar schwule Personen gibt, die eine homophobe Organisation anführen. Das ergibt keinen Sinn." (dk)



#1 schwarzerkater
#2 monchichiAnonym
#3 UmtauschAnonym
#4 Tommy0607Profil
  • 18.10.2017, 18:18hEtzbach
  • Man kann nur hoffen , dass viele Rechtspop. vernünftig und "geheilt " werden von der Braunen Seuche . . Und auch das gewisse Besorgte Bürger mal menschlich wieder denken lernen im 3. Jahrtausend !
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#5 wiking77
  • 18.10.2017, 18:22h
  • ... eine Runde Mitleid. Seien wir froh, dass er nicht ein Kumpan von Ernst Röhm und Co. war und gerade Urlaub in Bad Wiessee machte.
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#6 Homonklin44Profil
  • 18.10.2017, 20:03hTauroa Point
  • Wenn er so lange gebraucht hat, um seine Selbstverleugnung umzukehren, und zu schnallen, wem er damit am meisten in den Rücken fiel, was ihn Jahrzehnte nicht kratzte, hält sich das Mitleid in scharfen Grenzen.
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#7 Patroklos
#8 herve64Profil
  • 19.10.2017, 08:53hMünchen
  • Vierzig Jahre lang war er in der Neonazi-Szene aktiv und jetzt kommt der Sinneswandel? Ich glaub mal eher, hier sucht jemand die verloren gegangene Publicity.

    Und wenn es mit roher Gewalt nicht mehr geht, bleibt nur noch ein Mittel: das mitleidserheischende Auftreten des reuigen Sünders, der sich jetzt auf seine eigene verfemte sexuelle Orientierung und seine eigene diffamierte Religion beruft.

    Tut mir Leid, aber mein Mitleid hält sich hier nicht nur in Grenzen, es ist einfach nicht existent, denn das Ganze stinkt nach einer durchsichtigen Schmierenkomödie zur Augenwischerei.
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#9 goddamn liberalAnonym
#10 TraumzerstörerinAnonym
  • 19.10.2017, 10:15h
  • Antwort auf #8 von herve64
  • Da hat jemand sich von Rassismus und Menschenfeindlichkeit abgewandt, und du sagst ihm: "Hey, vergiss es! Du wirst für uns immer ein Arschloch bleiben!" Was glaubst du, wird dadurch besser, außer das du dir geistig auf deine erhöhte Position einen runter holst?

    "der sich jetzt auf seine eigene verfemte sexuelle Orientierung und seine eigene diffamierte Religion beruft. "

    Dazu hat er gutes Recht, denn er ist sowohl schwul und darf es deshalb auch sein, und er ist Jude, was ihn dazu ermächtigt, diese Religion zu praktizieren und sich mit seiner jüdischen Geschichte auseinander zu setzen, wenn er es denn möchte. Und er wollte das, es ist also vollkommen legitim.

    Aber das ist mir hier im Forum auch schon aufgefallen, besonders bei den Atheistenfreunden hier, da werden Leute, selbst wenn sie ihre Meinung zu einem Thema geändert haben, immer weiter nieder gemacht, dass führt dann dazu, dass diese Leute sich tief verletzt fühlen und dann wieder in ihre alten Muster zurückfallen, weil ihr sie für ihren positiven Sinneswandel lieber bestraft, als zu würdigen. Das zeigt dann auch, dass ihr gar nicht daran interessiert seid, dass diese User zur Vernunft kommen, nein, ihr wollt sie nur bashen und mit ihnen spielen, wie eine Katze mit einem kleinen Vögelchen.
    Ich hoffe, hier arbeitet niemand im Strafvollzug, nicht auszudenken was ihr dort anrichten würdet.
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