Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29917

"Das ist ein Selbstläufer"

Studie: Die PrEP rechnet sich

Laut einer britischen Studie ist es für die Steuer- und Beitragszahler ein profitables Geschäft, die Pille zum Schutz von HIV an Schwule und Bisexuelle auszugeben – allerdings erst nach mehreren Jahrzehnten.


Truvada ist das etablierte PrEP-Mittel, inzwischen gibt es aber auch ein Generikum, das über 90 Prozent billiger ist (Bild: NIAID / flickr)

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) kann die langfristigen Kosten für das Gesundheitssystem erheblich senken. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des University College London, die am Dienstag im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht worden ist. Laut dem Modell der Forscher könne eine konsequente Anwendung des Medikaments bei schwulen und bisexuellen Männern mit erhöhtem HIV-Ansteckungsrisiko in den nächsten 80 Jahren alleine in Großbritannien dazu führen, dass Kosten in Höhe von einer Milliarde Pfund (1,1 Milliarden Euro) eingespart werden.

Zunächst erhöhe PrEP freilich die Ausgaben im öffentlichen Gesundheitssystem, da die Pillen zunächst an die Patienten ausgegeben werden müssten. Da sich in der Modellrechnung weniger Menschen mit HIV infizieren, entstünden mit der Zeit weniger Kosten für die Behandlung. Bis die PrEP zu einem gewinnbringenden Geschäft für die öffentliche Hand wird, vergehen laut der Studie 40 Jahre.

"Es wird Geld sparen"

Die Ärztin Alison Rodger, die an der Modellrechnung mitgewirkt hatte, zeigte sich gegenüber der BBC überzeugt, dass die PrEP eine Präventionsmethode der Zukunft ist: "Es ist nicht nur ein hoch effektives Medikament, es wird Geld sparen. Das ist ein Selbstläufer – es wäre gut, wenn wir das machen."

Die tägliche Einnahme der PrEP senkt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, praktisch auf null. Mit Truvada wurde erst vergangenes Jahr in Europa ein erstes Medikament zur vorbeugenden Einnahme zugelassen, es wird aber schon länger in anderen Ländern wie den USA zu diesem Zweck eingesetzt. Bislang wird die PrEP wegen der hohen Kosten – Truvada schlägt in Deutschland mit rund 800 Euro zu Buche – nicht von den Krankenkassen erstattet. Seit vergangem Monat bieten manche Apotheker aben ein Generikum für nur noch 51 Euro an (queer.de berichtete). (dk)



#1 EisenhowerProfil
#2 andreAnonym
  • 18.10.2017, 19:36h
  • Ich frage mich wie Ihr auf einen Preis von 51 Euro beim Generikum kommt. Vermutlich noch pro Monat. Es handelt sich hier doch sicher um EMTRICITABIN/Tenofovirdisoproxil HEXAL 200/245mg. Ich habe das vor mir liegen. Heute zum ersten mal bekommen, statt Truvada. Der Arzt sagte mir, die Kasse will das so und der Patentschutz für Truvada ist abgelaufen. Deshalb dieses neue Generikum. 3x30 Stück, andere Größen gibts nicht kosten 1639 Euro. Gleich im Internet nach dem Preis geschaut. Truvada hätte 2400 gekostet. Auf 51 Euro pro Monat komme ich nun wirklich nichtt.
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: www.queer.de/detail.php?article_id=29653
#3 andreAnonym
  • 18.10.2017, 19:40h
  • Es sind nicht 3x30 Stück. Es sind 90 Stück zum rausdrücken aus dem bekannten Plastik. Wie Husten-Pastillen. Gerade geöffnet
  • Antworten » | Direktlink »
#4 andreAnonym
#5 Ramiz Kaseem MaloufAnonym
  • 18.10.2017, 20:06h
  • Antwort auf #4 von andre
  • Das geht ganz einfach. Siehst Du doch.

    Und das ist in vielen Bereichen des Lebens so. Frag Dich erst mal: Brauchst Du PREP überhaupt? Und dann kannst Du Dich fragen: Ist es mir das zu dem Preis wert?

    Lümmeltüte drüber, das funktioniert ja auch irgendwie. Und ist deutlich günstiger.

    PREP ist zur Eindämmung von HIV bei Leuten, die's nicht mehr auf die Reihe kriegen und sehr viele Sexkontakte haben.

    Weiterhin nützlich kann es sein bei Leuten, die in einer Partnerschaft mit einem HI-Poitiven leben, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

    Trifft beides nicht auf Dich zu, dann genügen Kondome.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 andreAnonym
  • 18.10.2017, 20:09h
  • Antwort auf #4 von andre
  • Sorry, habe es jetzt erst gelesen, daß es einen Unterschied macht beim Preis, ob es Prophylaxe ist oder Therapie. Die 51 Euro sind bei Prophylaxe. Bei Therapie bleibt alles beim alten.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Stefan ZAnonym
  • 19.10.2017, 04:55h
  • Antwort auf #6 von andre
  • Hexal macht für PreEP einen Sonderpreis, weil es zusätzlicher Umsatz ist. Deswegen muss auf dem Rezept auch stehen, dass es für PrEP ist, nicht für die HIV-Behandlung, und werden die Tabletten umverpackt.
    Die Herstellungskosten von generischem Truvada liegen bei unter 1 euro pro Tablette. Auf Dauer wird auch der Preis für generisches Truvada in der HIV-Behandlung sinken, wenn mehr Firmen einander im Preis unterbieten wollen, aber das geht langsam. Truvada ist erst seit Juli diesen Jahres patentfrei, der Preis ist jetzt von 800 auf 500 euro im Monat gesunken. In anderen Ländern der EU die besser Verhandeln können, weil sie zentral einkaufen, ist es schon 250 euro im Monat, aber es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis der Preis sich in Richtung der Herstellungskosten bewegt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Huibrecht VerdonhotAnonym
  • 19.10.2017, 11:17h
  • Wer PrEP nimmt, kann auch gleich jeden Tag eine Pille Antibiotikum dazu nehmen.

    www.derstandard.de/story/2000066254292/geschlechtskrank-ohne
    -symptome


    "Homosexuelle Männer mit wechselnden Sexualpartnern sind häufig mit sexuell übertragbaren Krankheiten infiziert. Viele verlaufen ohne Symptome."

    Bitte beachten: Häufig sind Geschlechtskrankheiten das Einfallstor für HIV, sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion erheblich.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Matze0815
  • 19.10.2017, 12:20h
  • Antwort auf #1 von Eisenhower
  • "Etwas, das sich erst nach 40 Jahren rechnet, wird sich eine Privatperson wohl nicht anschaffen wollen."
    Der Ansatz ist meiner Meinung nach falsch, denn welche Investition die man als Privatperson tätigt wird auch ein Leben lang (ca. 80 Jahre) genutzt? Eine verhinderte HIV Infektion bringt aber für das gesamte Leben etwas und auch zusätzlich für den Rest der Gesellschaft, da der Virus ohne Neuinfektionen nicht weitergegeben werden kann und so die Lebensqualität aller und die Kosten für medizinische Behandlungen langfristig sinken.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 KiaraOhpffenAnonym