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Homophobie

Marokko: Menschenrechtsminister bezeichnet Homosexuelle als "Müll"

Mustapha Ramid ist genervt, dass Journalisten ihn über die Diskriminierung Homosexueller befragen – und verteidigt mit deutlichen Worten die strafrechtliche Verfolgung sexueller Minderheiten.


Mustapha Ramid ist seit 2012 Menschenrechtsminister im Kabinett des gemäßigt islamistischen Premierministers Saadeddine Othmani

Der marokkanische Menschenrechtsminister Mustapha Ramid hat homophobe Aussagen verteidigt: Der 58-Jährige erklärte diese Woche, dass er sich nicht für ein Interview am Rande einer Anti-Folter-Konferenz in der Haupstadt Rabat Ende September entschuldigen werde. Damals hatte er auf Arabisch gereizt auf die Frage eines Journalisten nach den Rechten Homosexueller reagiert.

In dem Interview sagte er zu einer abweisenden Handbewegung: "Warum fragen Sie mich nach Homosexualität? Es ist eine Schande, dass Homosexualität jetzt einen Wert hat. Warum fragt mich jeder danach? Nehmen Sie das Mikrofon aus meinem Gesicht." Als der Journalist weiter auf einer Antwort beharrte, meinte der Minister: "Hören Sie, wir sind in Marokko, wenn wir weiter darüber sprechen, geben wir diesen Leute einen Wert. Sie sind Müll."

Direktlink | Mustapha Ramid bezeichnet Homosexuelle in einem spontanen Interview als "Müll"

"Wir sind nicht Europa"

Nach Kritik von Bürgerrechtlern, die seine Aussagen als verfassungwidrigen Aufruf zum Hass kritisiert hatten, beharrte der Minister auf seine Position. Am Dienstag schrieb er etwa auf Facebook, dass Homosexualität aus gutem Grund in Marokko verboten sei, "weil wir nicht Europa sind". Homosexualität sei für die Gesellschaft nicht akzeptabel. Außerdem behauptete der Minister, er habe nicht homosexuelle Personen als "Müll" bezeichnet, sondern das Konzept der Homosexualität. Zudem zog er eine Parallele zwischen der Bestrafung von Homosexualität und der Todesstrafe, die ebenfalls in Marokko angewendet wird und die oft aus dem Ausland kritisiert werde.

In Marokko stehen laut dem Strafrechtsparagrafen 489 auf homosexuelle Handlungen bis zu drei Jahre Haft. Zwar werden nur sporadisch Verurteilungen bekannt – im Februar schickte ein Richter etwa zwei Männer für sechs Monate hinter Gittern, nachdem sie beim Sex in einer Privatwohnung erwischt worden waren (queer.de berichtete). Bürgerrechtler beklagen aber, dass die Polizei mutmaßliche Homosexuelle immer wieder erpresse oder es auch zu gewalttätigen Übergriffen komme.

Die Menschenrechtslage in dem Maghreb-Staat könnte auch zu einem Streitpunkt in den Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition in Berlin werden: CDU/CSU und FDP wollen Marokko – ebenso wie Tunesien und Algerien – das Prädikat "sicheres Herkunftsland" verleihen, während die Grünen das insbesondere mit Verweis auf die Homosexuellenverfolgung ablehnen. Anfang des Jahres hatte die schwarz-rote Bundesregierung abgestritten, dass es eine systematische Verfolgung Homosexueller in Marokko gebe (queer.de berichtete). (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 19.10.2017, 12:50h
  • 'Wir sind nicht Europa!'

    Das ist wohl leider nur allzu wahr.

    Was mich immer wieder verblüfft, dass Europäer in dieser No-Go-Area für zivilisierte Menschen Urlaub machen und dass sich Schwule dort sogar niederlassen.

    de.wikipedia.org/wiki/Jardin_Majorelle

    Da muss man wohl Franzose sein, um das zu verstehen.
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#2 Roman BolligerAnonym
  • 19.10.2017, 13:04h
  • Noch einer dieser Politiker, welcher sogar offiziell zuständig für Menschenrechte ist, diese jedoch mit Kot aus seinem perversen Hirn besudelt.
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#3 Paulus46Anonym
  • 19.10.2017, 14:08h
  • Antwort auf #2 von Roman Bolliger
  • In der Tat in den Maghreb-Staaten steht auf homosexuelle Handlungen Haftstrafen und das gilt es auch immer wieder anzuprangern, dass sich in den nordafrikanischen, islamisch geprägten Staaten diesbezüglich eine Änderung ergeben muß. Ich begrüße es, wenn Journalisten hier in Marokko, in Algerien, in Libyen oder Ägypten die Politiker zur Rede stellen oder wenn der Menschenrechtsausschuss der UNO dies anprangert sehr!

    -----

    Zum Thema "Sichere Herkunftsstaaten" sei aber folgendes geschrieben.

    Mit der Einstufung von Staaten als Sichere Herkunfsstaaten bleibt weiterhin der individuelle Asylrechtsanspruch eines politisch verfolgten Marokaners, Algeriers oder Tunesiers ERHALTEN. Wer als homosexueller Marokaner vor einem deutschen Verwaltungsgericht die individuelle Verfolgung NACHWEISEN kann, der erhält hier Asylrechtsschutz, auch wenn Marokko als Sicheres Herkunftsland eingestuft wird.

    Vielmehr geht es darum, die Asylverfahren zu beschleunigen; denn die Anerkennungsquote für Asyl ist in Marokko seit JAHREN UNTER EINEM PROZENT !!!

    Marokko oder Tunesien sind durchaus - wenn man einmal von der skandalösen Lage homosexueller Menschen absieht - ein ansonsten durchaus rechtlich/gesellschaftlich gesehen sich liberalisierendes Land. Ich würde dies beiden Länder "fast" auf eine Stufe mit Albanien in Europa stellen wollen - aber nicht ganz.

    So haben Marokko und Tunesien Ihr Familienrecht liberalisiert und zivilrechtliche Scheidungen für Frauen wurden erlaubt. In beiden Staaten gibt es Wahlen und Parlamente und in Tunesien gibt es sogar ein relativ liberales Abtreibungsrecht.

    Ich teile daher hier NICHT die Haltung der Grünen und Linkspartei, die auf dem Rücken der LGBTI.Community in Wahrheit ein ganz anderes Thema verfolgen. Homosexuelle Menschen werden "nur vorgeschoben", um möglicht Abschiebungen nach Nordafrika insgesamt zu verzögern/aufzuhalten und zu stoppen.

    Die FDP und die CDU/CSU als auch die AfD sowie insbesondere auch die homosexuellen Aktivisten der LSU haben dies entsprechen erkannt und der LSU hat hierzu eine gute Stellungnahme verfasst.

    Ich habe vor zwei Jahren auch nicht den mehrheitlichen Beschluss des LSVD mitgetragen und fand es schon eine "Frechheit" wie bestimmte Protagonisten im LSVD-Vorstand zur Meinungsbeeinfllusssung eine Aktivistin der linken Organisation "pro Asyl" eingeladen hatten.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 19.10.2017, 14:18h
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • "fand es schon eine "Frechheit" wie bestimmte Protagonisten im LSVD-Vorstand zur Meinungsbeeinfllusssung eine Aktivistin der linken Organisation "pro Asyl" eingeladen hatten."

    Probleme mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung?

    Hat der reaktionäre marrokanische Minister sicher auch.
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#5 BobAachenProfil
#6 AchsoAnonym
  • 19.10.2017, 14:40h
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • "Die FDP und die CDU/CSU als auch die AfD sowie insbesondere auch die homosexuellen Aktivisten der LSU"

    Endlich nennst du zusammen, was inhaltlich zusammengehört. Und wenn die Grünen eventuell doch nicht rechts genug werden, wie du eigentlich triumphierend verkündet hast: die AfD bietet sich als dritter Koalitionspartner geradezu an: Komplette Abschaffung des Sozialstaates, Abschaffung der Erbschaftssteuer, Schluss mit Frauenrechten, Rassismus - die Gemeinsamkeiten der drei Parteien sind erdrückend.
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#7 Paulus46Anonym
  • 19.10.2017, 14:44h
  • Antwort auf #5 von BobAachen
  • @BobAachen
    "Wie war noch die sexuelle Orientierung des Königs von Marokko?"

    Der König von Marokko ist hetero und ist mit einer modern denkenden Frau verheiratet, die eine Ausbildung zur Informatikerin hat. Im Übrigen ist Marokko im Unterschied zu Saudi-Arabien eine KONSTITUTIONELLE Monarchie und KEINE absolute Monarchie.

    -----------------------

    Spekulationen über die sexuelle Orientierung des marokanischen Königs sind mir jedenfalls nicht bekannt; der König von Marokko ist eindeutig hetero.

    Demgegenüber gibt es aber seit Jahrzehnten Spekulationen zur sexuellen Orientierung des Sultans von Oman Qabus ibn Said, der Single ist und nur kurzzeitig mit seiner Cousine verheiratet war undkeine Kinder hat. Und das ist schon mehr als auffallend, weil es fast PFLICHT der arabischen Oberhäupter ist mindestens eine Frau zu heiraten und so viele Kinder wie möglich in die Welt zu setzen.
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#8 Paulus46Anonym
  • 19.10.2017, 14:51h
  • Antwort auf #6 von Achso
  • @Achso
    "Die FDP und die CDU/CSU als auch die AfD sowie insbesondere auch die homosexuellen Aktivisten der LSU"

    Endlich nennst du zusammen, was inhaltlich zusammengehört. Und wenn die Grünen eventuell doch nicht rechts genug werden, wie du eigentlich triumphierend verkündet hast: "

    --> Das werden wir bei den Grünen "noch" sehen, wohin die Reise dieser Partei "geht".

    Entweder setzen sich die linke Peter und Trittin "durch" und dann scheitert auch Jamaica oder aber es setzen sich Boris Palmer, Guido Kretschmann, Kathrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir durch und dann "kippen" die Grünen ins Lager von CDU und FDP, was mich freuen würde.

    Ich bin schon froh, dass Volker Beck mit seinen Skandalen "Raus aus dem Bundestag" ist, denn der hätte sicherlich auch mitgeholfen, Jamaica zu verhindern.

    Jedenfalls bin ich gespannt, welche Kompromisse die Grünen nunmehr mittragen werden. Je mehr Sie "mitmachen" und der FDP und CDU folgen, desto besser finde ich es.
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#9 Homonklin44Profil
  • 19.10.2017, 15:18hTauroa Point
  • ""Außerdem behauptete der Minister, er habe nicht homosexuelle Personen als "Müll" bezeichnet, sondern das Konzept der Homosexualität.""

    Na ja, das ist eine Meinung über einen verfehlten Begriff von dem, was Homosexualität ist.

    In ähnlicher Weise kann man konstatieren, dass das Konzept von Religion Müll ist.

    Nicht in Europa, ja. merkt man. Aber das Geld der Touristen nehmt ihr da gern, oder für's Krabbenpuhlen ect. Noch ein Land, in das man nicht reisen muss.

    Räumt erst mal den Kram an euren vollgemüllten Stränden auf, bevor ihr da auf faschistoide Positionen kommt.

    Ist einem Leid um die freundlichen Marokkaner, die es da auch gibt
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#10 HörnchenAnonym