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Regenbogenfamilien

Studie: Diskriminierung von Homo-Paaren schadet Kindern

Den Kindern geht es gut, wenn sie in Regenbogenfamilien aufwachsen, so das Ergebnis einer groß angelegten Studie aus Australien. Gefährlich für den Nachwuchs sei dagegen Homophobie.


Auch wenn Homo-Hasser es immer wieder behaupten: Dass Kinder in Regenbogenfamilien schlechter aufwachsen, ist eine Legende (Bild: Tom Reynolds / flickr)

Eine anlässlich des Volksentscheids zur Ehe-Öffnung in Australien veröffentliche Metastudie zu Regenbogenfamilien kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern genauso gut aufwachsen wie mit Vater und Mutter. Die Studie trägt den Titel "Den Kindern geht es gut: Diskriminierung, nicht gleichgeschlechtliche Eltern, schadet den Kindern" und wurde im "Medical Journal of Australia" veröffentlicht.

Die Autoren der Studie arbeiten für "Melbourne Children's", einem Kinderkrankenhaus und Forschungszentrum in Australiens zweitgrößter Stadt. Sie untersuchten insgesamt 79 Studien aus drei Jahrzehnten, die sich mit Regenbogenfamilien beschäftigten. Dabei stellten sie fest, dass es keine Unterschiede in der emotionalen und der gesellschaftlichen Entwicklung der Kinder gebe, egal, welche sexuelle Orientierung die Eltern haben. Auch die Lernerfolge seien sowohl in "traditionellen" wie auch in Regenbogenfamilien auf gleichem Niveau.

Die Ergebnisse zeigten einen "breiten Konsens" unter Soziologen und Psychologen. "Es sind die Verhältnisse in der Familie (die Erziehungsqualität, das Wohlbefinden der Eltern, die Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie) und nicht die Familienstrukturen, die beim Wohlergehen der Kinder einen Unterschied machen", so die Autoren.

Auch deutsche Studie kommt zu einem positiven Ergebnis

Auch in Deutschland hatte eine offizielle Studie des Bundesjustizministeriums bereits 2009 gezeigt, dass Regenbogenfamilien nicht schlechter für das Kindeswohl sind als andere Familien. "Dort, wo Kinder geliebt werden, wachsen sie auch gut auf", so fasste die damaligen Justizministerin Brigitte Zypries die Studie zusammen (queer.de berichtete).

Es gab bislang nur sehr wenige Studien, in denen diese positiven Ergebnisse angezweifelt wurden. Diese wurden jedoch von Aktivisten gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben erstellt, etwa von Mark Regnerus, der als Soziologe an der University of Texas arbeitet. Er bezeichnete in einer Untersuchung aus dem Jahr 2012 Regenbogenfamilien als "eine Form von sexueller Misshandlung" – die Studie wurde von Homo-Hassern finanziert (queer.de berichtete).

Eine weitere Studie von Forscher Donald Paul Sullins kam 2014 zu dem Ergebnis, dass Kinder aus Regenbogenfamilien eher psychologische Probleme hätten. Dem Soziologen wurde allerdings vorgeworfen, als hauptberuflicher katholischer Priester und Professor an der "Catholic University of America" lediglich die Position seines Arbeitgebers verteidigt zu haben.

Warnung vor homophoben Fake News

Die australischen Wissenschaftler beklagten in ihrer neuen Studie, dass in der Öffentlichkeit derzeit im Rahmen des Wahlkampfes zum Ehe-Referendum "Falschinformationen" verbreitet werden würden und dabei die sexuelle Orientierung der Eltern für eine negative Entwicklung der Kinder verantwortlich gemacht werde. Dies ist nach Ansicht der Forscher gefährlich: "Es gibt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko aufgrund der homophoben Kampagne für die gesamte lesbische, schwule, Trans-, Intersex- und queere Community, inklusive eines erhöhten Risiko für psychische Störungen für gleichgeschlechtliche Paare, ihre Kinder und für junge Menschen, die sich als LGBTIQ identifizieren."

Die Australier dürfen noch bis zum 7. November in einer nicht bindenden Abstimmung per Briefwahl darüber entscheiden, ob das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aufrecht erhalten werden soll. Laut einer Umfrage haben bereits jetzt die meisten Australier ihre Stimme abgegeben. Es wird damit gerechnet, dass sich über 60 Prozent für die Gleichbehandlung aussprechen werden. Das Ergebnis soll am 15. November offiziell bekannt gegeben werden. Allerdings warnt die "Ja"-Kampagne davor, zu sicher zu sein – es bestehe die Gefahr, dass viele Ehe-Befürworter aus Behäbigkeit zu Hause bleiben und den Sieg so noch in Gefahr bringen könnten.

Der Volksentscheid war von der konservativen Regierung durchgesetzt worden, weil sich die Regierungspartei intern nicht auf eine Position einigen konnte. LGBTI-Aktivisten kritisierten die Entscheidung und erklärten, über Grundrechte dürfe nicht abgestimmt werden. Zudem befürchteten sie nach Erfahrungen in anderen Ländern, dass homophobe Botschaften im Wahlkampf das gesellschaftliche Klima verschärfen könnten. Tatsächlich warben Homo-Gegner mit Sprüchen wie "Gay Marriage ermöglicht Pädophilie" und "Stoppt die Schwuchteln" (queer.de berichtete). (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 24.10.2017, 16:37h
  • Ganz ohne Zweifel geht es Kindern, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, nicht schlechter als anderen Kindern.
    Aber: Die Diskriminierung von Homo-Paaren wird nicht so schnell verschwinden. Es fängt damit an, dass die anderen Kinder im Kindergarten bzw. in der Schulklasse nach Vater und Mutter der Regenbogenfamilie fragen bzw. das Negative weitergeben, was sie von ihren Eltern am Abendtisch hören.
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#2 schwarzerkater
  • 25.10.2017, 08:50h
  • alle kinder, deren eltern auf irgendeine weise diskriminiert/gemobbt werden, leiden darunter. dazu braucht es keine(n) studie/nachweis mehr.
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#3 FinnAnonym
  • 25.10.2017, 12:50h
  • Da sieht man wieder mal, dass nicht Regenbogenfamilien Kindern schaden, sondern nur die Homohasser.

    Die einzigen, die eine Gefahr für Kinder sind, sind die ewiggestrigen Homohasser und religiösen Fanatiker.
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#4 Homonklin44Profil
  • 25.10.2017, 15:38hTauroa Point
  • Irgendwie sind das an sich Erkenntnisse, die man für selbstverständlich einschätzen würde, und es ist doch ein bisschen traurig, wenn es wissenschaftlich erst erwiesen werden muss.

    Leider kann sich ja auch die Gegenseite solche Wissenschaft kaufen, und wir sehen das immer wieder an den Auftraggebern oder ihren ganz oft irgendwo kirchlich christlich Assoziierten. Ist es nicht sehr eigentümlich, dass das immer durch solche Richtungen negiert gehalten wird?

    Als klammere diese Vertreterschaft der ausgrenzenden Weltanschauung mit Diamantklauen am Schaubild ihrer vereinfachende Heteronormativ-Sandburg am stürmischen Gezeitenmeer.
    Möge ihnen doch einst Erleuchtung blühen, die sich dagegen verbarrikadieren, dass Kinder bei guten Eltern jeder Konstellation glücklich sind.

    DassDiskriminierung und Mobbing um die Eltern einen Einfluss auf Kinder haben kömnnen ist auch logisch. Deswegen müssen die Diskriminierungen weg, aber doch nicht die Kinder von den Eltern.
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