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Einzelkommentar zu:
Früherer Tory-Chef: Umweltverschmutzung macht transsexuell


#8 TraumzerstörerinAnonym
  • 25.10.2017, 09:06h
  • Antwort auf #6 von mats
  • Hach ja, das ewig leidige Thema.

    Bis heute wurde auch nicht eine der Theorien über die Entstehung vom dem was als Transsexualität bezeichnet wird, verifiziert, auch wenn erschreckender Weise, sogar queere Zentren oder Selbsthilfegruppen, das manchmal behaupten. Das ist verdammt gefährlich, damit bringt man Leute auf eine Straße ohne Wiederkehr.

    Die meisten Menschen die wir im Alltag als Frauen oder Männer wahrnehmen, haben in 45 ihrer Chromosomen KEINEN, nicht einen, geschlechtsspezifischen Unterschied.
    In den sog. Autosomen, also alle Chromosomen außer den Geschlechtschromosomen, befinden sich alle Details für unsere Persönlichkeitsmerkmale, wie wir aussehen werden, was wir Essen können oder nicht, welche Krankheiten wir wahrscheinlich bekommen, ob wir gut in Sport sind, ob wir später einmal aggressiv werden oder ängstlich usw.

    Die meisten Menschen die wir als Frauen wahrnehmen, haben als 46gstes Chromosom, ein weiteres X Chromosom, dass die selben Funktionen wie das bereits vorhandene übernimmt, die meisten Menschen die wir als Männer wahrnehmen, haben ein Y Chromosom dort an letzter Stelle.

    Was ist dieses Y Chromosom? Erst einmal ein Erbmarker voller Mutationen, die es ermöglichen, die männliche Abstammungslinie eines Menschen über mehrere 100.000 Jahre zurückzuverfolgen. Heute weiß man aber, dass das keine simplen Zufallsmutationen ohne Zweck sind, sondern dass diese Mutationen Auswirkungen auf die Psyche, Spermaqualität, und sämtliche andere Gesundheitsthemen haben.
    Es gibt Tausende von unterschiedlichen Y-Erblinien, also es gibt keine genetischen Gemeinsamkeit zwischen Männern im allgemeinen, nichts was sie alle zum Mann machen würde, sondern tausende von verschiedenen Linien. Menschen mit einer gemeinsamen Y-Abstammungslinie, teilen also auch gewisse gesundheitliche und psychische Eingenschaften.
    Bei X Chromosomen ist es noch viel wilder, weil die sich bei jeder Befruchtung mit anderen X-Chromosomen stark rekombinieren können, Y Chromosomen können das nur zu 5% mit anderen Chromosomen.

    Ein Schalter-Gen, SRY, dass auf jedem fortpflanzungsfähigen Y-Chromosom vorhanden ist, leitet die Entwicklung von Hoden anstatt Eierstöcken ein, es überschreibt die "Normeinstellung Eierstock"
    Dann wird Testosteron produziert und später die Spermatogenese in der Pubertät eingeleitet.

    Und das waren nun wirklich alle Unterschiede, zwischen durchschnittlichen Männern und Frauen im genetischen Bereich (Intersex lasse ich heute mal bewusst weg)

    Da ist wenig Spielraum, für genetische Erklärungen von Transsexualität von Y-Menschen.
    Denn wenn diese Mutationen auf dem Y-Chromosom liegen sollten, dann können sie kaum vererbt werden, es wäre auch unrealistisch, dass in verschiedenen YErblinien, immer die selben Mutationen auftreten, höchst unwahrscheinlich.

    Mit Hormonen kann es auch nichts zu tun haben, denn es wurden im letzten Jahrhundert dutzende Versuche gemacht, durch stark dosierte Hormonpräparate Leute von ihrer Transsexualität zu heilen, das hätte dann eigentlich erfolgreich sein müssen.
    Das wird aber immer ignoriert und die Fische oder Alligatoren mit gemischten Geschlechtsorganen wegen Umweltgiften werden genannt. Das hat aber gar nichts damit zu tun, wenn ein Umweltgift wirklich so stark ist, dass es die Geschlechtsentwicklung beeinflusst, dann ist das wie bei den Alligatoren mit Eierstöcken und Hoden, deutlich sichtbar.
    Das ist bei Transsexualität, wenn man vom Normalfall ausgeht, NICHT der Fall.

    Ich hab mich mal etwas in ethnologischer Literatur schlau gemacht, und erkundet wo denn ähnliche Phänomene auftreten. Und lustiger Weise, treten sie nicht dort auf, wo Gesellschaften besonders tolerant oder matriarchalisch sind, nein, sondern dort, wo Patriarchale Strukturen besonders stark waren oder sind, z.B. bei den Skythen. Was ist die allgemeine Erklärung dafür?
    Ganz einfach, in einer Gesellschaft wo die von Männern und Frauen geforderten Fähigkeiten und Verhaltenskodexe streng sind, haben Abweichler, also Menschen mit weniger deutlichen Persönlichkeitseigenschaften, eine größere Chance in einer Geschlechtsrolle zu landen, die sonst nicht mit ihren körperlichen Merkmalen assoziiert wird.
    Alternativ wäre dann, diese Menschen zu töten, dass können sich aber die meisten Gesellschaften nicht leisten, weil sie die Leute brauchen, kommt aber auch vor.

    Bei einfacheren Gesellschaften wie manchen Wildbeutern, ist die Arbeitsteilung geringer, oder fast gar nicht vorhanden, also spielt die "Eindeutigkeit" von Persönlichkeitsmerkmalen keine große Rolle, dort kommt so etwas kaum vor.

    Die Ethnologische Erklärung für Transsexualität wäre also: Je größer die gender-bezogene Arbeitsteilung, Mythologie, Bildersprache und Lebensmöglichkeit von Menschen in einer Gesellschaft separiert sind, desto größer ist die Chance, dass sich das Phänomen Transgender/Transsexualität entwickelt.

    Es ist also ein sich in die Gesellschaft fügen, das zwar auf den ersten Blick dann wie eine schwache Reaktion auf äußeren Druck wirkt, das ist es aber nicht, denn jeder Mensch macht das durch, jeder Mensch integriert sich in die Gesellschaft, in der er groß wird und versucht dort eine Rolle einzunehmen, wo wir dann bei der Identitätsentwicklung wären. Ohne diese Integration, kann kein Mensch überleben, wir sind immer auf die anderen angewiesen.

    Die Persönlichkeit eines Menschen ist also sehr wohl genetisch vordefiniert, entwickelt sich dann entsprechend in Interaktion mit der Umwelt, aber niemand ist gezwungen, irgendwelche chirurgischen Initiationsriten zu vollziehen, das sind wirklich sehr eigene, unserer Kultur spezifische Konzepte. Nicht einmal eine Transition an sich, wäre irgendwie biologisch erzwungen oder nötig, sofern die Gesellschaft nicht so ausgerichtet ist, dass sie eine Integration sonst unmöglich macht.
    Ein radikales Konzept!

    Der Großteil aller Persönlichkeitsmerkmale, ist Autosomal, also bei Männern und Frauen gleich unterschiedlich. Die Verschiedenen Männer, haben unterschiedliche Y-Linien, also auch keine gemeinsamen "männlichen" Persönlichkeitsmerkmale, außerhalb ihrer spezifischen Erblinie.

    Die durch Testosteron oder Östrogen ausgelösten Stimmungen und Verhaltensweisen, können sowohl bei Männern, als auch bei Frauen ausgelöst werden, das kann jeder bestätigen, der mal eine Hormontherapie begonnen hat, ist auch mit Mäuseexperimenten gut dokumentiert worden.

    Gegenargumente?
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