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Hamburg

Erneut queere Auszeichnung für "120 BPM"

Der französische Oscar-Kandidat räumt bei queeren Filmfestivals ab: 120 BPM konnte in Hamburg einen Publikumspreis gewinnen. Den Jurypreis teilen sich eine indische und eine türkische Produktion.


120 battements par minute" wurde in Hamburg mit dem Publikumspreis ausgezeichnet (Bild: Salzgeber)

  • 25. Oktober 2017, 14:52h, noch kein Kommentar

Die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg haben am Dienstagabend insgesamt acht herausragende Filme ausgezeichnet. Den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis für den besten Langfilm (Globola) konnte das französische Filmdrama "120 battements par minute" (120 Schläge pro Minute) von Robin Campillo gewinnen.

"120 BPM" spielt im Paris der Neunzigerjahren und handelt von der Aktivistengruppe Act Up. Der Film wurde von Kritikern hochgelobt und konnte bereits bei den Filmfestspielen in Cannes die Queer Palm und den Großen Preis der Jury einheimsen (queer.de berichtete). Im vergangenen Monat wurde zudem angekündigt, dass die Produktion als französischer Beitrag ins Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film gehen wird. In Deutschland wird der Film am 30. November regulär in den Kinos anlaufen.

Der Publikumspreis "Dokula" für den besten Dokumentatarfilm ging an "Ri Chang Dui Hua" (Small Talk). Der Film erhielt auch von der Jury eine "lobende Bewertung". Die taiwanesische Regisseurin Hui-chen Huang stellt darin ihre eigene Familiengeschichte als "Tomboy" dar, die dem Publikum einen Einblick in eine wenig vertraute Kultur gibt. Der 90-minütige Film war bereits im Februar mit dem Teddy Award für die beste Dokumentation ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). Der Film ist ebenfalls im Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film – als Taiwans offizieller Beitrag.

Jurypreis geht an "Veşartî" und "Ajeeb Aashiq"

Den mit 5.000 Euro dotierten Jurypreis teilten sich zwei Produktionen zu gleichen Teilen: In dieser Kategorie wurden die indische Produktion "Ajeeb Aashiq" (Seltsame Liebe) und der türkische Film "Veşartî" (Versteckt) ausgezeichnet. "Veşartî" wurde von Ali Kemal Çınar in kurdischer Sprache gedreht und handelt von einem Kioskbesitzer, der in einen Konflikt gerät, als ihm eine Frau prophezeit, dass er bald eine Frau sein werde. In "Ajeeb Aashiq" erzählt die Videokünstlerin Natasha Mendonca von zwei Suchenden in der vibrierenden Metropole Mumbai – einem transsexuellen Rickscha-Fahrer und einer Jazz-Sängerin.


Szene aus "Ajeeb Aashiq" (Bild: LSF Hamburg)

Beide Filme würden "Themen wie Gender, Sexualität, Machtverhältnisse, kulturelle und gesellschaftliche Normen unter vielfältigen Gesichtspunkten" behandeln, lobte die Jury. "Dadurch werden die Zuschauenden angeregt, die eigenen Perspektiven und Wahrnehmungen der angesprochenen Themen zu hinterfragen", heißt es im Jury-Statement (PDF).

Außerdem wurden mehrere Kurzfilm-Publikumspreise unter der Bezeichnung "Ursula" vergeben: In der Kategorie "lesbisch" siegte die irische Produktion "More than God" von Kevin Cahill, in der Kategorie "schwul" der amerikanische Film "Curmudgeons" von Superstar Danny DeVito, in der Kategorie "Gender Bender" schaffte mit Wes Hurleys und Nathan M. Millers "Little Potato" ebenfalls eine US-Produktion den Sieg. Außerdem konnte die Produktion "Superheroes" des Münchner Regisseurs Volker Petters den Preis als bester deutscher Kurzfilm gewinnen. (dk)


Beim 16-minütigen Kurzfilm "Curmudgeons" führt Danny DeVito (re.) nicht nur Regie, sondern übernimmt selbst eine Rolle (Bild: LSF Hamburg)