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Ende nach sechster Staffel

Netflix setzt "House of Cards" ab

Nach dem Missbrauchsvorwurf gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey gibt Netflix bekannt, die Serie im nächsten Jahr zu beenden. Die öffentliche Kritik an Spacey hält derweil an.


Kevin Spacey als US-Präsident Francis Underwood (Bild: Netflix / Promo)

Der Streaming-Dienst "Netflix" hat am Montag laut diversen US-Medienberichten bestätigt, die Serie "House of Cards" nach der sechsten Staffel, die sich gerade in Produktion befindet und 2018 veröffentlicht werden soll, abzusetzen. Den Berichten zufolge war ein entsprechender Schritt schon seit Monaten geplant, wurde jetzt aber nur einen halben Tag publik, nachdem Missbrauchsvorwürfe gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey bekannt wurden.

Der schwule Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery") hatte Spacey am Sonntagabend in einem Interview mit Buzzfeed beschuldigt, ihn als damals 14-Jährigen auf einer Feier sexuell belästigt zu haben. Noch in der Nacht hatte Spacey auf Twitter geschrieben, dass er sich nicht daran erinnern könne, sich aber zugleich, falls es stimmen sollte, "für ein in diesem Fall zutiefst unangemessenes betrunkenes Verhalten" entschuldige. Gleichzeitig outete sich Spacey als schwul.

Die Twitter-Botschaft hatte mit dieser Verquickung aus der Antwort auf einen Missbrauchsvorwurf mit einem Coming-out für einige Kritik gesorgt und konnte die Empörung über Spaceys mutmaßliches Fehlverhalten mitten in einer aktuellen Debatte über Missbrauch in Hollywood nicht entkräften (mehr dazu in diesem umfangreichen Bericht).

Netflix "zutiefst erschüttert"

Die nächste und letzte Staffel von "House of Cards" wird derzeit in Baltimore gedreht. In einer gemeinsamen Stellungnahme zeigten sich Media Rights Capital als auführendes Studio und Netflix am Montag "zutiefst erschüttert über die Nachrichten der letzten Nacht bezüglich Kevin Spacey": "Als Reaktion (…) sind Verantwortliche unserer Firmen heute Nachmittag in Baltimore eingetroffen, um sich mit unseren Schauspielern und der Crew zu treffen und um sicherzustellen, dass sie sich weiterhin sicher und unterstützt fühlen. Wie zuvor geplant arbeitet Kevin Spacey zur Zeit nicht am Set." Eine Ankündigung des Endes der Serie bot die Mitteilung nicht.

Mit einer Stellungnahme hatte sich auch Beau Willimon zu Wort gemeldet, der die ursprünglich britische Serie aus den Neunzigern zu einem erfolgreichen Format für die USA adoptiert und als Showrunner der ersten vier Staffeln zu einen großen Erfolg für Netflix gemacht hatte. "Anthony Rapps Geschichte ist zutiefst beunruhigend. Während der Zeit, mit der ich mit Kevin Spacey bei 'House of Cards' zusammengearbeitet habe, habe ich nie unangemessenes Verhalten am Set oder daneben beobachtet oder davon gehört." Dennoch nehme er entsprechende Berichte ernst. "Ich fühle mit Herrn Rapp und ich unterstütze seine Courage."

"House of Cards" ist das erste Projekt Spaceys nach der Anschuldigung Rapps, das gestrichen wird. In wenigen Tagen steht die US-Premiere des Films "All the Money in the World" an, bei der Spacey eine der Hauptrollen spielt. 2018 soll der Film "Billionaire Boys Club" erscheinen; Netflix selbst hatte Spacey zudem im Sommer für eine Verfilmung des Lebens von Gore Vidal verpflichtet.

Scharfe Kritik von Zachary Quinto

Die Kritik an Spacey reißt derweil nicht ab. Es sei "zutiefst traurig und beunruhigend, dass dies die Art ist, mit der Kevin Spacey entschieden hat, sich zu outen", schrieb der Schauspieler Zachary Quinto (Spock in den neueren Star-Trek-Filmen) in einem viel beachteten Eintrag bei Twitter. "Nicht indem er als Ausdruck von Pride Farbe bekennt und – angesichts seiner vielen Preise und Errungenschaften – zehntausende von mit sich kämpfenden LGBTQ-Kids auf der ganzen Welt inspiriert. Sondern als kalkulierte Manipulation, um die Aufmerksamkeit von der schwerwiegenden Beschuldigung abzulenken, dass er versuchte, eines der Kinder zu belästigen."

Quinto, der sich 2011 nach einigem Zögern als schwul geoutet hatte (queer.de berichtete), schrieb weiter: "Es tut mir leid, von Anthony Rapps Erfahrung und dem daraus folgenden Leid zu hören. Und es tut mir leid, dass Kevin es für angemessen hielt, seine Wahrheit erst zuzugeben, als er dachte, dass es ihm dienen könnte – so wie seine Leugnung ihm so viele Jahre gedient hat.



#1 TheDadProfil
  • 30.10.2017, 23:48hHannover
  • ""Netflix "zutiefst erschüttert" ""..

    Wenn das tatsächlich so wäre, dann würden sie die Produktion SOFORT, noch Heute einstellen, und nicht erst wenn die "sowieso angeblich letzte Staffel" abgedreht ist !

    Oder wenigstens unterbrechen bis die Sache geklärt ist..
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#2 Patroklos
#3 OrthogonalfrontAnonym
#4 queer rights nowAnonym
  • 31.10.2017, 01:24h
  • Nein!!!! House of Cards soll weitergehen!! Schreibt an Netflix dass Ihr es nicht einsehen wollt!

    Es ist doch nix passiert in echt!! Was macht der 14-jährige Knabe auch im Schlafzimmer (!) von dem auf ner Party (!!) verseh das Ganze nicht!!

    Ich bin als 14-jähriger nie in Schlafzimmern von Broadway-Schauspielern gewesen, die Alkohol getrunken haben, da stimmt doch was nicht!!

    Wir mache eine Petion auf Change.org, ja? Serie soll weiterlaufen, bitte!
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#5 Erik JunkerAnonym
  • 31.10.2017, 01:51h
  • Schade. War meine Lieblingsserie (neben anderen). Ich schaue gerne und viel TV. Da sieht man Dinge die wie das echte, wirkliche Leben sind.
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#6 Andy2Anonym
  • 31.10.2017, 07:37h
  • Zum Glück: Ich fand diese Serie sowieso furchtbar. So wie fast alle Netflix-Eigenproduktionen. Keine Ahnung, was die sich dabei immer denken und wer den Kram guckt. Ich habe Netflix inzwischen wieder gekündigt und abonniere nur, wenn eine neue Staffel RuPaul's Drag Race kommt. Sobald ich die gesehen habe, kündige ich wieder das Abo.
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#7 Kar_Anonym
#8 herve64Profil
#9 OrthogonalfrontAnonym
#10 Sukram712Anonym
  • 31.10.2017, 10:36h
  • Die Kritik an Kevin Spayceys ist natürlich irgendwo berechtigt. Sein Outing mit Vorwürfen zum versuchten "Kindesmissbrauch" zu verbinden, ist sehr unglücklich.

    Aber er wollte sich entschuldigen und dabei reinen Tisch machen. Vermutlich hat er sich einfach nicht so viel dabei gedacht.

    Aber jetzt werden daraus "Missbrauchsvorwürfe" gemacht. Demnächst ist er als Kinderschänder verschrien. - Wegen einer offenbar einmaligen Sache vor 30 Jahren im betrunkenen Zustand.

    Das ist schon echt bösartig, jedenfalls völlig übertrieben. Die Kritiker sollten mal in such gehen.
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